bauMax-Gläubiger schreiben rund 400 Millionen Euro ab

bauMax-Gläubiger schreiben rund 400 Millionen Euro ab
bauMax-Gläubiger schreiben rund 400 Millionen Euro ab

Die größten Gläubiger der Baumarktgruppe - dazu zählen Raiffeisen, Erste und Bank Austria - erlassen der maroden Baumarktkette rund 40 Prozent der Schulden. Damit wird der Weg frei für Obi.

Die Gläubigerbanken der Baumarktkette bauMax schreiben rund 400 Millionen Euro ab und erlassen der maroden Baumarktkette damit rund 40 Prozent der Schulden, hieß es am Montagnachmittag aus zwei von einander unabhängigen Quellen. Damit machen die Banken den Weg frei für die Zerschlagung der Baumarkette und die Übernahme von mehr als zwei Drittel der Filialen durch die deutsche Heimwerkerkette Obi.

Die größten bauxMax-Bankengläubiger sind Raiffeisen, Erste und Bank Austria. Die Banken haben für den Schuldenschnitt bereits Vorsorgen getroffen. Bei der großen Gläubigerrunde am Montagnachmittag wurden die Banken mehr als zwei Stunden lang über die genauen Details der bauMax-Zerschlagung informiert.

Über die genaue Schuldensituation liegen derzeit keine Informationen vor: Die insgesamt 42 Gläubigerbanken hatten im April 2014 bei bauMax noch rund eine Milliarde Euro im Feuer, davon 350 Mio. Euro Betriebsmittelkredite und 650 Mio. Euro besicherte Immobilienkredite. Aus dem Verkauf der Kunstsammlung von bauMax-Gründer Karlheinz Essl sollen die Banken "deutlich" über 100 Mio. Euro erhalten haben. Die Banken wollten die Details des Schuldenschnitts nicht kommentieren.

Während die Banken auf Forderungen in Millionenhöhe verzichten, bleiben die Lieferanten, bauMax-Beschäftigten, das Finanzamt und die Sozialversicherung nicht auf offenen Rechnungen und Ansprüchen sitzen. Gegenüber diesen sollen alle Forderungen beglichen werden.

Obi übernimmt bauMax

Obi will die Betriebsführung der bauMax-Filialen ab Anfang November übernehmen. Gemeinsam mit dem Fachmarkt-Betreiber Supernova sollen 49 von 65 österreichischen bauMax-Filialen übernehmen werden. Die Übernahme wird aktuell von der Bundeswettbewerbsbehörde geprüft. Die Frist für die wettbewerbsrechtliche Prüfung endet am 29. September. In Tschechien, der Slowakei und in Slowenien gehen rund die Hälfte der 40 verbliebenen Auslandsstandorte an Obi. In Tschechien, wo Obi nur fünf von 24 Märkten übernimmt, sollen die restlichen Filialen an die polnische Heimwerker-Gruppe Nomi gehen.

Der deutsche Baumarktriese Obi ist ein Tochterunternehmen der Tengelmann-Gruppe. Obi hat mehr als 580 Filialen weltweit, über 350 davon in Deutschland. In Österreich ist das Unternehmen bisher mit 33 Baumärkten vertreten. Mit Kampfpreisen und Riesenmärkten erzielte Obi zuletzt weltweit einen um 5,5 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz.

Für dIe niederösterreichische Stadt Klosterneuburg, Standort der bauMax-Zentrale, wird die Zerschlagung der Baumarktkette zu einem schmerzhaften Verlust von Steuereinnahmen führen. Wenn die Firmenzentrale geschlossen wird, entgehen Klosterneuburg jährlich Kommunalsteuern von etwa einer halben MIllion Euro, so der Stadtamtsdirektor Michael Duscher. Bitter: Laut Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager soll die Gemeinde gemeinsam mit dem Bund und dem Land Niederösterreich für den Erhalt des Museums der bauMax-Gründerfamilie Essl in die Pflicht genommen werden.

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