Dritte Betrugs-Attacke auf FACC

Dritte Betrugs-Attacke auf FACC

Nach einem erfolglosen Versuch im Herbst und einem geglückten Angriff im Dezember 2015 ist der Innviertler Flugzeugzulieferer FACC im Juni erneut ins Visier internationaler Cyber-Betrügerbanden geraten.

Wie Vorstandsvorsitzender Robert Machtlinger heute in der Quartals-Pressekonferenz berichtete, seien die neu installierten Alarmsysteme aber sofort angeschlagen - „innerhalb von zwei Stunden“ war das Problem gelöst. Das Muster war allerdings erneut der so genannte „Fake President Fraud“: Die Angreifer nahmen die Email-Identität von Machtlinger an und versuchten mit FACC-Mitarbeitern in Kontakt zu treten.

In der Aufarbeitung der Affäre mit einem Schaden von 42 Millionen Euro ist das Unternehmen, das im ersten Quartal des Geschäftsjahres einen Umsatzsprung um 20,7 Prozent auf 164,9 Millionen Euro meldete, nun daran, die auf ausländischen Konten „gefundenen“ und eingefrorenen zehn Millionen Euro loszueisen und mit den Versicherungen über Schadenersatz zu verhandeln. Machtlinger verweist dabei auch auf einen IT-Safety-Check der Firma Kapsch, der bereits 2015 durchgeführt worden sei.

Machtlinger selbst, der interimistisch dem im Mai abberufenen FACC-Gründer Walter Stephan gefolgt ist, will sich auch dauerhaft um seine Nachfolge bewerben. Er meint Signale erkannt zu haben, „dass die großen Kunden eine interne Besetzung in meiner Person vorziehen.“ Eine definitive Entscheidung solle „in den nächsten Wochen oder Monaten“ fallen.

Personal wird aufgestockt

Ansonsten zeigen sich die Vertreter des Unternehmens nach außen optimistisch: Der Personalstock wird um 250 neue Mitarbeiter erhöht. FACC beschäftigt derzeit 3100 Mitarbeiter, davon rund 2900 in Österreich. Bis Anfang 2017 sollen alle drei Sparten einen positiven Cashflow vorweisen können, rund 50 Millionen Euro werden in den kommenden vier Jahren in den Standort Österreich investiert.

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