Millionenklage: Belinda Stronach feuert zurück

Millionenklage: Belinda Stronach feuert zurück

Die Präsidentin der Stronach-Gruppe, Belinda Stronach, lässt die Vorwürfe ihres Vaters nicht auf sich sitzen und schießt zurück.

Nach der Millionenklage von Milliardär Frank Stronach gegen seine Tochter Belinda wehrt sich diese nun: Die Projekte ihres Vaters hätten die Stronach-Gruppe massiv geschädigt.

Nächste Runde im Streit Stronach gegen Stronach. Wie berichtet, hat Frank Stronach, Ex-Politiker und Gründer des Autozulieferers Magna, im Herbst letzten Jahres seine Tochter Belinda, Präsidentin der Stronach-Gruppe, und deren Chef auf umgerechnet 343 Millionen Euro geklagt. Er warf ihr und CEO Alon Ossip Missmanagment vor.

Diese Woche feuerte Belinda in Form einer gerichtlichen Sachverhaltsdarstellung an den Obersten Gerichtshof von Ontario zurück. Die Liebhaberprojekte des 86-Jährigen hätten die Gesellschaft über die Jahre mehr als 500 Millionen Euro gekostet, heißt es in dem Schreiben. Auch der Wahlkampf in Österreich und ein Steuervergleich mit den österreichischen Finanzbehörden führte sie als solch "eigentümliche Projekte" an. Belinda Stronach, so soll es in dem 78-seitigen Schriftsatz an das Gericht laut "Bloomberg" heißen, habe ihrem Vater sogar dabei helfen müssen, seine "irregulären Projekte" zu rechtfertigen.

Um die Unangemessenheit dieser Projekte zu dokumentieren, führt die 52-Jährige vor allem zwei Bronzestatuen in Form eines Pegasus an, die Stronach eigens in China anfertigen hat lassen. Um die Kleinigkeit von umgerechnet 36 Millionen Euro. Eine davon diene der Pferderennbahn Gulfstream Park als Wahrzeichen, die andere würde immer noch in China in einem Lager herumstehen.

"Über die Jahre hat sich Frank für Aktivitäten engagiert, viele unautorisiert, die die Geschäfte und das Vermögen der Stronach-Gruppe einem hohen Risiko ausgesetzt haben", zitieren einige kanadische Medien aus dem Schreiben. Und weiter: "Während Frank sehr erfolgreich dabei war, einen der weltgrößten Automobilzulieferer aufzubauen, hat er auch signifikante Fehlschläge in nahezu all seinen anderen Unternehmungen abseits der Autoteile erlitten. Auch in der Politik. Seine Klage ist der Versuch, die Stronach-Gruppe zu zwingen, Franks unüberlegte und in manchen Fällen abstrusen Projekte zum Schaden der Gesellschaft und der Aktionäre zu finanzieren."

FRANK STRONACH habe "eigentümliche und abstruse Projekte" verfolgt, so seine Tochter.

Auch Frank Stronach, dessen Vermögen auf 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, hatte bei seiner Klage im Oktober nicht mit harten Worten über seine Tochter gespart. Er forderte den Rückzug von Belinda aus allen Ämtern der Stronach-Gruppe, weil sie und andere Manager ihre Machtpositionen missbraucht hätten, um Liquiditätsprobleme zu verschleiern. Belinda hätte nur ihre persönlichen Interessen im Sinn gehabt.

Aus dem nun eingebrachten Schreiben geht auch hervor, dass es im August vergangenen Jahres zu einem Vergleichsvorschlag von Belinda gekommen sein soll, der die Teilung der Gesellschaft vorsah: Während sie selbst für die Pferderennen und das Glücksspiel zuständig sein sollte, hätte ihr Bruder Andrew, der seine Schwester auch geklagt hat, die landwirtschaftlichen Geschäfte bekommen sollen. Dieser Vorschlag blieb jedoch unbeantwortet.


Der Artikel ist der trend-Ausgabe 4/2019 vom 25. Jänner 2019 entnommen.

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