Austria's Best Managed Companies: Die Qualität der Führung

Deloitte setzt als Sparringpartner für Österreichs Mittelstand ein Signal und launcht "Best Managed Companies" trotz Pandemie und Wirtschaftskrise. Friedrich Wiesmüllner und Albrecht Rauchensteiner erklären, was das Programm auszeichnet.

Albrecht Rauchensteiner (li) und Friedrich Wiesmüllner, Deloitte Österreich

Albrecht Rauchensteiner (li) und Friedrich Wiesmüllner, Deloitte Österreich

trend: "Best Managed Companies" ist seit vielen Jahren international etabliert. Warum startet Deloitte mit dem Programm in Österreich genau jetzt, inmitten der durch die Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise?
Friedrich Wiesmüllner: Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um ein positives Zeichen zu setzen, den Blick nach vorne zu richten und die Unternehmen auszuzeichnen, die seit Jahren strategisch so ausgerichtet sind, um auch Zeiten mit unvorhersehbaren wirtschaftlichen Turbulenzen gut bewältigen zu können. Bei "Best Managed Companies" werden Unternehmen mit einem international bewährten Bewertungsmodell in vier Schwerpunktkategorien evaluiert. Wir wollen uns hier ganz bewusst dem österreichischen Mittelstand widmen, der einen wesentlichen Beitrag zum volkswirtschaftlichen Aufschwung nach diesem Krisenjahr leisten wird.

In Österreich gibt es schon viele Unternehmensawards - was ist der Unterschied? Ist "Best Managed Companies" auch ein Wettbewerb?
Albrecht Rauchensteiner: "Best Managed Companies" ist kein Wettbewerb im bekannten Sinne. Denn: Entweder man ist "best managed" oder eben nicht - es erfolgt kein Ranking, und es wird auch kein Branchenprimus ermittelt. Vielmehr geht es um eine gesamthafte, branchenunabhängige Betrachtung der Unternehmen in den vier Schwerpunktkategorien Strategie, Produktivität & Innovation, Kultur & Committment sowie Governance & Finanzen. Wer als "Best Managed Company" ausgezeichnet wird, hat in diesen Bereichen ein sehr hohes Niveau im Vergleich zu anderen Unternehmen und verdient dies wirklich. Die Qualität des Programms und der Bewertung wird zudem durch eine unabhängige Expertenjury sichergestellt. Das Bewertungsmodell basiert auf internationalen Benchmarks und erlaubt eine sehr valide Beurteilung der teilnehmenden Unternehmen.


Tagesgeschäft einmal ausblenden.

Wie entscheidend sind Kennzahlen wie Umsatz und Gewinn, aber auch die Anzahl der Mitarbeiter oder der Niederlassungen für eine Teilnahme bei "Best Managed Companies"?
Rauchensteiner: Natürlich kommt jede Beurteilung von Unternehmen nicht ganz ohne Kennzahlen aus. Gute Kennzahlen gehen mit einer guten Unternehmensführung Hand in Hand. Nur mit hervorragenden Finanzkennzahlen alleine wird man die Auszeichnung "Best Managed Company" jedoch nicht bekommen. Vielmehr steht die Qualität der Führung im Vordergrund. Ob Unternehmen in den letzten Monaten durch Zufälligkeiten eine besonders positive oder negative Entwicklung hatten, spielt bei "Best Managed Companies" keine Rolle.

Das Programm gibt es schon seit vielen Jahren in anderen Ländern. Wie ist die Erfahrung, wie ist das Feedback von Unternehmen zu "Best Managed Companies"?
Wiesmüllner: Wir bekommen laufend sehr gutes Feedback von allen Seiten. Speziell der Kernbereich des Programms - die Coaching-Sessions gemeinsam mit dem Management - löst viel positive Resonanz aus. Einen halben Tag das Tagesgeschäft einmal auszublenden und sich strukturiert und gesamthaft dem eigenen Unternehmen zu widmen - das sehen viele als große Bereicherung. Zudem wird das eigene Unternehmen in Bezug zu international etablierten "Leading Practices" gebenchmarkt. Aus dieser Außenreflexion kann jeder Teilnehmer sinnvolle Aktivitäten ableiten, was in Summe die Stellung des Unternehmens weiter stärkt.


Das vergangene Jahr war ein harter Test.

Was zeichnet "Best Managed Companies" aus? Gibt es typische Erfolgsfaktoren, die immer wieder auftauchen?
Rauchensteiner: Es gibt klare Erfolgsfaktoren, und diese bilden die Grundlage des Bewertungsmodells. In jeder der Schwerpunktkategorien sind vier Fokusbereiche definiert, in denen wir "Leading Practices" von über 1.000 ausgezeichneten Unternehmen zusammengefasst haben. Dieses Modell wird laufend adaptiert und berücksichtigt somit bereits zentrale Aspekte aus dem Krisenjahr 2020. Das vergangene Jahr war ein harter Test für die Validität unserer Benchmarks.

International gibt es bei "Best Managed Companies" Kooperationspartner - wird das in Österreich auch der Fall sein?
Wiesmüllner: Ja. Wir haben mit der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien einen wirklich anerkannten und im Mittelstand stark engagierten Partner gewinnen können. Zudem findet im Beurteilungsprozess eine Kooperation mit einer österreichischen Hochschule statt, die den wertfreien und fundierten Blick auf die teilnehmenden Unternehmen sicherstellt. Mit unseren Kooperationspartnern eint uns, dass wir ganz bewusst den österreichischen Mittelstand weiter unterstützen wollen, um einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung nach der Krise zu ermöglichen. Der Mittelstand ist nicht nur das Rückgrat unserer Wirtschaft, sondern auch Herz und Lunge.

Austria's Best Managed Companies

  • Wer kann sich bewerben? Jedes Unternehmen in überwiegendem Privatbesitz ab einem jährlichen Mindestumsatz von 100 Millionen Euro mit Hauptsitz in Österreich kann teilnehmen.
  • Wo kann man sich bewerben? Der Teilnahmeantrag kann auf der Webseite von Deloitte Österreich heruntergeladen und auch online eingereicht werden.
  • Wie lange läuft die Bewerbungsfrist? Eine Bewerbung ist bis Ende Februar 2021 möglich.
  • Wann finden die Coachings statt? Aus heutiger Sicht werden die Coachings im März und April stattfinden. Deloitte sieht vor, trotz der Pandemie sichere, aber persönliche Coaching-Sessions zu garantieren, daher kann es hier gegebenenfalls zu einer Verschiebung kommen.
  • Vertraulichkeit und Datenschutz. Der gesamte Prozess ist streng vertraulich. Erst nach der Entscheidung der Expertenjury werden in Abstimmung mit den Preisträgern die Namen der Unternehmen veröffentlicht.
  • Weiterre Informationen Weitere Informationen finden sich hier: www.deloitte.at/bestmanaged


Friedrich Wiesmüllner ist Partner in der Wirtschaftsprüfung bei Deloitte in Wien und leitet den Bereich Deloitte Private/Familienunternehmen in Österreich und in Zentraleuropa. Als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist er Spezialist für Jahres-und Konzernabschlussprüfungen sowie Prozess- und Umstrukturierungen. Sein Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Betreuung von Privat- und Familienunternehmen.

Albrecht Rauchensteiner ist Senior Manager bei Deloitte in Wien und verantwortlich für "Austria's Best Managed Companies". Zudem begleitet er Unternehmen verschiedenster Branchen bei der Durchführung komplexer Transformationsprozesse. Durch seine langjährige Beratungserfahrung und pragmatischen Lösungsansätze ist Rauchensteiner kompetenter Ansprechpartner für mittelständische Unternehmen.


Der Artikel ist der trend.PREMIUM Ausgabe vom 29. Jänner 2021 entnommen.

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