Bank Austria sieht Optimismus in der Wirtschaft

Bank Austria sieht Optimismus in der Wirtschaft

Nach dem Konjunkturindikator der Bank Austria gibt es Optimismus in der Wirtschaft. Der Konjunkturrückgang in den USA wird aber heuer auch in Österreich spürbar sein. Die Folgen vom Coronaviraus sind noch nicht abschätzbar. 2021 soll das BIP kräftiger wachsen.

Wien. Nach Angaben der Bank Austria ist die Stimmung in der Wirtschaft etwa optimistischer geworden. Der von den Analysten der Bank ermittelt UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator ist im Jänner 2020 auf 1,7 Punkte gestiegen und bedeutet somit den höchsten Wert seit acht Monaten. Für die kommenden Monate sehen die Bankanalysten somit eine Unterbrechung des seit zwei Jahren andauernden Abwärtstrends der
heimischen Konjunktur.

Die heimische Industrie wird noch in einer milden Rezession verortet. Hingegen haben sich die Rahmenbedingungen für die heimische Exportwirtschaft zu Jahresbeginn 2020 verbessert. Zudem stieg erneut die gute Stimmung in den binnenwirtschaftlichen Bereichen. Die Bauwirtschaft und der Dienstleistungssektor profitierten vom erneut gestiegenen Optimismus der Konsumenten, schreibt UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.

Die Bank Austria rechnet für 2020 mit einem Wirtschaftswachstum von 1 Prozent nach 1,6 Porzent im Jahr 2019. Die EU-Kommission hat allerdings am Vortag mit einem Wachstum von 1,3 Prozent gerechnet. Eine moderate globale Erholung die Wachstumsaussichten für 2021 auf 1,3 Prozent erhöhen.

Begründet wird dies vor allem mit dem Optimismus in den binnenwirtschaftlichen Bereichen, der zu Jahresbeginn 2020 zugenommen hat. Das Exportumfeld habe vor allem vom Abschluss des US-China-Handelsabkommens profitiert. Die Schwäche des globalen Handels sei demnach abgeflaut und habe zu einer Verbesserung der Industriestimmung weltweit beigetragen. Vor allem in Asien, aber auch in den Kernländern des Euroraums haben sich die Konjunktursorgen in der Industrie etwas verringert. Damit stellt sich das Exportumfeld der österreichischen Wirtschaft zu Jahresbeginn 2020 etwas günstiger dar, so Chefökonom Bruckbauer.

Dennoch ist die Stimmung in der heimischen (Zuliefer-)Industrie sei etwas zurückgegangen. Dies erfolgte unter dem Eindruck der anhaltenden Schwierigkeiten der deutschen Autoindustrie, drohender Zollerhöhungen auf US-Autoimporte und der Ausweitung der Zölle auf Stahl und Aluminium durch die USA. In den nicht exportorientierten Sparten hat sich dagegen der Optimismus zu Jahresbeginn noch etwas erhöht.

Positive Zeichen gibt es auch für den Arbeitsmarkt. Infolge der guten Wetterlage zu Jahresbeginn wird auch mit einer Verbesserung am Arbeitsmarkt gerechnet. Die Arbeitslosenquote wird im Jahresdurchschnitt 2020 konjunkturbedingt leicht um 0,1 Punkte auf 7,5 Prozent ansteigen. Zum einen ist der gesamtwirtschaftliche Rückgang der Arbeitslosenquote den meisten Dienstleistungsbranchen geschuldet. Insbesondere der Tourismus sorgt für einen anhaltenden Beschäftigungsaufbau. Dadurch zeigt die Arbeitslosenquote im Dienstleistungssektor weiter eine schwach rückläufige Tendenz.

Insgesamt wird die stagnierende Arbeitslosenquote vor allem auch durch die positive Entwicklung am Bausektor getragen. Die gute Baukonjunktur, vor allem auch das ungewöhnlich warme Winterwetter, unterstützt die Entwicklung am Arbeitsmarkt. In der Bauwirtschaft ist die saisonbereinigte Arbeitslosenquote tendenziell stark sinkend und mit 8,2 Prozent im Jänner 2020 um einen ganzen Prozentpunkt tiefer als im Vorjahr. Die Bauwirtschaft, die einen Beschäftigtenanteil von rund 7 Prozent hat, sorgt laut BA-Analyse derzeit für ein Viertel des Beschäftigtenanstiegs und ist für fast 50 Prozent des Rückgangs an Arbeitssuchenden in Österreich verantwortlich.

Die Inflation werde im Schnitt unverändert bei 1,5 Prozent erwartet.

Konsumlaune ist zurückgekehrt.

Die Konsumenten neigen demnach auch zu mehr Optimismus. Die Konsumlaune der Verbraucher hat sich angesichts der anhaltend positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt nochmals verbessert. Der Dienstleistungssektor zeigt sich davon sehr positiv beeinflusst und am Bau hat, unterstützt durch das gute Wetter, das für eine hohe Auslastung sorgte, habe die Zuversicht zu Jahresbeginn zugelegt.

Eine Unsicherheit seien allerdings die wirtschaftlichen Folgen des Corona Virus. Diese seien derzeit für Österreich nicht abschätzbar. Die Bankanalysten rechnen aber damit, dass Österreich eine "nur niedrige Betroffenheit" zu erwarten habe, da der Wertschöpfungsanteil aus China bei nur 2,5 Prozent des BIP liegt.

"Gemäß unserer Modellrechnung würde eine Verringerung des Wachstums in China um einen Prozentpunkt die globale Wirtschaft um 0,4 und die europäische Wirtschaft um rund 0,25 Prozentpunkte belasten“, so Bruckbauer.

In den kommenden Monaten könnte die derzeitige Entwicklung durch negative Einflüsse des Corona Virus gefährdet werden. Im späteren Jahresverlauf 2020 wird sich der Konjunkturabschwung in den USA in der österreichischen Wirtschaftsdynamik mit hoher Wahrscheinlichkeit dämpfend niederschlagen, glaubt Bruckbauer. Anhaltende Handelshemmnisse, eine rückläufige Unternehmensrentabilität und auslaufende fiskalische Impulse könnten so zu einer "milden Rezession" in der US-Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte führen. Die neuerlichen internationalen Belastungen würden das Wirtschaftswachstum in Österreich beeinträchtigen.

Nach der Verringerung des BIP-Wachstum im laufenden Jahr könnte es im Jahr 2021 wieder aufwärts gehen. Mit etwas mehr internationaler Unterstützung könnte von einer moderaten Erholung der österreichischen Wirtschaft ausgegangen werden, die sich in einem leichten Anstieg des Wirtschaftswachstums auf 1,3 Prozent niederschlagen sollte, meint UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

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