Austro-Banken: Höchsten Gewinne seit der Krise - Probleme bleiben

Die heimischen Banken haben sich nach der Krise berappelt. Doch der Grund sind nicht besonders hohe Sparmaßnahmen. Woran die Banken nach wie vor kranken und welche Hausaufgaben die Nationalbank den heimischen Banken gibt.

Austro-Banken: Höchsten Gewinne seit der Krise - Probleme bleiben

Die wirtschaftliche Lage der Banken hat sich stabilisiert, doch im europäischen Vergleich gibt es viele die effizienter arbeiten.

Zehn Jahre nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 hat sich die Lage der österreichischen Banken normalisiert, berichtet die Österreichische Nationalbank (OeNB) in ihrem aktuellen Stabilitätsreport. „Im Jahr 2017 verzeichneten die österreichischen Banken die höchste Profitabilität seit Ausbruch der Krise. Damit kehrt er wieder zur Normalität zurück, wenn auch um eine neue Form der Normalität“, so OeNB-Vize-Gouverneur Andreas Ittner.

Mehr Cash auf der hohen Kante und faule Kredite abgebaut


Die Branche hat seit dem Ausbruch der Krise einige Veränderungen hinter sich gebracht, wenn auch deutlich langsamer als etwa US-Banken. In die Pleite geschickt wurden zwar keine Institute, aber Massenentlassungen und andere Umstrukturierungen sowie Konsolidierungen haben die Struktur des österreichischen Bankensystems verändert. "Zusätzliches Kernkapital wurde aufgebaut und Kreditrisiken reduziert, was zu einer Verbesserung der Finanzmarktstabilität beigetragen hat", diagnostiziert die OeNB in ihrem Report.

Gewinne nicht nachhaltig


2017 haben die Banken ihre Gewinne erneut gesteigert, sowohl im Inland als auch im Ausland erneut steigern. Dass die Geldhäuser so profitabel sind, beruht jedoch stark aufgrund historisch niedriger Kosten für Risiken. Gewinnsteigerungen sind damit jedoch nicht nachhaltig. "Aus diesem Grund ist es wichtig die Kosten weiter zu optimieren", so die Forderung Ittners.

Mindestanforderungen für Kredite sollen hoch bleiben

Die systemischen Risiken durch die Finanzierung von Immobilien erachtet die Nationalbank derzeit als begrenzt. Ittner pocht jedoch darauf, dass die Standards und damit die Anforderungen für die Kreditvergabe weiterhin hoch bleiben. Als nachhaltig erachtet die OeNB dabei ein angemessenes Mindestmaß an Eigenmittel der Kreditnehmer, eine sinnvolle Begrenzung der Schulden im Verhältnis zum Nettoeinkommen sowie Laufzeiten, die nicht unverhältnismäßig lang ausfallen und die Einkommensentwicklung über den Lebenszyklus berücksichtigen.

Kosten nach wie vor zu hoch

Dass bei österreichische Banken noch Sanierungsbedarf besteht, hat auch eine Studie der Unternehmensberater von A.A. Kearney festgestellt.
Demnach schneiden die Institute bei der Profitabilität zwar im EU-Vergleich zwar gut ab, „aber die Institute haben die Chancen zu strukturellen Bereinigungen noch nicht ausreichend genutzt“, stellen die Experten in der Studie fest. Die Achillesferse sind nach wie vor die zu hohen Kosten.

Kosten fressen zu hohen Anteil am Ertrag – andere Länder bei Filialabbau rigoroser

Die Kosten sind nicht ohne. So zählen heimische Banken laut der Studie, mit 70 Prozent Kosten im Verhältnis zu den erwirtschafteten Erträge, zu den Schlusslichtern im europäischen Vergleich. Zwar sind in den vergangenen fünf Jahren Fortschritte beim Filialabbau (12 Prozent) erzielt worden, diese liegen jedoch deutlich unter den 30 Prozent anderer Länder wie Großbritanniens oder der Niederlande.

Die OeNB empfiehlt den Banken ,
• noch effizienter zu werden. Ziel sei eine weitere Erhöhung der Kapitalisierung und so auch Investitionen in Informationstechnologie zu ermöglichen,
• auf eine nachhaltige Kreditvergabe zu achten, insbesondere bei der Immobilienfinanzierung,
• eine weitere Reduktion der notleidenden Kredite und
• weitere Einhaltung der Mindeststandards zu Fremdwährungs- und Tilgungsträgerkrediten.

Michael Ludwig

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