Atomic-Chef Mayrhofer: "Chinesen lieben rot"

Atomic-Geschäftsführer Wolgang Mayrhofer nach der Übernahme von Amer Sports durch den chinesischen Anta-Konzern im trend-Interview über die Chance auf schnelleres Wachstum in China, den optimalen Produktmix und die Suche nach jungen Talenten für die Zeit nach Marcel Hirscher.

Atomic-Geshäftsführer Wolfgang Mayrhofer

Atomic-Geshäftsführer Wolfgang Mayrhofer

Nach der Übernahme der Atomic-Mutter Amer durch eine chinesische Investorengruppe unter Führung des Sportartikelherstellers Anta Sports ist Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer "eindeutig positiv gestimmt". Der Standort in Österreich sei "absolut" langfristig abgesichert, sagt Mayrhofer im Trend-Interview.

Der Eigentümerwechsel sei für "das Wintersport-Segment von Amer eine große Chance, für Atomic besonders", so Mayrhofer. Der Sportartikelhersteller Anta hat in China rund 10.000 Sport-Filialen und ist auch im Onlinehandel stark aktiv. Der Atomic-Chef rechnet, dass man nun in China "deutlich schneller wachsen" kann als zuvor alleine.

Der Markt für Ski in China steckt derzeit noch in den Kinderschuhen. "Die olympischen Winterspiele 2022 in Peking werden einen enormen Schub bringen. Ich kann mir vorstellen, dass der Markt auf 250.000 Paar wächst", erwartet der Atomic-Chef. Zum Vergleich: Zuletzt wurden in Österreich rund 392.000 Paar Ski verkauft. Anta will die Olympischen Winterspiele nutzen, um den Wintersport in China zu promoten. Atomic will in einem ersten Schritt mit 50 Leih-Shops in den chinesischen Skigebieten präsent sein.

Keine Produktionsverlagerung

Eine große Verlagerung der Produktion aus der Atomic-Fabrik in Altenmark (Salzburg) nach China erwartet Mayrhofer nicht. "Der Standort Altenmarkt, die größte Skifabrik der Welt, ist so stark, dass wir sehr selbstbewusst sein können." Atomic werde in den nächsten zwei Jahren 20 Millionen Euro investieren, jeweils rund die Hälfte davon in den Bau eines neuen Logistikzentrums und in Produktinnovationen.

Atomic hat laut Mayrhofer den Umsatz im Geschäftsjahr 2018 auf 200 Millionen Euro kräftig gesteigert und ein "sehr erfreuliches Betriebsergebnis" erzielt. Im Jahr 2017 lag der Umsatz bei 170 Millionen Euro. "Die Zeiten, als zwei schlechte Winter gereicht haben, um uns in eine Schieflage zu bringen, sind längst vorbei", so der Atomic-Chef. Man sei "viel flexibler" als früher und produziere hauptsächlich nach vorhandenen Bestellungen. Es sei außerdem besonders wichtig, dass Atomic das gesamte Portfolio für den Skisportler - u.a. Skischuhe, Bindung, Stöcke - produziere.


Das vollständige Interview Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer finden Sie in der trend-Ausgabe 11/2019 vom 15. März 2019.

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