AUA bleibt Qualitätsairline

AUA bleibt Qualitätsairline

AUA-Chef Jaan Albrecht ist erleichtert.

Das gesamte fliegende Personal wechselt zur AUA zurück. Der Technikstandort Innsbruck wird beibehalten. Die Personalvertreter sollen nun ihre Klagen zurückziehen. Nach Einigung soll es Chancen auf neue Investitionen geben. Der Kollektivvertrag soll bis Monatsende im Detail fixiert werden.

Wien/Schwechat. Die AUA soll nach dem neuen Konzept eine Qualitätsairline bleiben, Alternativkonzepte wie eine Schrumpfung des Unternehmens oder eine Umwandlung in eine Billigairline seien im Aufsichtsrat gestern Dienstagabend nicht mehr diskutiert worden, sagte AUA-Chef Jaan Albrecht. Auch Konzernchef Carsten Spohr stehe voll dahinter, die AUA als Qualitätsairline am Drehkreuz Wien zu stärken.

Die Stimmung im Aufsichtsrat sei "sehr erleichtert" gewesen, "es war mehr als deutlich wahrnehmbar, dass nicht nur uns ein Stein vom Herzen gefallen ist", sagte Klaus Froese, als Geschäftsführer der AUA-Tochter Tyrolean mit den Verhandlungen über den neuen Kollektivvertrag betraut.

Die AUA hofft, dass der neue Kollektivvertrag bis Monatsende im Detail fixiert wird und ab 1. Dezember 2014 für die 3.200 Piloten und Flugbegleiter gilt. Darin werden Gehälter, Pensionen, Arbeitszeiten, Karriereentwicklung oder Produktivität geregelt. Jedenfalls werden alle Bord-Mitarbeiter von der Tochter Tyrolean zur AUA übergeführt, also sowohl das fliegende Personal der AUA als auch jenes von Tyrolean. Damit gelte künftig: "one Austrian" und "Flown by Austrian and Operated by Austrian". Ob auch das in Innsbruck beheimatete Technik-Personal und andere Tyrolean-Mitarbeiter in den Bundesländern gesellschaftsrechtlich in die AUA übergeführt werden, steht noch zur Diskussion: "Die Zukunft der Tyrolean, was der Name noch an Bedeutung haben wird, daran arbeiten wir noch", so Albrecht. Am Technikstandort Innsbruck gebe es aber keine Zweifel, dieser werde durch den Ankauf von weiteren Dash-Fliegern auch noch gestärkt, hob Albrecht hervor.

Zu den Ausgleichszahlungen für entgangene Löhne der vergangenen zwei Jahre, die Mitarbeiter anlässlich der Überführung von Tyrolean in die AUA erhalten werden, hält sich die AUA-Führung noch sehr bedeckt. Weder über die Anzahl der Betroffenen noch über die geplante Summe wollten Albrecht und Froese etwas sagen. Ansprüche würden aber nicht erst beim Verlassen der AUA entstehen. Es wird auch erst evaluiert, ob die Rückstellungen der AUA für die Abfertigung reichen werden. Frühestens bei Vorlage der Quartalszahlen in zwei Wochen werde es dazu Auskunft geben. Jedenfalls handle es sich um "ein Volumen, das die AUA aus eigener Kraft stemmen wird können", sowohl bei der Liquidität als auch bilanziell. Die Unternehmensführung ist weiter überzeugt, dass die AUA heuer in den schwarzen Zahlen bleiben wird.

Für die AUA ist ein zentraler Baustein der Vereinbarung Rechtssicherheit. "Die Formel lautet Rechtssicherheit durch Klagsverzicht" formuliert es Froese und geht davon aus, dass Klagen des Betriebsrates und der Gewerkschaft zurückgezogen werden. Aber auch bei den "Individualklagen" einzelner Mitarbeiter "werden wir einen Weg finden, damit umzugehen", also einen Klagsverzicht zu erreichen.

Albrecht verteidigte heute die Kündigung des KV, die zu den jahrelangen Streitigkeiten mit der Belegschaft geführt haben . Das "war die Alternative, die uns damals vor drei Jahren als machbar dargestellt worden ist". Zusammen mit dem Betriebsübergang auf Tyrolean "haben wir der AUA 2,5 Jahre leben geschenkt".

Wenn einmal die Streitigkeiten über den Kollektivvertrag beigelegt sind, will die AUA auch wieder investieren: Bis zu einer Mrd. Euro sollen fließen. Grundsätzlich müsse das Geld aus der AUA aufgebracht werden, auch wenn die stärkere Position der Mutter Lufthansa bei der Finanzierung am Kapitalmarkt genutzt werden soll. Ziele seien ein "neues Europa-Konzept", möglicherweise ein neuer Markenauftritt, neue Flugzeuge. Erst komme die Mittelstrecke, dann die Langstrecke.

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