AUA stutzt Tyrolean die Flügel: 80 Technik-Mitarbeiter gekündigt

AUA stutzt Tyrolean die Flügel: 80 Technik-Mitarbeiter gekündigt

Kein schönes Einstandsgeschenk für den frisch wiedergewählten Tiroler Landeshauptmann Günther Platter: Die AUA stutzt ihrer Tochter Tyrolean die Flügel. Die Tyrolean Technik wird in die AUA integriert, 80 der 110 Innsbrucker Technik-Mitarbeiter werden gekündigt.

Nur einen Tag nach seiner Wiederwahl als Tiroler Landeshauptmann muss Günther Platter einen Rückschlag hinnehmen: Die AUA hat beschlossen, die in Innsbruck ansässige Technik-Abteilung ihrer Tochter Tyrolean mit der eigenen zusammenzuführen. Von den 110 Mitarbeitern werden 80, die bisher für die sogenannte Schwerwartung zuständig waren, zum Halbjahr gekündigt. In Innsbruck soll nur noch die Linienwartung mit 30 Mitarbeitern erhalten bleiben, die Mitarbeiter aber von der AUA übernommen werden.

Die Existenz eines eigenständigen Unternehmens sei nicht mehr gerechtfertigt, begründete Wolfgang Henle, Co-Geschäftsführer der Tyrolean Technik die bevorstehende Integration der Sparte in die AUA. Für die Schwerwartung wird ein neuer Standort gesucht. Unter anderem sind dafür Malta und Bratislava im Gespräch.

"Aufgrund der Kostenstrukturen ist die Tyrolean Technik nicht mehr wettbewerbsfähig", sagte AUA-Chef Kay Kratky. Der Einsatz der Dash-8-Propellerflugzeuge, auf deren Wartung die Tyrolean Technik spezialisiert war, sei seit Jahren rückläufig. Dazu kommen schwindende Aufträge und Unsicherheiten im Bereich der Schwerwartung, die zuletzt durch die Pleite der Air Berlin ausgelöst wurden.Air Berlin war einer der größten Kunden der Tyrolean. Der Innsbrucker Standort sei in den vergangenen Jahren mit einem mittleren einstelligen Millionenbetrag jährlich von der AUA subventioniert worden.

Verärgerter Landeshauptmann

Landeshauptmann Platter hat die Art und Weise der Bekanntgabe als "ganzen schlechten Stil" kritisiert. Es habe im Vorfeld keine Information zu den Schließungsplänen gegeben.

Selbst die Mitarbeiter, der Betriebsrat und das AMS hätten erst, am Montag (26. Februar) in der Früh in einer Mitarbeiterversammlung davon erfahren, das AMS erst aus den Medien. "So geht man mit den Betroffenen nicht um", zeigte sich Platter verärgert und übte Kritik an AUA-Chef Kratky - zumal ihm Kratkys Vorgänger Jaan Albrecht bei einem Treffen im Herbst 2013 versichert habe, dass der Innsbrucker Standort langfristig abgesichert sei.

"Wir haben allen betroffenen Mitarbeitern Jobs in Wien angeboten. Uns ist dabei natürlich bewusst, dass die Situation und ein Standortwechsel schwierig sind", erklärte AUA-Chef Kratky. Mitarbeitern, die das Angebot nicht annehmen, werde alternativ ein Sozialplan angeboten. Die rund 200 Angestellten im Servicebereich seien von dem Jobabbau nicht betroffen.

Problematischer Standort

Probleme mit dem Technikstandort in Innsbruck habe es seit längerem gegeben. "Wir wissen seit einigen Jahren, dass es so nicht weiter gehen kann", sagte Henle. Die finale Entscheidung sei dann aber vergangene Woche gefallen. Der gewählte Termin der Bekanntgabe stehe aber in keinem Zusammenhang mit der Landtagswahl. "Wir planen Entscheidungen unabhängig von politischen Wahlen", so Kratky.

Die Gewerkschaft sprach indes von einem "schwarzen Tag für die 80 Technik-Mitarbeiter". Philip Wohlgemuth, Tiroler ÖGB-Chef, und Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt, forderten eine rasche Adaptierung und Umsetzung des vorliegenden Sozialplans. Wohlgemuth äußerte zudem Entsetzen darüber, dass die Jobs der Betroffenen ins Ausland ausgelagert werden sollen. "Einmal mehr zeigt sich, dass nur der Sparstift in den Chefetagen regiert. Die Schicksale der Menschen sind zweitrangig, wenn große Unternehmen ihre Gewinne vergrößern können", so der Tiroler ÖGB-Chef.

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