Bank of America: Zweitgrößte US-Bank in Turbulenzen.

Bank of America: Zweitgrößte US-Bank in Turbulenzen.

Brian Moynihan, Chef der US-Großbank Bank of America kämpft gegen Windmühlen.

Die Bank of America hat die Ausgaben massiv gekürzt . Doch nun verkündete das Unternehmen trotzdem einen Gewinnrückgang um fast ein Fünftel. Was dahinter steckt.

Die Bank of America muss wieder mehr Geld für faule Kredite zur Seite legen. Eine höhere Risikovorsorge bremste das Geschäft im zweiten Quartal ebenso wie die anhaltend niedrigen Zinsen. Unter dem Strich stand ein Gewinneinbruch um fast ein Fünftel auf 3,9 Mrd. Dollar (3,5 Mrd. Euro) zu Buche.

Hätte die zweitgrößte US-Bank nicht einen strengen Blick auf die Kosten gehabt, hätte sie vermutlich noch schwächer abgeschnitten. So zeigten sich Analysten aber insgesamt positiv überrascht.

Ausgaben auf Niveau von 2008 gesenkt

Vorstandschef Brian Moynihan drückte die Ausgaben im Jahresvergleich um drei Prozent - "auf ein Niveau, das es seit 2008 nicht mehr gegeben hat". Unter anderem wurden zuletzt viele Filialen geschlossen und Mitarbeiter abgebaut. Denn angesichts des mauen Marktumfelds sind die Ausgaben das Einzige, was die Geldhäuser kontrollieren können. Das hatte sich schon in den Zwischenberichten der anderen US-Großbanken in den vergangenen Tagen gezeigt. Einzig Branchenprimus JPMorgan konnte den Gewinn in den Frühjahrsmonaten relativ stabil halten.

Risikobehaftete Ölfirmen mit Krediten ausgestattet

Bei der Bank of America stand nun vor allem die Risikovorsorge im Kreditgeschäft im Fokus. Denn das Institut ist besonders stark im Energiesektor engagiert, der in den vergangenen Monaten wegen des schwächelnden Ölpreises unter Druck geraten war. Die Bank ging zwar nicht en detail auf einzelne Sparten ein. Insgesamt stiegen die Rückstellungen aber deutlich und zwar um 25 Prozent auf 976 Mio. Dollar.

Niedrigzinsen auch für US-Banken ein großes Problem

Im Kreditneugeschäft setzen dem Institut wie allen anderen die Niedrigzinsen zu. Zwar steigt in den USA die Nachfrage von Firmen und Verbrauchern langsam wieder, weil die heimische Wirtschaft anzieht. Davon profitiert insbesondere der Immobilienmarkt. Viel Geld lässt sich damit im Moment aber nicht verdienen. Und die Aussichten sind düster: Die US-Notenbank Fed hatte den Leitzins im vergangenen Dezember erstmals seit fast zehn Jahren wieder angehoben und wollte eigentlich weitere Schritte folgen lassen. Doch nach dem Anti-EU-Votum der Briten und der damit verbundenen Unsicherheit ist nun fraglich, ob die geldpolitischen Zügel so schnell weiter angezogen werden.

Einen Lichtblick gab es bei der Bank of America im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen: Hier legten die Einnahmen um 22 Prozent zu. Das sind gute Vorzeichen für die Zahlen von Goldman Sachs an diesem Dienstag und der Deutschen Bank am 27. Juli.

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