Austro-Wärmepumpe: So soll die Industrie fossile Energie sparen

Austro-Wärmepumpe: So soll die Industrie fossile Energie sparen

Wärmepumpenentwickler Bernhard Adler will mit seinem Start up Ecop der Industrie beim Energiesparen helfen.

Das österreichische Unternehmen ecop hat eine neuartige Wärmepumpe für die Industrie entwickelt. Durch einen neuen physikalischen Prozess wird Abwärme aus der Produktion rückgewonnen. Anleger können sich via Crowdinvesting an der Weiterentwicklung beteiligen. Rendite: Sechs Prozent pro Jahr.

Die Industrie erzeugt bei der Produktion nach wie vor hohe Mengen an Energie. Im Gegensatz zu Eigenheimen setzt die Industrie nach wie vor mehrheitlich auf fossile Energieträger. "Das hat uns den Anstoß gegeben, eine neuartige und nachhaltige Technologie zu entwickeln, um den Energieverbrauch der Industrie zu drosseln“, erläutert Bernhard Adler, Gründer und Geschäftsführer des Austro-Technologie Ecop.

Forschung an thermischen Prozessen
Der gebürtige Niederösterreicher beschäftigte sich schon in seiner Jugend mit der Erforschung von thermodynamischen Prozesse. Heute unterstützt das von ihm gegründete Unternehmen ecop Betriebe mit einer selbst entwickelten Wärmepumpe dabei, Energie aus Industrieabwärme rückzugewinnen und dabei die Umwelt zu schützen. Laut Hersteller wird so eine Effizienzsteigerung von bis zu 100 Prozent erreicht. Zudem sei diese umweltfreundlich, erreicht eine Temperatur von bis zu 150°C und verzichtet auf giftige Kältemittel.

Investition amortisiert sich rasch
Die Wärmepumpe soll nicht nur den Energiebedarf der Betriebe deutlich senken, sondern auch die Kosten dafür verringern. „Aufgrund von geringeren Betriebs- und Wartungskosten und der höheren Effizienz beträgt die Amortisationsdauer je nach Anwendung nur 2,5 bis 3,5 statt branchenüblichen fünf bis sieben Jahren“, erläutert Adler.

Pumpen: Vielfältig einsetzbar
Die Wärmepumpen werden in den verschiedensten Industriezweigen eingesetzt, beispielsweise bei der Trocknung von Holz, Ziegeln oder Lebensmitteln, Pasteurisierung von Fruchtsäften, Destillation und Fernwärmeanwendungen. Die Technologie kann durch kleine Adaptierungen auf viele Bereiche umgemünzt werden, wie beispielsweise Kühlung“, so Adler.


Noch ist das Unternehmen erst in seinen Anfängen. Bisher wurde eine Anlage verkauft. Diese wurde an Bioenergie Bucklige Welt geliefert. Eine zweite Anlage ist in Produktion. „20 Projekte sind derzeit im Laufen“, erzählt ecop-Chef Adler.

Ex-Siemens Aufsichtsrat und Ex-Andritz-Vorstand als Berater
Obwohl das Unternehmen mit derzeit knapp 20 Mitarbeitern noch in einer Frühphase steht, sind bereits mehrere bekannte Namen aus der Industrie daran beteiligt oder im Advisory Board. Darunter Friedrich Papst, bis 2015 Vorstandsmitglied des steirischen Anlagenbauers Andritz. Er ist unter anderem am Unternehmen beteiligt. Zu den Beratern von Ecop zählt neben Papst auch Michael Mirow, bis 2008 Aufsichtsrat bei Siemens und seit 2000 Berater und Coach junger Techunternehmen. Ebenfalls mit an Bord ist Ernst Ungersbäck, Venture-Capital-Spezialist.

Umweltpreis der EU und Staatspreis erhalten
Ecop hat für seine Innovation bereits Auszeichnungen und Förderungen erhalten. So wurde die Technologie unter anderem mit dem Europäischen Umweltpreis der Europäischen Kommission (2018) und dem Staatspreis Umwelttechnologie (2018/2019) ausgezeichnet. Adler: „Wir sind eines der wenigen Unternehmen, die eine Horizon 2020-Förderung der EU-Kommission bekommen haben.“

Hohe Förderungen, stark steigende Umsatz prognostiziert
2019 erhält das Unternehmen Förderungen in Höhe von insgesamt 890.000 Euro, im nächsten Jahr sind es 175.000 Euro. Prognostizierten Umsatzerlöse, also das Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung, für dieses Jahr betragen voraussichtlich 276.700 Euro. Im kommenden Jahr sollen es bereits 1,4 Millionen Euro sein. Für 2012 sollen der Umsatz gar, wenn alles nach Plan läuft, auf 4,7 Millionen Euro klettern. 2024 sind Erlöse in Höhe von 16,5 Millionen Euro angepeilt. Der Rohertrag soll ab 2021 auf 1,8 Millionen Euro steigen und 2024 rund 8,5 Millionen Euro erreichen. Das Ebitda soll dann bei 3,2 Millionen Euro liegen.

Crowdinvesting: Sechs Prozent Zinsen pro Jahr in Aussicht gestellt
Ecop hat für die Entwicklung und die Produktion neben Investoren auch Geld von Kleinanlegern lukriert. Insgesamt bereits mehr als eine halbe Million Euro. „Da die Nachfrage weiterhin hoch ist, haben wir uns entschlossen das Investitionslimit zu erhöhen“, sagt Adler. Die Kampagne läuft bis 15. August. Das Funding-Ziel beträgt nun 750.000 Euro. Investiert soll das Geld in den Ausbau der Vertriebs- und Marketingaktivitäten und in die Entwicklung einer höheren Leistungsklasse der Wärmepumpe werden. Interessenten können dieses Investment auf der Crowdinvesting-Plattform Green Rockettätigen. Für das dennoch hohe Risiko das Investoren bei diesem Investment eingehen, erhalten Anleger, eine Zitterprämie von sechs Prozent Zinsen pro Jahr. Scheitert das Unternehmen während der Laufzeit ist im Extremfall auch das investierte Geld verloren.

Ecop-Crowdinvesting auf Green Rocket
5 Jahre, 3 Monate Laufzeit
6 Prozent Fixzinsen
Stand: 681.150 Euro
Fundinglimit: 750.00 Euro

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