FMA stellt Autobank-Vorstand unter Kuratel

Die Finanzmarktaufsicht FMA greift bei der Autobank ein und stellt den Vorstand der börsenotierten Bank unter Aufsicht einer Wirtschaftsprüferin.

FMA-Vorstand Helmut Ettl (li.) stellt den Autobank-Vorständen Markus Beuchert und Gerhard Dangel eine Aufpasserin zur Seite.

FMA-Vorstand Helmut Ettl (li.) stellt den Autobank-Vorständen Markus Beuchert und Gerhard Dangel eine Aufpasserin zur Seite.

Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) greift bei der börsennotierten Autobank AG (ISIN AT0000A0K1J1) weiter ein.

Wie der trend bereits am 14. August in der Ausgabe 33-34/2020 exklusiv berichtete hat die FMA zuvor schon einen Vorstand der Bank abberufen und gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Edurad Unzeitig und seinen Stellvertreter ein Abberufungsverfahren eingeleitet.

Anlass dafür waren offenbar Auffälligkeiten, die Interessenskonflikte der handelnden Personen nahelegen. So hätten die Autobank-Manager auch Funktionen in Gesellschaften inne, die Kreditnehmer der Bank seien. Die Konditionen der nun notleidenden Kredite seien nicht marktüblich.

Die Autobank, die kürzlich noch rund 33.000 Kunden zählte, hatte zudem Mitte Juli angekündigt, dass der Jahresabschluss 2019 wegen hoher Wertberichtigungen ein deutlich negatives Ergebnis aufweisen wird. Das Institut beziffert den Verlust mit rund 9,7 Millionen Euro.

Vorstand unter Kuratel

Nun hat die FMA den Vorstand der Bank per Bescheid und mit sofortiger Wirkung unter Kuratel gestellt. Die Bankenaufseher haben dem Kreditinstitut die Wirtschaftsprüferin Dorotea-E. Rebmann als vorläufige Verwalterin gemäß § 46 des Bundesgesetzes über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG) zur Seite gestellt.

Bei der Bestellung einer vorläufigen Verwalterin handelt es sich um eine sogenannte Frühinterventionsmaßnahme. Sie ermöglicht es der FMA, tatsächlichen oder drohenden Verstößen gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen möglichst früh entgegenzuwirken. Aufgabe der vorläufigen Verwalterin ist, alle ihr übertragenen Befugnisse auszuüben, um Lösungen zur sicheren Einhaltung des Aufsichtsrechts voranzubringen.

Die Geschäftsleiter der Bank müssen zu diesem Zweck laut Bescheid mit der vorläufigen Verwalterin zusammenzuarbeiten und diese ab sofort in sämtliche Agenden und Kompetenzen entsprechend der Geschäftsordnung der Autobank AG operativ einbinden. Zusätzlich muss der Vorstand bei wesentlichen Geschäftsfällen vor der Entscheidung die Einwilligung der vorläufigen Verwalterin einzuholen.

Die Verwalterin ist vorerst bis zur Behebung des Frühinterventionsbedarfs und längstens für die Dauer von zwölf Monaten bestellt. Sie hat zusätzlich die Aufgabe, Stellungnahmen und Mitteilungen der Bank an die Aufsicht auf Schlüssigkeit zu prüfen und die Finanzlage der Bank laufend einzuschätzen.

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