Bank Austria: Gewinn schrumpft um 43,2 Prozent

Bank Austria: Gewinn schrumpft um 43,2 Prozent

Der Ukraine-Konflikt hat die Bank Austria schwer getroffen. Der Gewinn schrumpfte um 43,2 Prozent auf 198 Millionen Euro. Der Mutterkonzern UniCredit und ihre deutsche Tochter Hypovereinsbank müssen ebenfalls Gewinneinbrüche einstecken.

"Obwohl wir uns im ersten Quartal den Auswirkungen des Konfliktes in der Ukraine und der internationalen Sanktionen gegen Russland nicht gänzlich entziehen konnten, haben alle unsere Tochterbanken - die ukrainische Einheit ausgenommen - positive Ergebnisse erzielt", sagte UniCredit-Osteuropachef Carlo Vivaldi. Die italienische Großbank UniCredit leitet ihr Osteuropageschäft über die österreichische Tochter. Das Institut
hat große Ableger in der krisengeschüttelten Ukraine und in Russland.

Der Nettogewinn im ersten Quartal fiel um 43,2 Prozent oder 150 Millionen Euro geringer aus als im vorigen Jahr. Gründe: Der wichtigste Ertragsbestandteil, das Zinsergebnis, blieb um 6,2 Prozent zurück. 60 Millionen Euro Verlust fielen aus zum Verkauf gestellten Bankteilen an - im wesentlichen von der Ukraine-Bank. Die Krise dort lastet weiter auf der Bilanz. Außerdem hatten 2014 Immo-Verkaufserlöse von 72 Mio. Euro das damalige Quartalsergebnis gepusht. Anfang 2014 hatte die Bank ihre Wiener Bankzentrale verkauft.

Das Betriebsergebnis ging um 1,3 Prozent auf 632 Millionen Euro zurück. Die harte Kernkapitalquote nach Basel III lag zum ersten Quartal bei 10,2 Prozent. "Das wirtschaftliche Umfeld ist und bleibt herausfordernd", sagte Bank-Austria-Chef Willibald Cernko. Eine konkrete Prognose für 2015 wagte das Institut nicht. Mitte Februar hatte das Geldhaus angekündigt, den Gewinn trotz möglicher Einbußen durch die Konjunkturflaute im wichtigen
russischen Markt konstant zu halten.

Ins Gewicht fiel zudem, dass Bankenabgaben und "Systemsicherungsbeiträge" heuer im Erstquartal mit 103 Mio. Euro um mehr als ein Drittel höher ausfielen als letztes Jahr um die Zeit. Das ärgert den Vorstand der Bank ganz besonders.

"Belastungsmix" aus Konjunkturschwäche und niedrigen Zinsen

In Österreich betrug die Bankenabgabe für die Bank Austria im Berichtszeitraum 31,2 Millionen Euro, in Zentral/Osteuropa (CEE) waren es 30,3 Mio. Euro. So genannte "Systemsicherungsbeiträge" summierten sich für die Gruppe auf 41,5 Mio. Euro. Davon waren 18,1 Millionen die Einzahlung des ersten Jahresbeitrags in den neuen österreichischen Bankenabwicklungsfonds (Resolution Fund). Zudem wurden lokale Bankenabwicklungsfonds in Ungarn und Rumänien mit 3 Millionen sowie die Einlagensicherungsfonds in CEE mit 20,4 Mio. Euro anteilig für das erste Quartal dotiert, teilte die Bank Austria am Mittwoch mit. Sie ist im UniCredit-Konzern Subholding für das Osteuropageschäft.

Bankchef Willibald Cernko sprach abermals von einem soliden Ergebnis im operativen Geschäft. Dies trotz des "Belastungsmix" aus anhaltender Konjunkturschwäche und niedrigen Zinsen. Die Bank sieht das Wirtschaftsumfeld bis auf weiteres als "herausfordernd". Beim Kreditvolumen meldete die Bank im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 3,5 Prozent. Mit 210 (Vorjahr: 208) Mio. Euro musste in Summe im Vergleich zu den Jahren davor relativ wenig für faule Kredite zurückgelegt werden. Im Osten war es aber mehr als im Vorjahresquartal, in Österreich deutlich weniger. Kostensparmaßnahmen haben die Betriebsaufwendungen nach unten gedrückt.

Als Kernkapitalquote (Common Equity Tier 1) meldete die Bank zum Stichtag Ende März 10,2 Prozent, nach 10,3 Prozent zum Jahresende.

Die Bank betont, sich unverändert als langfristiger strategischer Investor im Osten zu sehen. Zum Verkauf steht die Ukraine-Bank. Als Konzern kam sie per Ende März auf eine Bilanzsumme von 195 Mrd. Euro, das war 5,9 Milliarden mehr als zum Ultimo 2014.

Gewinneinbruch auch bei UniCredit und Hypovereinsbank

Der deutschen Tochter geht es nicht viel besser. Bei der Hypovereinsbank brach der Gewinn vor Steuern um fast ein Drittel auf 197 Millionen Euro ein. Die EU-Bankenabgabe verhagelte das Ergebnis. Auch der Aufschwung an den Finanzmärkten ging an der HVB weitgehend vorbei. Das Handelsergebnis ging um 32 Prozent zurück, weil die Bank sich aus Teilen des Kapitalmarktgeschäfts wie dem Eigenhandel zurückgezogen hat. Das ließ sich auch durch höhere Provisionen für Wertpapiere und Hypothekenkredite nicht wettmachen.

Der italienische Mutterkonzern UniCredit erlitt im ersten Quartal ebenfalls einen Gewinneinbruch: Der Überschuss fiel binnen Jahresfrist um 28 Prozent auf 512 Millionen Euro. Neben höheren Kosten verdiente das Mailänder Geldhaus im Kreditgeschäft weniger. Die Abschreibungen auf Problem-Darlehen erhöhten sich deutlich. Zudem musste die Gruppe 91 Millionen Euro in den neuen Abwicklungsfonds stecken, der helfen soll, Banken aus der Euro-Zone bei künftigen Krisen ohne Steuergelder aufzufangen.

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