Ausgezockt: Concord Poker-Casinos geschlossen

Seit Jänner 2020 ist Pokern ausschließlich in Spielbanken und damit nur den Casinos Austria erlaubt, die als einzige eine gültige Lizenz dafür haben. Pokercasino-Betreiber Peter Zanoni musste daher jetzt seine zwölf Concord Card Casinos schließen.

Ausgezockt: Concord Poker-Casinos geschlossen

Die letzte Hand ist gespielt. Poker-König Peter Zanoni geht vom Tisch - vorerst zumindest. Zanonis insgesamt zwölf österreichische Concord Card Casinos wurden geschlossen.

Monatelang hatte sich Zanoni um den Weiterbetrieb bemüht, doch die Rechtslage sprach gegen ihn. Zum Jahreswechsel ist seine Lizenz für den Betrieb der Karten-Casinos ausgelaufen. Seit Jänner 2020 ist das Pokern in Österreich ausschließlich in Spielbanken erlaubt und damit den Casinos Austria vorbehalten, die als einzige eine gültige Lizenz für den Betrieb von Spielbanken haben.

Zanoni machte mit dem Verweis auf laufende Rechtsverfahren aber weiter. Es seien sämtliche Betriebsstätten "freiwillig geschlossen worden, um zu vermeiden, dass Gäste und auch Mitarbeiter dem unqualifizierten Druck der ihre Kompetenzen weit überschreitenden Finanzpolizei weiterhin ausgesetzt sind", teilte die Concord-Gruppe mit. Man versuche "einen ungestörten Betrieb in Zukunft zu ermöglichen".

Ewiger Clinch mit den Behörden

Im Jänner 2020 gab es bereits mehrere Razzien der Finanzpolizei an Concord-Standorten. Es waren bei weitem nicht die ersten Konflikte, die Zanoni auszufechten hatte. Er liegt seit Eröffnung seines ersten Pokercasinos im Jahr 1993 mit den Steuerbehörden im Clinch. Zahlreiche Verfahren am Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof folgten

Abgabenforderungen der Finanzbehörden in dreistelliger Millionenhöhe führten im Frühjahr 2019 schon zur Insolvenz von mehreren Firmen aus dem Glücksspielreich von Zanoni. Als Betreiber der Concord Card Casinos tritt derzeit die Casino Equipment Vermietungs GmbH auf. Zuletzt hat der Pokercasinobetreiber mit Tischgeld und Gastronomie nach eigenen Angaben mit 600 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro erzielt.

Zanoni hifft jetzt auf den Gesetzgeber. Poker gilt erst seit wenigen Jahren als Glücksspiel, früher war dafür bloß eine Gewerbeberechtigung nötig. Ursprünglich sollte Glücksspielgesetz eine eigene Pokerlizenz ausgeschrieben werden, die Pläne dafür wurden aber wieder fallengelassen.

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