Aufschwung: Arbeitslosigkeit fällt auf Vor-Corona-Niveau

Der Arbeitsmarkt hat die Corona-Krise überwunden. Die Arbeitslosigkeit ist auf das Niveau von 2019 zurückgegangen. Auch der Wirtschaftsindex des Wifo belegt den Aufschwung der Konjunktur.

Arbeitsminister Martin Kocher und Finanzminister Gernot Blümel

Arbeitsminister Martin Kocher und Finanzminister Gernot Blümel

Die Wirtschaft brummt, die Corona-Krise scheint auf breiter Ebene überwunden zu sein. Dem wöchentlichem Wifo-Wirtschaftsindex zufolge lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Zeitraum vom 23. August bis zum 5. September mehr als ein Prozent (1,4 % bzw. 1,1 %) über dem Vorkrisenniveau. Im Vergleich zu den selben Kalenderwochen des Jahres 2020 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,7 Prozent bzw. 3,5 Prozent höher.

"Diese Entwicklung ist positiv für den Arbeitsmarkt und die Steuereinnahmen und somit auch für das Budget", erklärte Finanzminister Gernot Blümel. Die positive wirtschaftliche Entwicklung seit Beginn des Jahres habe "sich bereits durch die Öffnungsschritte im Frühling und nun im Sommer weiter verbessert".

Normalisierung am Arbeitsmarkt

Die neuesten Arbeitslosenzahlen belegen, dass auch am Arbeitsmarkt auf breiter Ebene eine Normalisierung stattgefunden hat. Die Arbeitslosigkeit ist praktisch auf das Niveau vor der Coronakrise gesunken. Aktuell sind 272.578 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos gemeldet und 63.576 befinden sich in AMS-Schulungen, geht aus den wöchentlichen Arbeitslosenzahlen hervor. Die Zahl der Jobsuchenden sank gegenüber der Vorwoche um 5.264, die Anzahl der Schulungsteilnehmer stieg um 2.646.

Im Vergleich zu 2020 sind derzeit um 82.700 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. "Wir haben am Arbeitsmarkt mittlerweile beinahe das Vorkrisenniveau erreicht, mit nur mehr 2.500 Arbeitslosen mehr als 2019", erklärte Arbeitsminister Martin Kocher. Der Anstieg der Schulungen sei ein "typischer Effekt im September", weil wieder mehr Schulungsprogramme gestartet sind.

Weitere Corona-Maßnahmen

Für besonders betroffene Branchen und Betriebe - etwa die Luftfahrt oder die Stadthotellerie - gibt es vorerst noch bis Ende Dezember die Option zur Corona-Kurzarbeit. Für andere Unternehmen gibt es das Covid-Kurzarbeitsmodell mit reduzierter Förderhöhe bis Ende Juni 2022. Im November soll es laut Kocher wieder Gespräche zur Zukunft der Corona-Kurzarbeit geben. Derzeit warte man die weitere Entwicklung der Kurzarbeitszahlen ab. In der jüngsten Zeit sind die Anmeldungen zur Kurzarbeit wieder leicht nach oben gegangen. Derzeit sind 58.812 Personen zur Kurzarbeit angemeldet.

Angesichts der Rekordzahl an offenen Stellen verzeichnete das AMS auch eine positive Tendenz bei der Stellenbesetzung. Die Zahl der Vermittlungen ist im August auf 363.000 gestiegen (August 2019: 295.000). "Es gibt wieder eine hohe Dynamik", kommentierte Kocher die aktuelle Arbeitsmarktlage.

Corona-Wirtschaftshilfen

Die wirtschaftliche Erholung zeigt sich auch bei den sinkenden Antragstellungen für Corona-Wirtschaftshilfen und dem ausbezahlten Fördervolumen. Beim Ausfallsbonus gab es im Jänner laut Finanzministerium mehr als 110.000 Antragsteller mit einem beantragten Volumen von mehr als 615 Millionen Euro. Im Juni sank die Zahl auf 34.000 Antragsteller (128 Millionen beantragtes Volumen) und für Juli sind bis dato 5.700 Anträge mit einem Volumen von 28 Millionen eingegangen.

Beim Härtefallfonds wurden im Jänner über 110.000 Antragsteller verzeichnet - im Juni waren es weniger als 70.000. Das ausbezahlte Volumen reduzierte sich laut Ministerium um rund 40 Prozent - von über 140 Millionen Euro auf ca. 85 Millionen Euro.

Seit Anfang August können Unternehmen im Rahmen eines Amnestie-Programms zu hoch beantragte Covid-19-Förderungen bis Jahresende bei der COFAG korrigieren. Zum Stichtag 8. September sind laut Finanzministerium über 250 Korrekturmeldungen eingelangt - welche einen Betrag von über 3,5 Millionen Euro umfassen. Eine freiwillige Korrektur bewahrt Unternehmen vor einer etwaigen Anzeige, zu der die Finanzverwaltung bei Missständen verpflichtet ist. "Derzeit gehen wir davon aus, dass es nicht zu einer überdurchschnittlichen Missbrauchsrate gekommen ist", sagte der Finanzminister auf Nachfrage. Jeder Förderfall werde aber noch einmal überprüft.

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