Austrian Airlines: Die Zukunft hängt an der Regierung

Die Austrian Airlines verlängern ihre Flugpause um weitere zwei Wochen bis Ende Mai. Ob die Flieger dann abheben können ist noch nicht absehbar. Die Fluglinie hat Staatshilfe beantragt und verhandelt darüber mit der Regierung.

Austrian Airlines: Die Zukunft hängt an der Regierung

Die in der Corona-Krise schwer in Mitleidenschaft gezogene Austrian Airlines (AUA) verschiebt die Wiederaufnahme des Flugbetriebs weiter nach hinten. Linienflüge bleiben aufgrund der Coronakrise noch mindestens den ganzen Mai ausgesetzt. "Anders als so mancher Mitbewerber wollen wir Leerflüge auf jeden Fall vermeiden. Wir werden erst dann abheben, wenn ein Neustart für Austrian Airlines auch Sinn macht und die Lockerung der Reiserestriktionen diesen auch ermöglicht", begründet AUA-Vorstand Andreas Otto die Enscheidung.

Aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen sei weiterhin keine Nachfrage nach Flugreisen in Sicht. Die Fluglinie verwies darauf, dass das österreichische Gesundheitsministerium angekündigt habe, dass die aktuellen Landeverbote ebenfalls noch länger aufrecht bleiben sollen.

Staatshilfe angefordert

Aber auch nach der Flugerlaubnis ist nicht mit einer schnellen Rückkehr zur Normalität zu rechnen. Die Airline geht daher von einem schleppenden Neustart aus und rechnet damit, dass sich das Geschäft frühestens 2023 normalisiert.

Die Fluglinie hat deshalb auch um Staatshilfe aus dem Corona-Hilfsfonds angesucht. 767 Millionen Euro wurden beantzragt. Ein großer Teil der Summe bestehe aus rückzahlbaren Krediten, der andere Teil seien Zuschüsse, die noch zu verhandeln sind, sagte AUA-Sprecher Peter Thier. Im Raum steht dabei nun auch eine Beteiligung der Republik Österreich an dem Lufthansa-Konzern.

Von der COFAG, der COVID-19 Finanzierungsagentur des Bundes, hieß es dazu, dass der Antrag noch nicht genehmigungsfähig sei. Man brauche dafür einen fertigen Kreditvertrag, derzeit liege nur ein sogenanntes "Term Sheet" vor. Außerdem würden die Bedingungen nicht den Richtlinien der Corona-Finanzierungsagentur entsprechen.

Die Schweiz hat indessen bereits der ebenfalls zur Lufthansa gehörenden Swiss und der Fluggesellschaft Edelweiss bereits Staatsgarantien zugesagt. Auch flugnahe Betriebe auf den Flughäfen sollen Hilfe erhalten. Insgesamt will der Staat dafür knapp 1,9 Milliarden Franken in die Hand nehmen.

Regierungsspitze trifft Lufthansa-Vorstand

Ob und unter welchen Bedingungen Österreich der AUA Hilfe gewährt wird ist noch Verhandlungssache. Die Spitze der österreichischen Bundesregierung, Kanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler, Finanzminister Gernot Blümel sowie Verkehrs- und Klimaministerin Leonore Gewessler und Staatssekretär Magnus Brunner trifft dazu mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr und AUA-Chef Alexis von Hoensbroech zusammen.

Eine Entscheidung ist noch nicht zu erwarten, denn auch der Lufthansa-Konzern braucht Geld, kolportiert werden rund zehn Milliarden Euro. Eine Entscheidung über eine deutsche Staatshilfe für die Lufthansa soll in den nächsten zwei Wochen fallen

Die Wirtschaftsforscher Christoph Badelt (WIFO) und Marin Kocher (IWF) sehen indessen ein Fragezeichen hinter der weiteren Zukunft der Austrian Airlines. Ob sie die Krise überleben werde, sei laut Badelt eine "politische Entscheidung". Es werde für die Lufthansa-Tochter aber schwer werden, wieder auf einen Zustand von vor der Krise zu kommen, ohne dass der Staat eingreift. Eine Staatsbeteiligung sei eine Option, die man nicht ausschließen sollte, so Kocher.

Andreas Lampl, Chefredakteur trend

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