AT&S investiert 120 Millionen am Leobener Stammwerk

Der Leiterplattenhersteller AT&S investiert in der Corona-Krise bis zu 120 Millionen Euro am Stammsitz in Leoben. Rund 200 Jobs werden dabei neu geschaffen

Andreas Gerstenmayer, CEO AT&S

Andreas Gerstenmayer, CEO AT&S

Der Leiterplattenhersteller AT&S (ISIN AT0000969985) investiert am Stammsitz in Leoben-Hinterberg bis zu 120 Millionen Euro. In einem ersten Schritt fließen davon bis ins nächste Frühjahr 44 Millionen Euro. Auch ein Beschäftigungseffekt ist damit verbunden: über alle Bereiche des Unternehmens werden bis zu 200 neue Jobs geschaffen.

Von den 120 Millionen Euro sind 20 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung und rund 100 Millionen Euro für Maschinen und Prozesse reserviert. Bis zu 25 Prozent davon kommen als Zuschuss aus dem EU-Programm IPCEI (Important Project of Common European Interest). Österreich ist bei dem Förderprogramm seit Anfang Juli dabei. Im IPCEI werden in den kommenden Jahren 1,75 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, große Player waren bisher Italien, Deutschland, Frankreich und UK, nun kann auch Österreich "aufspringen".

High-Tech mit Potenzial

977 Mitarbeiter gibt es derzeit in Leoben-Hinterberg, die Leiterplattentechnologie unter anderem für die Bereiche Automotiv, Luftfahrt oder Medizintechnik herstellen, etwa für die Sensorik in Fahrzeugen. Gefertigt werden Highend-Leiterplatten, HDI/Anylayer und Substrate Cores. Gefertigt werden sollen 340.000 Cores pro Jahr, im Moment liegt man bei 225.000. Der Bedarf sei ständig steigend, Europa ist momentan aber kein großer Akteur: Im Mikroelektronik-Weltmarkt hält Asien in Wertschöpfungskette rund 70 Prozent, Amerika 20 Prozent, die EU 8,4 Prozent.

"Bis 2024 streben wir die Verdreifachung des Umsatz bei Substrate Cores an", sagte COO Heinz Moitzi. Zur Verdeutlichung des Technologiesprungs: "1971 hatte ein Halbleiter 2.300 Transistoren, heute sind es 3,35 Milliarden Transistoren. Mit der weiteren Modularisierung und Miniaturisierung werden Microchips noch leistungsfähiger", sagte Moitzi. Ein weiteres Thema sei es darauf zu achten, dass der Energieverbrauch bei Mikrochips sinkt und nicht mit der Leistungsfähigkeit linear steigt.

Lichtblick und Herausforderung

Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sprach angesichts der Investition von "einem Lichtblick in einer herausfordernden Zeit". Man lege Wert darauf, dass nicht nur Forschung, sondern auch die Produktion hierzulande gefördert werde. Mehr als 15.000 Menschen seien im Bundesland direkt in der Forschung tätig.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck nannte die Investition bei AT&S "besonders erfreulich. Denn jedes fünfte Unternehmen in Österreich hat angesichts der Coronaviruskrise Investitionen verschoben oder gestrichen. Auf EU-Ebene sei es ein Fehler der vergangenen 15 Jahre gewesen, nur in die Forschung, nicht aber in die Produktion investiert zu haben. Schramböck kündigte an, dass weiters die Themen Batterien und Wasserstoff mittels IPCEI-Programm gefördert werden sollen: "Wir müssen die Renaissance der Produktion in Europa vorantreiben", so die Ministerin.

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