Audi will bei der Digitalisierung Vollgas geben

Audi will bei der Digitalisierung Vollgas geben

Audi-CEO Stadler: "Wir sind zu langsam und zu traditionell."

Der Ingolstädter Autobauer will künftig nicht nur Autos bauen, sondern ein digitales Ökosystem dazu liefern. Der Konkurrenz von Google bis Apple will Audi-Chef Rupert Stadler das Feld nicht kampflos überlassen.

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler bläst zum Aufbruch und Umbau des Autokonzern. Angesichts des Umbruchs in der Autoindustrie rückt Audi die Vernetzung stärker in den Fokus. "Wir sind heute zu langsam, zu traditionell", sagte Vorstandschef Stadler dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Künftig müsse der Hersteller nicht mehr nur Autos bauen, sondern Mobilität vermitteln. "Unsere Aufgabe wird es sein, dass wir beide Welten beherrschen."


Wir sind zu langsam und zu traditionell

Das Unternehmen werde eines Tages wohl die Hälfte des Umsatzes in diesen neuen Feldern erwirtschaften. "Das können wir nicht den Googles, Ubers und Apples dieser Welt überlassen." Stadler nannte keinen Zeitpunkt; spekuliert wird, dass bis 2020 die Hälfte der Erlöse aus Digitalgeschäften mit IT, Software und Service stammen soll. Und der Chef der deutschen Nobelmarke sparte auch nicht mit Eigenkritik: "Wir sind zu langsam und zu traditionell."

Der Audi-Chef sagte weiter, der Vorstand werde bis Mai eine Strategie zu Digitalisierung, künftigen Antriebe und neuen Geschäftsfelder erarbeiten und Mitte des Jahres eine Managementkonferenz abhalten. Auch Dauer-Rivale BMW tüftelt an einer neuen Strategie und will seine Schlüsse für das vernetzte Fahren der Zukunft im März präsentieren. Der Audi-Chef sagte, wer die Trends Urbanisierung, Digitalisierung und Elektrifizierung verschlafe, "der wird von den Kunden aussortiert werden".

Wie es in dem Bericht weiter heißt, will Stadler künftig einen "Chief Digital Officer" direkt beim Vorstand einsetzen, der sämtliche Geschäftsprozesse auf digitale Tauglichkeit prüfen solle. Das Konzept der "schnellen Brüter" werde verstärkt: Solche kleinen, von den etablierten Abteilungen losgelöste Entwicklungsteams sollen demnach neue Prozesse und Produkte rund um das vernetzte Fahren entwickeln. Man müsse in neue Technologiefelder investieren, "die zunächst noch nicht die großen Renditebringer sind". Von der teuren Aufarbeitung der Dieselaffäre im Mutterkonzern VW will sich Stadler bei seinen Zukunftsplänen nicht bremsen lassen: "An das Produkt und die Technologie und damit an die zukünftigen Umsätze und Ergebnisse geht mir keiner ran."

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