Aufschwung der Industrie hält weiter an

Fahrzeugbau bei Magna Steyr: Die Industrieproduktion zieht österreichweit an.

Fahrzeugbau bei Magna Steyr: Die Industrieproduktion zieht österreichweit an.

Der neue EinkaufsManagerIndex der Bank Austria zeigt eine erfreuliche Aufwärtstendenz: Der zum Jahresbeginn begonnene Industrieaufschwung hält an. Der Zuwachs an Neuaufträgen und Produktion ist weiter stark, die Zahl der freien Arbeitsstellen nimmt weiter zu.

Wird 2017 das Jahr, in dem die Konjunktur nach einem kargen Jahrzehnt endlich wieder richtig anspringt? Der neue EinkaufsManagerIndex der Bank Austria für das Monat Februar nährt die Hoffnung, dass das der Fall ist. Nach dem starken Start ins Jahr 2017 hat die österreichische Industrie demnach ihren kräftigen Wachstumskurs fortgesetzt.

EinkaufsManagerIndex erreicht im Februar 57,2 Punkte, womit der Indikator fast wieder auf dem 6-Jahres-Höchstwert des Vormonats liegt. Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer: "Die Industriekonjunktur läuft ausgezeichnet, auch wenn gegenüber Jänner das Tempo des Aufschwungs etwas nachgelassen hat."

Schon seit dem Frühjahr 2015 verzeichnet die österreichische Industrie einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. Lange Zeit hatte sich der aber nur sehr moderat entwickelt. Mit Beginn dieses Winters hat das Wachstumstempo jedoch deutlich zugelegt und sich die Erholung zu einem stabilen Aufschwung gewandelt. „Zwar hat das Tempo der Produktionsausweitung durch ein nicht mehr ganz so starkes Plus im Neugeschäft geringfügig nachgelassen, doch die aktuellen Lagertrends und steigende Lieferzeiten unterstreichen die sehr gute Geschäftslage. Zudem hat sich der Jobaufbau beschleunigt“, kommentiert Bruckbauer.

Bank Austria EinkaufsManagerindex Februar 2017

Bank Austria EinkaufsManagerindex Februar 2017

Erfreulich gut entwickelt hat sich das Neugeschäft. Vor allem im Vorleistungsgüterbereich sind die Auftragsbücher gut gefüllt, aber auch im Investitions- und Konsumgüterbereich hat die Nachfrage angezogen, wobei das Plus sowohl bei der Binnennachfrage und Exportbestellungen annähernd gleich groß ist. Aufgrund der anhaltend starken Nachfrage haben die Industrieunternehmen im Februar auch ihre Produktion wieder stark ausgeweitet. Der Produktionsindex war mit 59,1 Punkten kaum niedriger als im Vormonat, in dem ein 70-Monats-Hoch erreicht worden war.

Erholung am Arbeitsmarkt

Die gute Entwicklung der Konjunktur sorgt auch für Entspannung am Arbeitsmarkt, auch wenn sich das noch nicht aus der Arbeitsmarktstatistik herauslesen lässt. So hat sich im Jahr 2016 der Beschäftigtenstand in der Sachgütererzeugung erstmals seit drei Jahren wieder erhöht. Der Anstieg war allerdings mit durchschnittlich 0,4 Prozent noch sehr moderat. „Als Folge des in den vergangenen Monaten noch stärkeren Aufschwungs hat sich der Stellenaufbau in der heimischen Industrie im Februar spürbar gegenüber dem Vormonat erhöht. Der aktuelle Beschäftigungsindex erreicht mit 55,7 Punkten den höchsten Wert seit Juni 2011“, weiß Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. .

Der Aufschwung in der heimischen Industrie schlägt sich auch stark in den Trends der Lagerhaltung nieder. Im Februar reduzierten sich angesichts der hohen Nachfrage die Bestände in den Fertigwarenlagern. In Erwartung einer Fortsetzung der guten Nachfrageentwicklung haben die Industriebetriebe die Einkaufsmenge so stark erhöht, wie zuletzt vor sechs Jahren und damit die Lager für Vormaterialien und Rohstoffe kräftig aufgefüllt.

Der starke Anstieg der Einkaufsmenge ist auch auf erwartete Preiserhöhungen zurückzuführen. Bereits in den vergangenen sechs Monaten sind die Preise für Roh- und Vormaterialien stetig nach oben geklettert. Auch im Februar blieb der Anstieg der Preise annähernd gleich hoch wie im Vormonat. Zum vierten Mal in Folge gelang es dank der starken Kundennachfrage auch eine Anhebung der Verkaufspreise durchzusetzen. „Aufgrund des starken Wettbewerbs blieb die Anhebung der Verkaufspreise im Durchschnitt aber hinter dem Preisanstieg für Vormaterialien und Rohstoffe zurück. Die Kostensituation der österreichischen Betriebe hat sich damit im Februar verschlechtert“, errechnet Pudschedl.

Gute Aussichten

„Die Aussichten für die heimische Industrie sind weiterhin sehr günstig, zumal sich das internationale Umfeld verbessert hat. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist auf aktuell 55,5 Punkte gestiegen, maßgeblich beeinflusst vom deutschen Indikator, der mittlerweile 57 Punkte erreicht. Das verspricht für die kommenden Monate unmittelbare Vorteile für die exportorientierten heimischen Industriebetriebe, die als Zulieferer sehr stark auf den deutschen Markt ausgerichtet sind.

Die gute Stimmung in den österreichischen Industriebetrieben hält zudem an. Beflügelt von den guten Konjunkturprognosen für Österreich und Deutschland blieb der Jahresausblick sehr optimistisch. Der Index für die Produktionserwartung ist mit 67,8 Punkten nahe dem Allzeithoch und nur geringfügig unter dem beinahe euphorischen Wert des Vormonats. Bruckbauer: „Aus heutiger Sicht könnte die Industrieproduktion 2017 erstmals nach 2011 wieder über drei Prozent liegen“.

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