Bleibt OMV-Chef Gerhard Roiss länger am Ruder?

Bleibt OMV-Chef Gerhard Roiss länger am Ruder?

50:50-Chancen hat Insidern zufolge OMV-Chef Gerhard Roiss, doch länger als bis Ende Juni im Amt zu bleiben.

Im Poker um die Nachfolge von OMV -Chef Gerhard Roiss gibt es auch nach fünfmonatiger Suche noch keine Entscheidung. Zwei Insidern zufolge könnte sich auch die ursprünglich für Ende Juni geplante Ablösung des Managers bis zur Hauptversammlung 2016 verzögern.

Die Amtszeit von Gerhard Roiss als OMV-Vorstandschef könnte möglicherweise doch länger dauern als angenommen. Laut Nachrichtenagentur Reuters stehen die Chancen dafür bei 50:50. Die OMV wollte das nicht kommentieren. Fraglich ist, ob der 62-jährige Manager nach den Turbulenzen rund um seinen Abgang im vergangenen Herbst überhaupt zur Verfügung stehen würde, sagte ein Insider.

Roiss hat durchaus Fürsprecher: "Mitten in der Krise eine neue Führung einzusetzen ist gefährlich und wäre fahrlässig", sagte der ehemalige OMV-Aufsichtsrat Norbert Zimmermann zu Reuters. Die OMV leidet wie andere große Ölkonzerne unter dem schwachen Ölpreis, dessen Talfahrt den Konzern zum Sparen zwingt. Richtungweisend für den Erdöl- und Gaskonzern dürfte die nächste Aufsichtsratssitzung am 18. März werden. "Ein Name für einen Nachfolger liegt aber noch nicht auf dem Tisch", heißt es.

Weiterlesen: Poker um die OMV: Die Shortlist der Roiss-Nachfolger

Um die Ablösung von Roiss war heftig gerungen worden. Mitte Oktober hatte sich der Aufsichtsrat auf ein einvernehmliches Ausscheiden Ende Juni geeinigt. Roiss Vertrag wäre bis 2017 gelaufen. Über die Gründe für seinen vorzeitigen Abgang gibt es Gerüchte, aber keine offiziellen Informationen. Roiss selbst hüllt sich in Schweigen. "Ich konzentriere mich auf das Geschäft", sagte er bei der Präsentation der Geschäftszahlen der OMV für das vergangene Jahr im Februar.

Wie Reuters aus OMV-Eigentümerkreisen weiter erfuhr, gilt es als unwahrscheinlich, dass der im Herbst ebenfalls scheidende OMV-Aufsichtsratschef und Chef der Staatsholding ÖIAG, Rudolf Kemler, noch die Weichen für die Zukunft von Österreichs größtem Konzern stellt. Finanzminister Hans Jörg Schelling hatte die öffentliche Debatte über die Zukunft des Konzerns scharf kritisiert. Die Entscheidung über die Führung des Erdöl- und Gaskonzerns wolle die Politik dem künftigen Aufsichtsratschef überlassen, sagte einer der Insider. Bei der ÖIAG war zunächst keine Stellungnahme zu errhalten. Der neue Aufsichtsratschef dürfte bei der Hauptversammlung am 19. Mai gewählt werden.

Österreich hält über die Staatsholding ÖIAG 31,5 Prozent an der OMV. Der arabische Staatsfonds IPIC besitzt 29,4 Prozent. Die Staatsholding, die die Anteile an den großen börsenotierten Unternehmen wie OMV oder Telekom Austria verwaltet, wurde kürzlich reformiert. Der österreichischen Regierung ging es bei der Neugestaltung vor allem um ein Mitspracherecht bei der künftigen Bestellung von Aufsichtsräten, auch bei der OMV.

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