Bei Kika/Leiner/Lipo wackeln 150 Jobs - Lipo wird eingestampft

Bei Kika/Leiner/Lipo wackeln 150 Jobs - Lipo wird eingestampft

Gunnar Georg, Österreich-Chef vom Möbelrisen Steinhoff, setzt den Rotstift an.

Die Krise des Steinhoff-Möbelkonzern schlägt nun auch bei den Töchtern in Österreich kräftig durch. Nach der Schließung von Filialen wackeln viele Jobs. Die im Vorjahr eingeführte Billigmarke Lipo wird eingestampft. Kika und Leiner sollen das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen.

Wien/St. Pölten. Bei den Möbelketten Kika, Leiner und Lipo wird der Schnitt gemacht. Insgesamt vier Filialen sollen zugesperrt werden, 150 Beschäftigte (Vollzeitbasis) sind von der Schließung betroffen. "Wir wollen so viele wie möglich woanders unterbekommen", beschwichtigt Österreich-Chef Gunnar George. Ohne Personalabbau wird es wohl nicht gehen. Es werden bereits Gespräche mit der Gewerkschaft über einen Sozialplan geführt. Bis Ende April will George diesen Prozess abgeschlossen haben.

Der Möbelhändler hat gestern mitgeteilt, vier der insgesamt 50 Standorte zu schließen. Betroffen sind die Lipo-Standorte in Ansfelden (OÖ) und Langenzersdorf (NÖ), ein Leiner-Standort in Bruck an der Mur (Steiermark) und ein Kika-Standort in Wolfsberg (Kärnten). Alle vier Standorte sollen verkauft oder vermietet werden. Übrig bleiben künftig 28 Kika-Filialen und 18 der Marke Leiner.

Gerade für die betroffenen Beschäftigten in Ansfelden und Langenzersdorf sieht George nicht so große Probleme, woanders unterzukommen, da einige Kika- bzw. Leiner-Standorte in der Nähe sind. Schwieriger werde es für die Mitarbeiter der Filialen in Wolfsberg und Bruck an der Mur.

Mit dem Schließen der zwei Lipo-Filialen wird die erst vor einem Jahr in Österreich neu eingeführte Diskontlinie wieder eingestampft. Ursprünglich wollte George in den nächsten Jahren bis zu acht Lipo-Märkte eröffnen. "Ohne Geld können Sie eine Marke nicht zur Expansion bringen", räumte George ein.

Kika und Leiner leiden in Österreich unter den Problemen ihrer Konzernmutter Steinhoff. Seit Monaten steht das Unternehmen wegen einer Affäre um Bilanz-Unregelmäßigkeiten in den Schlagzeilen. "Das hat auch die Kunden in Österreich verunsichert", so George.

Bei Kika und Leiner ist der Umsatz im ersten Quartal 2017/18 auf vergleichbarer Fläche um 4 Prozent zurückgegangen. Vor allem das Segment mit großen Möbeln, wie etwa Küchen, hatte Umsatzeinbußen. Kunden sorgten sich, ob ihre bereits getätigten Anzahlungen sicher sind bzw. schreckten vor neuen Anzahlungen zurück.

"Wir müssen jetzt das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen. Der Kunde muss glauben, dass, wenn er eine Küche bestellt, diese in drei Monaten auch bekommt", sagte George.

An der Zahl der Standorte wird sich in näherer Zukunft nichts ändern. "Eine Expansion in den nächsten 18 Monaten ist nicht realistisch", so George. Stattdessen soll vor allem die Linie Leiner stärker im Premiumbereich positioniert werden. Derzeit sei das Sortiment von Kika und Leiner zu 90 Prozent deckungsgleich.

Telekom Austria COO Alejandro Plater (li.) und CEO Thomas Arnoldner

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