Autozulieferer Schaeffler wertet Ersatzteilgeschäft auf

Schaeffler-Eigentümerin Maria Elisabeth Schaefflerbeim Börsengang des Unternehmens im Oktober 2015.

Schaeffler-Eigentümerin Maria Elisabeth Schaefflerbeim Börsengang des Unternehmens im Oktober 2015.

Der Autozulieferer Schaeffler baut um. Das Ersatzteilgeschäft - der Unternehmensbereich Automotive Aftermarket wird aufgewertet. Der 55-jährige Michael Södig bisherige Geschäftsführer des Bereichs wird mit Jahreswechsel dritter Vorstand des Unternehmens.

Der Aufsichtsrat des Autozulieferers Schaeffler hat dem Vorschlag des Vorstands zugestimmt, den bisherigen Unternehmensbereich Automotive Aftermarket ab 2018 zu einem eigenständigen Vorstandsressort zu machen und als dritte Unternehmenssparte zu etablieren. Die Gruppe wertet damit ihr Ersatzteilgeschäft auf. Der Unternehmensbereich Automotive Aftermarket wird künftig den Sparten Automotive OEM und Industrie gleichgestellt sein.

Der 55-jährige Michael Söding, der bereits seit 2009 Vorsitzender der Geschäftsleitung des Unternehmensbereichs Automotive Aftermarket ist, wird die Sparte auch als Vorstandschef leiten. Der studierte Wirtschaftsingenieur hatte vor seiner Zeit bei Schaeffler bereits leitende Funktionen bei Pirelli Deutschland und Exide Automotive inne.

Die drei Sparten werden zukünftig aus den Standorten Bühl (Baden), Langen (Hessen) und Schweinfurt (Bayern) gesteuert. Dabei wird Bühl künftig der Hauptsitz der Sparte Automotive OEM sein. Die neue Sparte Automotive Aftermarket wird aus Langen geführt. Die Sparte Industrie behält ihren Hauptsitz in Schweinfurt. Die Konzernzentrale der Schaeffler Gruppe bleibt in Herzogenaurach (Franken).

Unterschätzter Player

Der Autozuliefer- und Industriekonzern Schaeffler, der am 9. Oktober 2015 sein Börsendebut feierte, gilt für das das Bankhauses Metzler als ein von vielen Investoren unterschätzter, geheimer Börsestar. Analyst Jürgen Pieper hält die Schaeffler-Aktien (ISIN DE000SHA0159) für unterbewertet, zumal sie schon eine Weile der Entwicklung der Autobranche hinterherhinken. Der Konzern könnte außerdem vor einer Trendwende bei der Gewinndynamik stehen. Nach einer Gewinnwarnung im Juni, die die Kurs von 15 auf 11,28 Euro gedrückt hat, legte die Aktie des Unternehmens im letzten Monat auch wieder kräftig zu (+12 %) und notiert aktuell bei 13,47 Euro.

Schaeffler (ISIN DE000SHA0159), 1-Jahres-Entwicklung; Stand vom 6. Oktober 2017: 13,47 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Schaeffler (ISIN DE000SHA0159), 1-Jahres-Entwicklung; Stand vom 6. Oktober 2017: 13,47 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Der Wandel der Autoindustrie bringe für einen Spezialisten für Motoren- und Antriebsteile wie Schaeffler viele Herausforderungen mit sich, doch der Konzern habe verstanden, worauf es ankomme. Der Umbau hin zu einem High-Tech-Anbieter mit einem stärkeren Fokus auf neue Technologien laufe, was unter anderem durch die große Anzahl von Patentanmeldungen deutlich werde. Auch im Bereich der Elektromobilität bewege sich der Konzern in die richtige Richtung.

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