AUA-Chef von Hoensbroech: „Eine Fluggesellschaft, keine Stehgesellschaft“

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech gab einen teils pathetischen Ausblick, wie er die AUA aus der Corona-Krise starten will. Gestärkt durch einen kleinen Gewinn, glaubt der AUA-Chef, die Airline als „österreichische Airline“ wieder zum Abheben zu bringen.

AUA-Chef von Hoensbroech: „Eine Fluggesellschaft, keine Stehgesellschaft“

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech richtete trotz des Groundings seiner Airline eine erste Kampfansage an die Adresse der Billigflieger - für die Zeit nach der Corona-Krise.

AUA-Vorstandschef Alexis von Hoensbroech wurden schon „Rote Zahlen“ prognostiziert. Unterm Strich blieb nun doch nach sechs erfolgreichen Jahre ein Gewinn. Bevor die AUA bis zum 25. März vorläufig ihren Betrieb einstellen wird, präsentierte die Fluglinie nochmals ein Ergebnis: „Wir haben mit 19 Millionen Euro einen kleinen Gewinn erzielt, aber immerhin.“ Gegenüber 2018 ist dies ein Gewinnrückgang um 77 Prozent.

Das Jahr 2019 war geprägt von einem massiven Preiskampf, so der von Hoensbroech. Vor allem die Billigflieger wie Laudamotion, Wizzair, Vueling und weitere haben der Österreich-Tochter der Lufthansa kräftig zugesetzt.

Und nun hat auch noch das Coronavirus die Airline dazu gezwungen, den Flugbetrieb einzustellen. Mit Donnerstag, 19. März steht der Linienflugbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie zur Gänze. Nur für die Rückholung von Österreichern aus dem Ausland wird die AUA noch ein Rumpfteam mit insgesamt fünf Flugzeugen in Betrieb haben. Alle anderen Flugzeuge sind bereits in Wien zurück und geparkt.

Nationale Airline

„Wir werden das Unternehmen wieder zum Fliegen bringen, egal wie lange es dauert“, sagte der AUA-Chef kämpferisch. "Es handelt sich ja nicht um eine hausgemachte Krise. Diese Krise ist von außen auf uns eingebrochen.“ von Hoensbroech betonte mehrfach, wie bedeutend die Austrian Airlines als die "nationale Airlines" der Österreicher sei. Vor allem jetzt in der Krise, zeige sich, wie die AUA in der Lage ist, die Österreicher aus der ganzen Welt zurückzuholen. "Das kann keine der Billigairlines" , betonte der aus Deutschland stammende von Hoensbroech.

Ein leichter Seitenhieb quasi auf Laudamotion, die vor gut zwei Jahren von der damaligen ÖVP/FPÖ-Regierung als die "Airline" der Österreicher gerettet wurde. Und wenige Monate danach von Ryanair geschluckt wurde und heute nur noch dem Namen nach existiert und ansonsten Teil des irischen Billigfliegers ist.

"Wenn es darum geht, die Österreicher etwa aus Thailand, Südafrika oder sonstigen Überseegebieten zurückzuholen - das kann nur die AUA", betonte von Hoensbroech selbstbewusst. Konkurrent Laudamotion war zuletzt auch im Einsatz, um Urlauber aus europäischen Destinationen nach Österreich zurückzubringen.

Im Auftrag des Außenministeriums führt die Fluggesellschaft noch Rückholflüge für im Ausland gestrandete Österreicher durch. Laut Außenamt saßen zuletzt noch mindestens 47.000 heimische Urlauber in mehr als 100 Ländern der Welt fest. Die Flotte mit Ausnahme zweier Flugzeuge ist dann stillgelegt.

Das Warmhalten der Flugzeuge

Die Austrian Airlines beschäftigen derzeit 7.000 Mitarbeiter. Sie werden für die Zeit des Shutdowns auf Kurzarbeit geschickt. Die Regelung wurde vorige Woche binnen weniger Stunden mit der Regierung akkordiert. "Die Regierung hat mit einem ungekannten Eiltempo ein Kurzarbeitsgesetz durchgesetzt. Ein Dank an die Regierung", so von Hoensbroech.

Nicht alle Mitarbeiter werden in Kurzarbeit geschickt. Ein Teil der 840 in Technik und Wartung Beschäftigten werden weiter ihren Dienst verrichten. „Sie werden die zurückgeholten Flugzeuge warten und sind mit dem Warmhalten der Flugzeuge betraut", so der AUA-Chef. Das sei notwendig um die 82 Flugzeuge für den Fortbetrieb nach der Krise instandzuhalten.

Die genauen Folgen der Coronakrise lassen sich für AUA-Vorstand Hoensbroech nicht abschätzen. "Das Coronavirus und seine Folgen werden uns auf eine harte Probe stellen. Nicht alle werden diese Krise überleben", prognostizierte der Manager. "Wir haben außerdem ein gut gefüllte Kasse." Ein weiterer Vorteil sei - im Gegensatz zu den Billigfliegern, dass der AUA die Flugzeuge selbst gehören und keine teuren Leasingverträge zu erfüllen habe. Verträge mit Zulieferern habe die AUA bereits gekündigt.

"Wichtig ist, dass wir nun die Kosten so gering wie möglich halten. Wir haben die Kosten so gut wie es geht runter gebracht, um danach aber wieder durchzustarten", betonte von Hoensbroech. "Unsere Gesellschaft ist eine Fluggesellschaft, nicht Stehgesellschaft."

Wie lange das Geld ausreichen wird, wollte der AUA-Chef nicht konkret sagen. Ob die AUA staatliche Hilfe in Anspruch nehmen wird, werde die Zukunft weisen.

Der AUA-Chef wagte allerdings schon jetzt eine Prognose, dass es am Airline-Himmel nach der Corona-Krise zu einer Neuordnung des Marktes kommen wird. Die Austrian Airlines werden dafür jedenfalls aufgestellt sein.

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