Hard Landing: AUA und Laudamotion stellen den Flugbetrieb ein

Das Coronavirus zwingt Airlines in die Knie. Die Austrian Airlines sowie die Ryanair-Tochter Laudamotion setzen bis Ende März bzw Ende der ersten Aprilwoche den Flugbetrieb aus. In der Luftfahrt droht eine Pleitewelle.

Hard Landing: AUA und Laudamotion stellen den Flugbetrieb ein

Nichts geht mehr. In den nächsten Wochen bleiben alle AUA-Jets am Boden.

Das Coronavirus hat die Austrian Airlines (AUA) in eine schwere Krise gestürzt. Nun muss der Patient AUA w.o. geben. In den nächsten Wochen hetrrscht absoluter Ausnahmezustand. Die zur Lufthansa-Gruppe gehörende Fluglinie wird den Flugverkehr ab Mittwochnacht, 18. März, von Wien aus komplett einstellen.

Die vorläufig letzten Flüge werden in diesen Tagen noch durchgeführt, um österreichische Staatsbürger und in Wien lebende Ausländer nach Österreich zurückzuholen. Zwei Flugzeuge - einen Langstrecken- und einen Mittelstreckenjet - werden für Rückholflüge bereitgehalten. Am 19. März morgens landet der vorläufig letzte AUA-Flugzeug mit Flugnummer OS66 aus Chicago kommend in Wien. Bis 28. März will die AUA ihre Flüge zunächst einstellen.

Bis zum Flugstopp am Donnerstag wird die AUA den Flugbetrieb "kontrolliert und strukturiert zurückgefahren, um möglichst alle Passagiere, Crews und Flugzeuge nach Hause zu holen". Passagiere, die bis 28. März einen gebuchten Flug haben, werden - sofern möglich - auf andere Fluglinien umgebucht.

Lufthansa streicht weitere Flüge

In der Lufthansa-Gruppe wird indessen das Angebot weiter zusammengestrichen. Die Lufthansa selbst wird nur noch jeden zehnten geplanten Fernflug und ungefähr jede fünfte Nah- und Mittelstreckenverbindung durchführen können.

In den vergangenen Tagen hatten immer mehr Länder Flugverbindungen gekappt und Grenzen weitgehend geschlossen. Deswegen rät nun auch das Deutsche Auswärtige Amt grundsätzlich von Reisen ins Ausland ab..

Auch Laudamotion bleibt am Boden

Der zu Ryanair gehörende Wiener Billigflieger Laudamotion stellt seinen Flugbetrieb vorerst komplett ein. Aufgrund der raschen Ausbreitung des COVID-19 Virus sowie der Ein- und Ausreisebeschränkungen der Regierungen werde das Lauda-Flugprogramm für den Zeitraum vom 16. März 24:00 Uhr bis 8. April 24:00 Uhr eingestellt, teilte die Fluglinie mit. Betroffene Kunden können umbuchen oder ihr Geld zurückfordern.

Der Mutterkonzern Ryanair plant, ein Fünftel seiner Flüge weiter durchzuführen. Laudamotion selbst strich - mit Verweis auf die Coronavirus-Pandemie - ihre Destinationen bereits massiv zusammen. Übrig geblieben von den über 100 Destinationen waren zuletzt nur noch London, Dublin, Brüssel und Stuttgart.

Vor Pleitewelle in der Branche

Die Coronavirus-Krise wird nach Einschätzung von Branchenexperten zu einer riesigen Pleitewelle in der internationalen Luftverkehrswirtschaft führen. Ende Mai dürften die meisten Airlines der Welt zahlungsunfähig sein, schrieb die Beratungsgesellschaft Capa.

Überleben werden nach Einschätzung der Analysten die großen Gesellschaften, die auf Unterstützung ihrer Heimatstaaten rechnen können. Neben den großen Anbietern aus China und den USA dürften das einige wenige Gesellschaften aus Europa sowie die Airlines vom Arabischen Golf sein.

Die Austrian Airlines hat bereits am 6. März 2020 einen Antrag auf Kurzarbeit für das gesamte Unternehmen gestellt. Derzeit werde mit den Betriebsräten an einer Regelung verhandelt, die auf die neue Situation eingeht. Details dazu sollen diese Woche vorgestellt werden. Gleichzeitig bereite man sich auf einen Neustart nach der Krise vor - ein Datum dafür gibt es aber nicht. Der Start sei flexibel, um "sobald wie möglich startbereit zu sein, wenn die Nachfrage wieder zurückkommt", so Hoensbroech. "Das ist also kein 'Good Bye'`, sondern ein Servus und 'See you later'."

Information zu Rückholflügen

Gestrandete Österreicher können sich an das Außenministerium wenden. Die Austrian Airlines sind in Kontakt mit dem Außenamt, um die Durchführung von weiteren Rückholflügen für Österreicher im Ausland abzuklären.

Alle Österreicherinnen und Österreicher, die im Ausland gestrandet sind, sollen sich sofern sie nicht in Besitz eines gültigen Rückflugtickets sind und nach Hause wollen, sich bei der Hotline des Außenministeriums melden: +43 1 90115 4411 .

"Als österreichische Fluglinie sind wir uns unserer Verantwortung bewusst und werden in Zusammenarbeit mit der Regierung versuchen, so viele Österreicherinnen und Österreicher wie möglich nach Hause zu bringen", erklärte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech.

Wartezeiten

Flüge, die innerhalb der nächsten 48 Stunden geplant waren und aufgrund der aktuellen Situation gestrichen werden, werden, wie die AUA mitteilte, automatisiert umgebucht, einsehbar auf austrian.com unter "Meine Buchungen". Flüge, die weiter als 48 Stunden in der Zukunft liegen, werden vom Austrian Airlines Service Center direkt umgebucht.

Die Fluggesellschaft richtete auch einen Appell an betroffene Kunden, um die Telefon-Hotline zu entlasten: "Passagiere, deren geplante Flüge nicht in den nächsten sieben Tagen stattfinden, ersucht Austrian Airlines davon abzusehen, sich in den kommenden Tagen an die Service Hotline zu wenden." Derzeit komme es zu längeren Wartezeiten, bat die AUA um Geduld.

In den nächsten Tagen werde die Airline vermehrt Rückholflüge durchführen und bei Umbuchungen auch auf das Angebot des Mutterkonzerns Lufthansa zurückgreifen. Die Hilfsflüge würden in enger Zusammenarbeit mit der österreichischen Regierung durchgeführt.

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