Audi setzt bis 2025 auf SUV, "Mild-Hybrid" und Steckdose

Audi setzt bis 2025 auf SUV, "Mild-Hybrid" und Steckdose

Große Autos mit E-Motor: Audi sucht auch den Weg zur Steckdose.

Die bayrische VW-Tochter Audi, die ebenso im Dieselskandal des VW-Konzerns beteiligt war, baut an dem Auto der Zukunft. Audi will bis 2025 seinen Neufahrzeugen einen zumindest kleinen Elektromotor verpassen.

Ingolstadt. Audi will ab 2025 alle neuen Modelle in Europa nur noch mit einem zumindest kleinen zusätzlichen Elektroantrieb auf den Markt bringen. Dann werde "etwa die Hälfte unserer verkauften Fahrzeuge SUVs sein", sagte Vorstandschef Rupert Stadler der "Welt". Um den CO2-Ausstoß zu senken, setze Audi auf die Elektrifizierung des Antriebs.

Neben einem Dutzend rein elektrischen Modellen und mindestens acht Plug-in-Hybriden, die zumindest kurze Strecken elektrisch fahren können, will Audi ab 2025 fast alle neuen Modelle mit Mild-Hybriden ausrüsten.

Beim Mild-Hybrid ist der Verbrennungsmotor immer für den Antrieb zuständig. Aber die beim Bremsen frei werdende Energie wird als Strom gespeichert und beim Beschleunigen zur Unterstützung eingesetzt. Das spare Benzin oder Diesel und senke den CO-2-Ausstoß, erklärte ein Audi-Sprecher am Dienstag. Reine Verbrenner werde es von Audi 2025 noch in dem ein oder anderen Markt geben, nicht aber in Europa.

Der schwedische Autobauer Volvo hatte im Juli angekündigt, ab 2019 nur noch Autos mit Mild-Hybrid, Plug-in-Hybrid oder Elektromotor auf den Markt zu bringen. Audi hat heute rund 60 Modelle auf dem Markt. Der erste rein elektrische Audi, ein SUV, soll nächstes Jahr in Brüssel vom Band laufen, ein batteriegetriebener Grand-Turismo-Sportwagen soll 2019 folgen.

Die Ermittler im Haus

Die Durchsuchungen der EU-Kommission bei VW und Daimler wegen der Kartellvorwürfe dauern an. "Die EU-Ermittler sind nach wie vor hier", sagte ein VW-Sprecher am Dienstag in Wolfsburg.

Aus Unternehmenskreisen hieß es, es handle sich um eine Handvoll EU-Vertreter, die Unterlagen prüften. Wie lange die Untersuchungen andauerten, sei unklar. Ähnlich äußerte sich Daimler, wo die Ermittler ebenfalls seit Montag im Haus sind.

Vergangene Woche waren EU-Kartellermittler bereits bei BMW vorstellig geworden, um Informationen und Daten zu sammeln. Daimler hatte am Freitag erstmals bestätigt, dass sich der Konzern selbst bei der EU angezeigt hat, um als Kronzeuge einer möglichen Kartellstrafe zu entgehen. Volkswagen hat nach eigenen Angaben einen Antrag bei der EU-Kommission gestellt und lässt prüfen, ob bei Gesprächen mit anderen Autobauern Wettbewerbsregeln verletzt wurden.

Die Kartellvorwürfe waren im Sommer publik geworden. Damals berichtete der "Spiegel", dass sich die fünf führenden Automarken - neben Mercedes, BMW und Volkswagen - auch die VW-Töchter Audi und Porsche - seit den 90er-Jahren rechtswidrig in geheimen Arbeitskreisen unter anderem über Technik, Zulieferer und Märkte abgestimmt hätten. Absprachen über technische Standards sind in der Automobilindustrie durchaus üblich. Die Frage ist, inwieweit dabei womöglich gegen Wettbewerbsrecht verstoßen wurde.

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