Auf die harte Brexit-Tour folgt Bremse für Österreichs Autobranche

Nach einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte wird Österreichs Autobranche infolge des Brexit bis zu 480 Mio. Euro weniger Umsatz machen. Ein sogenannter "harter Brexit" würde den Effekt noch verstärken und sowohl der EU als auch Großbritannien schaden.

Auf die harte Brexit-Tour folgt Bremse für Österreichs Autobranche

Wien/London. "Wer bremst verliert", so könnte das Motto bei einem harten Brexit für die Autobranche lauten. Und das dürfte vor allem für die mächtige Automobilbranche zutreffen, sollten die EU als auch die Briten einen "harten Brexit" im kommenden Herbst als Verhandlungsergebnis festzurren.

Österreichs Automobilbranche muss im Falle eines harten Brexit mit bis zu 480 Mio. Euro weniger Umsatz rechnen. Bei einer Branchengröße von 43 Mrd. Euro entspreche dies einem Umsatzrückgang von knapp 1,5 Prozent, geht aus einer Analyse des Beratungsunternehmens Deloitte hervor.

"Ein harter Brexit nützt niemandem, nicht dem Vereinten Königreich und auch nicht dem Rest der EU", so Ben Trask, Partner bei Deloitte Österreich und Brexit-Experte. Nun sei die Politik gefragt, einen für beide Seiten gangbaren Weg zu finden.

In den Umsatzrückgang wurden von Deloitte sowohl die Effekte direkter Exporte in das Vereinigte Königreich als auch indirekte Effekte aufgrund von Umsatzrückgängen anderer belieferter europäischer Automobilhersteller hineingerechnet.

Von der heimischen Autoproduktion in Höhe von 3,7 Mrd. Euro gehen laut Deloitte 8 Prozent bzw. 295 Mio. Euro direkt in das Vereinte Königreich, das damit der zweitgrößte Abnehmer sei. Bei einem prognostizierten Umsatzrückgang für die EU-27 - exklusive Deutschland - von 36 Prozent entspräche dies einem Minus von 106 Mio. Euro. Für Deutschland wird ein Minus von 31 Prozent angenommen.

Dazu kämen indirekte Effekte durch die Abhängigkeit von Lieferungen an ausländische Autohersteller. Die potenziellen Umsatzeinbußen durch indirekte Umsatzeffekte deutscher sowie anderer europäische Autohersteller würden zusammen rund 375 Mio. Euro ausmachen.

Alleine auf Deutschland entfielen 210 Mio. Euro weniger Zuliefervolumen. Europas größter Automobilhersteller Deutschland müsste im Falle eines harten Brexit mit einem Umsatzrückgang von 31 Prozent bzw. 6,7 Mrd. Euro rechnen.

Für das Szenario eines harten Brexit wurden die Annahmen von WTO-Zöllen und ein 10-prozentiger Wertrückgang des britischen Pfund unterstellt.

WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz

WKO-Vizepräsidentin: "Lockdown wie versprochen beenden"

Martha Schultz, Vizepräsidentin der Bundeswirtschaftskammer, appelliert …

WKÖ-Präsident Mahrer: "Lockdown-Schließungen sind skandalös"

Wirtschaftskammer Präsident Harald Mahrer kritisiert die Schließungen in …

Die Fussl-Chefs Ernst (links) und Karl Mayr: "Eigentlich dürfte es uns so gar nicht geben."

Fussl Modestraße - das unmögliche Modehaus

Kein Webshop, keine Influencer, keine Wegwerfmode: wie FUSSL MODESTRASSE …

Corona-Härtefallfonds: Antragsfrist läuft

Ab sofort können Anträge für den neuen Corona-Härtefallfonds eingebracht …