BCG-Studie: Österreichs Unternehmen gestärkt durch die Finanzkrise

Das Beratungsunternehmen BCG hat herausgefunden, welche heimischen Unternehmen den Crash von 2009 am besten meistern konnten. Und mit welchen Mitteln. BCG empfiehlt Unternehmen fünf Maßnahmen, um erfolgreich eine Krise zu bewältigen.

BCG-Studie: Österreichs Unternehmen gestärkt durch die Finanzkrise

Keine Angst, jetzt folgt keine Geschichte auf Chinesisch. Die abgebildete Schriftzeichenkombination für "Krise" entspricht vielmehr einer weisen Einsicht. Sie setzt sich aus den beiden Silbenzeichen für "Gefahr" und "Chance" bzw. "Gelegenheit" zusammen. Die Erkenntnis, dass jede Krise zwar die Gefahr des Scheiterns in sich birgt, gleichzeitig aber auch eine Chance darstellt, neue Wege zu beschreiten, Schwächere, für die Krise schlechter gerüstete zu überflügeln und letztlich gestärkt aus den Turbulenzen hervorzugehen, zählt zu den Standardsätzen der Managementliteratur.

Die Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) hat den Lehrsatz zehn Jahre nach dem Höhepunkt der Finanz-und Wirtschaftskrise auf die Probe gestellt. Gibt es österreichische Unternehmen, die nicht bloß die Klippen irgendwie umschiffen konnten, sondern die sich seither besonders gut entwickelt haben? Die zusätzliche Arbeitsplätze und höheren Wert für ihre Aktionäre schaffen konnten? Und: Gibt es Rezepte, wie das alles funktioniert?

Es gibt sie. Lukas Haider, Büroleiter und Partner von BCG Österreich sowie Verfasser einer Studie mit dem vielsagenden Namen "Comeback Kids 2019 - Durchstarten nach der Finanzkrise" fasst diese zusammen: "Wichtig ist, auf die Liquiditätsposition zu achten, möglichst frühzeitig effizienzsteigernde Maßnahmen zu treffen, damit man schon während der Krise aus der Kurve heraus beschleunigen kann. Ebenso wichtig ist es auch, anorganische Schritte zu setzen: Desinvestitionen, also weniger rentable Geschäftsbereiche abzustoßen und bei Gelegenheit durch Akquisitionen zu wachsen."

Lukas Haider, Partner Boston Consulting Group

Lukas Haider, Partner Boston Consulting Group: "Die Studie ermöglicht es, aus einer substanziellen Krise zu lernen."

Die BCG-Studie nimmt Österreichs börsennotierte Aktiengesellschaften unter die Lupe, deren Vorjahresumsatz 150 Millionen Euro überstieg. Berücksichtigt wurde einerseits die Verbesserung der EBITDA-Marge (diese bildet die Ertragskraft eines Unternehmens präzise ab, sie entspricht dem Verhältnis zwischen betrieblichem Ergebnis vor Abschreibungen und dem Umsatz).


Die Top 10 Comeback-Kids

Quer durch die Branchen finden sich Unternehmen, die nach der Krise besonders erfolgreich waren. Der Sieger S&T profitiert vor allem von der hervorragenden Performance der Aktie.

Rang Unternehmen Punkte
1 S&T 76
2 Flughafen Wien 32
3 Do & Co 26
4 KTM Industries 22
5 AT&S Austria 21
6 Frauenthal Holding 19
7 Palfinger 17
8 OMV 17
9 Österreichische Post 17
10 SBO 15

Punkte bezeichnen die Summe aus der absoluten Veränderung der EBITDA-Marge seit dem Tiefpunkt bis 2018 und der prozentuellen Veränderung der Wertsteigerung (Total Shareholder Return). Quelle: Capital IQ, BCG-Analyse

Andererseits wird die langfristige Wertsteigerung, die ein Unternehmen seit der Krise erzielen konnte (Total Shareholder Return, TSR) ebenfalls miteinbezogen. Somit ermöglicht diese Studie, "aus einer substanziellen Krise heraus entsprechend lernen zu können", sagt Autor Haider. Banken und Immobilien- Beteiligungsgesellschaften blieben dabei wegen der mangelnden Aussagekraft der EBITDA-Marge in diesen Branchen unberücksichtigt. Hier sind sie also: jene zehn Unternehmen, die als "Comeback Kids 2019" brillieren können.


S&T. In der Krise hießen sie noch anders: Als Gericom schrieb das Unternehmen unrühmliche Börsengeschichte: Zwischen 2003 und 2008 kippte der Aktienkurs um 96 Prozent weg, drastische Umsatzeinbrüche gefährdeten den Bestand. 2008 kam dann die Rettung. Der taiwanesische Elektronikkonzern Quanmax übernahm die Aktienmehrheit, kurze Zeit später erfolgte die Umbenennung.

Als S&T [ISIN AT0000A0E9W5, Kürzel SANT] steigerte der einstige Pleitekandidat die Eigenkapitalquote zwischen 2008 und 2010 um das Doppelte. 2014 erschloss sich S&T mit der Übernahme der Network Energy Services NES und der systems solutions GmbH ein neues Geschäftsfeld, den Smart-Energy-Bereich. 2017 dann erfolgte die Fokussierung auf das "Internet der Dinge" und Industrie-4.0-Technologien. Schon 2018 galt S&T als eines der Top-Ten-Unternehmen im Industrie 4.0-Markt. Für heuer ist der Ausbau der Präsenz in den USA und China geplant - angesichts des Handelskonflikts ein ehrgeiziges Unterfangen.

  • UMSATZ 2009: 59,9 Millionen Euro
  • UMSATZ 2018: 990 Millionen Euro
  • MITARBEITER 2009: 102
  • MITARBEITER 2018: 4.335

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Flughafen Wien. Die Umwelt freut sich nicht, die Anrainer rümpfen bisweilen die Nasen, doch das Geschäft floriert: Der Flughafen Wien [ISIN AT00000VIE62, Kürzel FLU] profitierte vom massiven Wachstum der Tourismusbranche seit dem Einbruch der Krise 2008.

Allein 2018 legte das Passagieraufkommen in Wien und den Beteiligungen Malta und Kosice um 11,3 Prozent auf mehr als 34 Millionen Passagiere zu. 2014 trennte sich das Management im Zuge einer Ausrichtung auf profitablere Kernbereiche vom Flughafen Friedrichshafen. Das Geschäft mit Airlines trägt immer noch etwa die Hälfte zu den Umsatzerlösen bei, doch der Non-Aviation-Bereich wird immer wichtiger: Immobilienentwicklung und -vermietung, Shopping und Gastronomie steuern bereits 30 Prozent zum Umsatz bei, Tendenz steigend. 2011 nahm ein neues Vorstandsteam seine Tätigkeit auf. Seither werden die steigenden Passagierzahlen mit annähernd gleich bleibendem Personalstand betreut.

Zwischen 2011 und 2018 konnte die EBITDA-Marge von 30,7 Prozent auf 43,8 Prozent verbessert werden. Im gleichen Zeitraum fiel die Nettoverschuldung von 750 Millionen auf 142,50 Millionen.

  • UMSATZ 2009: 501,7 Millionen Euro
  • UMSATZ 2018: 799,7 Millionen Euro
  • MITARBEITER 2009: 4.148
  • MITARBEITER 2018: 4.830

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Do & Co. Die Übernahme von Arena One, jenem Unternehmen, das für das Catering in de Münchner Allianz-Arena und dem Olympiapark zuständig ist, die Schließung von Nespresso-Shops, der Verkauf eines Hotels in Istanbul - all diese Maßnahmen haben die Wirtschaftskraft des Catering-Multis Do&Co [ISIN AT0000818802, Kürzel DOC]. gestärkt. Bei Betrachtung der Divisionsmargen könnte man zu dem Schluss kommen, mehr Airline-Catering und weniger Gastronomie wäre sinnvoll. Doch "unsere Restaurants sind unsere 'Forschungsabteilung', dienen der Markenbekanntheit und treiben unsere Innovationen und eine einzigartige Qualitätskultur", beschreibt Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär Attila Doğudan seine Strategie.

Mit der Eröffnung des ersten "Henry"-Gourmetshops 2010/11 wagte Do&Co einen Expansionsschritt in die Breite. Beachtliche 31 Gourmetküchen beliefern weltweit die Airlines. 85 Prozent der Aktivitäten finden auf wettbewerbsintensiven Märkten außerhalb Österreichs statt.

Die Kundenliste ist eindrucksvoll: British Airways, Spaniens Fluglinie Iberia, der neue Flughafen in Istanbul, Bayern München, Juventus Turin, Red Bull Salzburg und die Formel 1 finden sich hier.

  • UMSATZ 2009: 387,78 Millionen Euro
  • UMSATZ 2018: 847,80 Millionen Euro
  • MITARBEITER 2009: 3.835
  • MITARBEITER 2018: 9.919

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KTM Industries. "Innovation und Produktentwicklung sind auch in schwierigen Zeiten wichtig, um sich Chancen für die Zukunft nicht entgehen zu lassen", bestätigt Stefan Pierer, CEO der Pierer Mobility AG [ISIN AT0000KTMI02, Kürzel PMAG], zu der unter anderem die Marken KTM und Husqvarna zählen, die Forderung der BCG-Studie nach einem aktiven Umgang mit der Krise. "So konnte wir mit neuen Ideen und gestärkt die Krise hinter uns lassen - auch als Gemeinschaft innerhalb des Unternehmens", so Pierer.

2013, nur vier Jahre nach der Krise, übernahm KTM die prominente schwedische Motorradmarke Husqvarna. Die Partnerschaft mit dem indischen Bajaj-Konzern, dem weltweit viertgrößten Hersteller von Zwei- und Dreiradfahrzeugen, erschloss dem in Mattighofen beheimateten Unternehmen den Zugang zu einem der weltweit größten Märkte. In den Märkten Europa und Nordamerika setzt die Gruppe auf die Entwicklung und Erweiterung ihres Händlernetzes.

  • UMSATZ 2009: 455 Millionen Euro
  • UMSATZ 2018: 1.455 Millionen Euro
  • MITARBEITER 2009: 1.918
  • MITARBEITER 2018: 4.177

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AT&S. Voll auf organisches Wachstum hat der österreichische Chiphersteller AT&S [ISIN AT0000969985, Kürzel ATS] nach der Krise gesetzt. Die Schritte sind imposant: 2010 die Eröffnung eines neuen Werkes in Indien. 2011 die Erhöhung der Kapazität im Werk Shanghai um 30 Prozent, dazu ein Greenfield-Investment in Chongqing. 2013 Einstieg in das Geschäft mit C-Substraten, die noch kleinere elektronische Bauteile ermöglichen. 2018: Erweiterung der Werke für Hochfrequenz-Leiterplatten in Fehring und im indischen Nanjangud.

Heuer fiel schließlich die Entscheidung, den Standort Chongqing zu erweitern und höhere Produktionskapazitäten für High-End-IC-Substrate zu schaffen. Parallel dazu kam es zu einer Desinvestition im Werk Klagenfurt, und zwar wegen rückläufiger Margenentwicklung bei einseitigen Leiterplatten und fehlender Innovationsperspektive.

Unmittelbar nach der Krise 2009 erfolgte die neue Produktionsausrichtung auf hochwertige Nischen in den Bereichen automotive Produkte, Medizintechnik, Industrie und Luftfahrt sowie in den Bereichen Mobile Devices &Substrates. "Mit unserem strategischen Fokus auf High-End-Verbindungslösungen haben wir in den vergangenen Jahren bewiesen, dass AT&S eine global führende Rolle in der Elektronikindustrie einnimmt", so Vorstandsvorsitzender Andreas Gerstenmayer. 2018 wurde das Unternehmen Weltmarktführer bei High-End-Verbindungslösungen.

  • UMSATZ 2009: 372,2 Millionen Euro
  • UMSATZ 2018: 1.028 Millionen Euro
  • MITARBEITER 2009: 5.616
  • MITARBEITER 2018: 9.811


Frauenthal Holding. Im Schatten der großen Industriekonzerne führt die Frauenthal Holding [ISIN AT0000762406, Kürzel FKA] ein diskretes, aber erfolgreiches Dasein. Der Mischkonzern ist in mehreren Bereichen tätig: Automotive Components (Zulieferungen für die Autoindustrie) ist mit Werken in Österreich, Deutschland, Frankreich, Slowenien, Ungarn, Portugal und Rumänien international breit aufgestellt.

Styria zählt zu den führendern europäischen Herstellern von Blattfedern und Stabilisatoren für schwere LKW. Linnemann-Schnetzer stellt Druckbehälter für LKW-Bremssysteme her. Bereits 2005 erwarb die Frauenthal Holding mit SHT den Marktführer in Ostösterreich für Sanitär-, Installations- und Heizungstechnik ein Geschäftsbereich, der auch Krisen recht gut standhält.

2012 stand im Zeichen der Internationalisierung mit Akquisitionen in bestehenden Geschäftsbereichen: Die slowakischen Unternehmen Techopol Sanitrends und Gama Myjava verstärkten den Sanitärbereich.

  • UMSATZ 2009: 454,5 Millionen Euro
  • UMSATZ 2018: 954,6 Millionen Euro
  • MITARBEITER 2009: 2.442
  • MITARBEITER 2018: 3.580

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Palfinger. Dass hysterischer Personalabbau bei den Anzeichen einer Krise der falsche Weg ist, demonstriert der Salzburger Kranhersteller Palfinger [ISIN AT0000758305, Kürzel PAL], mit einem Weltmarktanteil von 35 Prozent Marktführer bei Lkw-Kränen mit Knickarm. Rund 5.000 Vertriebs- und Servicestützpunkte bilden die solide Grundlage für einen Exportanteil von rund 90 Prozent.

"Wichtig war, dass wir von unserem Mehrheitseigentümer, der Familie Palfinger, keinen Druck hatten, möglichst viele Mitarbeiter abzubauen, um wieder in die Gewinnzone zu gelangen. Die Devise lautete im Gegenteil: So viele Mitarbeiter halten wie nur irgendwie möglich", erinnert sich Hannes Roither, Head of Corporate Communication des börsennotierten Unternehmens, an die Krise.

Das Ergebnis der "Durchtauchen"-Strategie war bald zu sehen: 2010 und 2011, die Jahre unmittelbar nach der Krise, bescherten Palfinger ein Umsatzplus von jeweils 30 Prozent. "Das war nur möglich, weil wir im Gegensatz zu unseren Konkurrenten auch die Kapazitäten dafür hatten", so Roither. Zwischen 2009 und 2018 gelangen insgesamt 25 Übernahmen und Abschlüsse von Joint Ventures. Gleichzeitig trennte man sich von weniger rentablen Bereichen.

  • UMSATZ 2009: 505,5 Millionen Euro
  • UMSATZ 2018: 1.615,6 Millionen Euro
  • MITARBEITER 2009: 4.517
  • MITARBEITER 2018: 10.780

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OMV. Mit dem Verkauf weniger profitabler Förderungen und dem Zukauf von Anteilen in Regionen mit niedrigeren Förderkosten ist es der OMV [ISIN AT0000743059, Kürzel OMV] gelungen, ihre Ertragskraft zu stärken. Mitteleuropas größter Erdölkonzern setzte konsequent auch auf anorganisches Wachstum: 2013 erfolgten Akquisitionen von Statoil in Norwegen und Großbritannien. Im gleichen Jahr beteiligte sich die OMV an der Entwicklung von Erdgas-und Erdölfeldern in Madagaskar, Gabun und Norwegen. Ein 2017 eingeleitetes Kostensenkungsprogramm brachte Einsparungen von 300 Millionen Euro, im Vorjahr wurden die Kosten um weitere 100 Millionen gekappt.

"Die OMV ist in den vergangenen Jahren international gezielt und profitabel gewachsen, und wir werden weiter wachsen. Trotz dieses Wachstums liegt unsere Priorität aber weiterhin auf einer Senkung der Kosten zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit", gibt CEO Rainer Seele die Richtung vor.

Unter anderem erfolgt dies bei der rumänischen Tochter Petrom, die 2004 noch mit dem Personalstand von beachtlichen 60.000 Mitarbeitern übernommen wurde.

  • UMSATZ 2009: 17,9 Milliarden Euro
  • UMSATZ 2018: 23 Milliarden Euro
  • MITARBEITER 2009: 34.676
  • MITARBEITER 2018: 20.231

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Österreichische Post. Die Aufwertung des Partnernetzes der Post [ISIN AT0000APOST4, Kürzel POST]hebt BCG in der Studie als besonderes wirksame Maßnahme des organischen Wachstums hervor, ebenso das neue Geschäftsfeld Post Logistic Services für B2B-Kunden. Im boomenden Paketmarkt sieht sich die Post allerdings mit der aggressiven Konkurrenz durch private Zustelldienste konfrontiert.

Moderates Umsatzwachstum bei gleichzeitig sinkendem Personalstand bildeten dennoch die Basis für eine ansprechende Performance "Die solide Umsatz-und Ergebnisentwicklung ermöglicht es der Österreichischen Post, ihrer klaren Kapitalmarktpositionierung als verlässlicher Dividendentitel treu zu bleiben", beschreibt Generaldirektor Georg Pölzl die Ausrichtung des Unternehmens.

Tatsächlich zählt die Post zu den attraktivsten Dividendenzahlern unter allen an der Wiener Börse gelisteten Wertpapieren.

  • UMSATZ 2009: 1.834,2 Millionen Euro
  • UMSATZ 2018: 1.958,5 Millionen Euro
  • MITARBEITER 2009: 24.340 (Vollzeit)
  • MITARBEITER 2018: 20.545 (Vollzeit)

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SBO. Nicht nur die Krise 2008/09 hatte der Ölfeld-Ausstatter Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO) [ISIN AT0000946652, Kürzel SBO] zu meistern - auch fallende Erdölpreise stellen für das Ternitzer Unternehmen eine Herausforderung dar.

"Am Tiefpunkt der Krise 2016 konnten wir eine optimale Gelegenheit nutzen und aus eigener Kraft die größte Akquisition unserer Unternehmensgeschichte tätigen", erklärt CEO Gerald Grohmann. Seither zählt die kanadische Downhole Technology mit ihren wichtigen Patenten zum Konzern.

Als die Märkte im vergangenen Jahr wieder anzogen, waren wir bereits in den Startlöchern und konnten rasch auf Chancen reagieren" (Grohmann). Unternehmensfusionen in den USA, Großbritannien und Singapur haben SBO schlanker und effizienter gemacht.

  • UMSATZ 2009: 251,6 Millionen Euro
  • UMSATZ 2018: 420,2 Millionen Euro
  • MITARBEITER 2009: 1.056
  • MITARBEITER 2018: 1.646

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Sollte es Sie interessieren, wie man die eingangs abgebildete chinesische Silbenkombination ausspricht - die Transkription lautet "Wei-ji". Und: Das erfolgreichste "Comeback"-Kid, S&T, sitzt zwar in Linz, notiert allerdings nicht an der Wiener Börse, sondern im Frankfurter Technologie-Index TecDAX. Schade.


Fünf Schritte zum Erfolg

1. ORGANISCHES WACHSTUM

Ein Umsatz- und Gewinnplus aus eigener Stärke heraus zählt zu den Voraussetzungen für einen erfolgreichen Weg durch die Krise und bildet die Basis für den weiteren Erfolg.

2. ANORGANISCHES WACHSTUM

Jede Krise fordert ihre Opfer, bisweilen sind darunter lukrative Übernahmeziele zu finden. Wer in den fetten Jahren ausreichend Liquidität gesammelt hat, schlägt jetzt zu.

3. DESINVESTITIONEN

Scheiden tut weh, aber nicht immer: In der Krise zeigt es sich, wo die Schwächen im Unternehmen liegen. Entsprechende Abteilungen und Beteiligungen müssen jetzt abgestoßen werden.

4. MARGENSTÄRKE

Im Gegenzug sollte das Management versuchen, alle Kräfte auf margen- und ertragsstarke Unternehmensbereiche zu konzentrieren, damit es in den Kassen wieder klingelt.

5. EFFIZIENZSTEIGERUNG

Nein, hier geht es natürlich nicht nur um Kostensenkung, doch bisweilen lässt sich ein schmerzhafter Einschnitt bei den Personalkosten nicht vermeiden.



Das sagt die Börse

Diese Aktien brachten ANLEGERN Hunderte Prozent Gewinn.

S&T: kaufen. Flughafen Wien: kaufen. Do&Co: kaufen. Die Anlageempfehlungen der Raiffeisen Centrobank fallen eindeutig aus, wenn es um die besten drei unter den Comeback Kids" geht. Die RCB-Analysten sind keineswegs die einzigen, denen die drei Aktien gefallen. Ein Blick auf die jeweiligen Langzeit-Charts zeigt: Auch in der Gunst der Anleger stehen die Werte hoch im Kurs, doch es bedurfte einiger Geduld, um dann schließlich auf der Siegerwelle mitzureiten.

Die Luft wird allerdings dünner. Mit dem 23-Fachen des Jahresgewinns (jeweils auf Basis der Schätzung für 2019) wird die S&T-Aktie [ISIN AT0000A0E9W5, Kürzel SANT] derzeit gehandelt - eine recht optimistische Bewertung für den IT-Dienstleister, die einige Hoffnung auf künftiges Wachstum einschließt. Liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der S&T-Aktie über dem Marktdurchschnitt, so erreicht die Dividendenrendite von knapp über einem Prozent nur einen unterdurchschnittlichen Wert.

Etwas günstiger bewertet sieht die Flughafen-Aktie [ISIN AT00000VIE62, Kürzel FLU] aus. Der Flughafen konnte unter den drei Erstgereihten mit einer Verbesserung der EBITDA-Marge um zwölf Prozentpunkte die höchste Profitabilitätssteigerung erzielen. Die solide Dividendenrendite von über drei Prozent bietet eine interessante Alternative zu den aktuellen Niedrigzinsen auf Sparbuch und Konto.

Die "teuerste" Aktie des Siegertrios ist Do & Co [ISIN AT0000818802, Kürzel DOC]. Bewertet mit dem rund 31-fachen Jahresgewinn und einer Dividendenrendite knapp unter einem Prozent bleibt Anlegern nur die Hoffnung, dass das Geschäft weiter wie bisher brummt. Derzeit spricht aber wenig gegen diese optimistische Annahme.

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Der Artikel ist der trend.PREMIUM-Ausgabe 43-44/2019 vom 25. Oktober 2019 entnommen.

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