Bank Austria: Der Höllenhund ist auf der Lauer

Bank Austria: Der Höllenhund ist auf der Lauer

In der Bank Austria wächst der Unmut wegen des Pensionskonflikts. Die "Unkündbaren" formieren sich. Drohende Konsequenz: Der Plan zum Verkauf an die Bawag wird wieder hervorgeholt.

Abgerechnet wird zum Schluss. In der Bank Austria müssen schon bald mehrere heikle Forderungen beglichen werden. Von den rund 9.000 BA-Mitarbeitern zittern 3.300 "Unkündbare" um ihre Pensionsund Krankenversicherungsprivilegien. Und beim Rest geht's sogar um den Job. Der Betriebsrat stimmte im Dezember tiefen Einschnitten zu, um das Schlimmste zu verhindern: Den Verkauf des Privatkundengeschäfts an die Bawag.

Bis 15. Februar wird nun allen "Unkündbaren" der sogenannte "Ausgleichsbetrag" mitgeteilt, also wie viel sie im Gegenzug für den Privilegienabbau erhalten. Die restliche Belegschaft fürchtet Angebote zur einvernehmlichen Vertragsauflösung.

Im April wird der Grad der Empörung erstmals messbar sein. Die Bank Austria wählt den neuen Betriebsrat. Die Wahl wird wohl für neue Machtverhältnisse sorgen. Denn für Betriebsratschef Adolf Lehner und seine Stellvertreterin, Michaela Vrzal, ist die Lage vertrackt.

Mit ihren weitreichenden Zugeständnissen ans Management wollten sie betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Beim Verkauf an Bawag-Eigner Cerberus wären die wohl unvermeidlich gewesen, heißt es. Doch diese Gefahr scheint nun trotzdem alles andere als gebannt zu sein.

Finaler Kampf

Tatsächlich liegt der Höllenhund nach wie vor auf der Lauer. Cerberus - der Name des amerikanischen Bawag-Eigentümers - fletscht die Zähne. Pensionskonflikt, Vorstandswechsel und Sparkurs - trotz der massiven Umwälzungen ist der finale Kampf ums BA-Retailgeschäft noch längst nicht geschlagen.

Finanzinvestor Cerberus wird zuschnappen, so die Rahmenbedingungen stimmen. Und die haben sich - paradoxerweise - seit Herbst 2015 aus Käufersicht verbessert. Entschieden wird das alles noch 2016, jedenfalls dann, wenn mehr Klarheit über die seit Kurzem angelaufenen Umstrukturierungen herrscht.

Die Amerikaner beobachten die Entwicklungen sehr genau. "Eine Fusion von BA-Retailgeschäft und Bawag hat eine industrielle Logik und ist kommerziell sinnvoll", sagt ein Bawag-Vertreter, der anonym bleiben will. Die Synergien wären gewaltig.

Am Spannendsten für die Cerberus-Leute ist der Ausgang des aktuellen Pensionskonflikts. Bei den vertraulichen Verkaufsgesprächen mit UniCredit-Finanzchefin Marina Natale im Herbst 2015 waren die Bank-Austria-Pensionen das brisante Thema.

Die Ansprüche der 3.300 definitiv gestellten - also de facto kündigungsgeschützten - BA-Mitarbeiter summieren sich auf 2,1 Milliarden Euro. In der Bank-Austria-Bilanz ist dafür vorgesorgt.

Mehr lesen Sie in trend. vom 5. Februar 2016 - Nr. 5/2016

Geld

4 Gründe, warum es an den Börsen wieder gut läuft

Wirtschaft

Vatikan: Chaos bei den Finanzen

Wirtschaft

Google kündigte Investitionen in erneuerbare Energien an

Wirtschaft

OECD - Energieträger zu gering mit CO2-Steuer belastet