Asfinag schöpft 2014 kräftig ab

Asfinag schöpft 2014 kräftig ab

Mehr Verkehr, mehr Einnahmen. Die Asfinag und die Republik Österreich profitieren davon.

Die Mauteinnahmen des österreichischen Autoahnbetreibers sind stark gestiegen. Die Frächter wurden stärker zur Kasse gebeten. Und der Staat darf sich über 200 Millionen Euro freuen, die ins Budget fließen - doppelt so viel wie im Vorjahr. 2014 hat die Asfinag deutlich mehr in den Streckenausbau investiert.

Wien. Deutlich zugelegt haben die Mauteinnahmen der staatliche Autobahnholding Asfinag im Jahr 2014, was auch auf einen starken Verkehrszuwachs zurückzuführen ist. Bei den Pkw erhöhte sich die Fahrleistung um 4,7 Prozent, bei den Lkw und Bussen gab es - trotz Wirtschaftsflaute - ein Plus von 2,8 Prozent.

Das macht sich am Ergebnis deutlich bemerkbar. Der Jahresüberschuss wurde um 24 Prozent auf 519 Mio. Euro gesteigert. Die Dividende an den Staat wurde auf 200 Mio. Euro verdoppelt.

Die gesamten Einnahmen inklusive Netto-Neuverschuldung machten im Vorjahr 2,035 Mrd. Euro aus. Davon entfielen 1,825 Mrd. Euro auf Mauterlöse, ein Plus von 8,1 Prozent. Die Pkw-Maut brachte 583 Mio. Euro. Davon entfielen wiederum 428 Mio. Euro auf Vignetteneinnahmen, Sondermautstrecken brachten 155 Mio. Euro ein. Den deutlichen Anstieg von 9,4 Prozent bei den Mauterlösen für Lkw und Busse erklärte Schierhackl mit dem zweijährigen Durchrechnungszeitraum. Heuer sei das erste Jahr und deshalb besonders positiv.

Im Vorjahr hat die Asfinag 909 Mio. Euro in den Streckenausbau investiert, das ist ein Plus von 205 Mio. Euro im Jahresvergleich. Heuer sollen es 1,05 Mrd. Euro werden. Gleichzeitig wurde die Zinslast verringert und die Eigenkapitalquote von 22 auf 24 Prozent angehoben.

"Wir brauchen keine Zuschüsse, wir sind ein wirtschaftlich gut funktionierendes Unternehmen", sagte Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl am Freitag beim Bilanzpressegespräch in Wien. Dies sei auch ein Grund, warum etwa Deutschland versuche, genau dieses Modell zu kopieren.

Die Neuverschuldung blieb mit 123 Mio. Euro unter dem Planwert von 156 Mio. Euro, die Dividende an den Staat wurde von 100 auf 200 Mio. Euro verdoppelt. Der aktuelle Schuldenstand der Asfinag, die sich ausschließlich über die Mauteinnahmen finanziert, liegt bei 11,6 Mrd. Euro - bei einer Bilanzsumme von 15,2 Mrd. Euro.

"Würde die Asfinag den Neubau stoppen, könnte sie aus eigener Kraft innerhalb von 20 Jahren alle Schulden tilgen. Dieser Wert liegt deutlich unter der durchschnittlichen Lebensdauer der Straßeninfrastruktur von 30 Jahren", so Asfinag-Chef Klaus Schierhackl.

Frächter müssen mehr abliefern

Tief in die Tasche greifen mussten die Frächter, hier stiegen die Mauteinnahmen um 9,4 Prozent auf 1,42 Mrd. Euro. Anfang des Jahres hat die Asfinag darauf reagiert und die Maut für die schadstoffärmste Klasse Euro 6 um sechs Prozent gesenkt. Die Pkw-Einnahmen (Vignette, Sondermauten) legten im Kontext von mehr Fahrleistung und Verbraucherpreisanstieg um 5,4 Prozent auf 583 Mio. Euro zu.

Bis zum Jahr 2019 hat sich die Asfinag ein ambitioniertes Ziel zur Verbesserung der Tunnelsicherheit gesteckt, 1,5 Mrd. Euro sollen dafür investiert werden.

Das österreichische Modell der Eigenfinanzierung des hochrangigen Straßenverkehrs (Autobahnen, Schnellstraßen) über Mauten und deren Zweckbindung über die Asfinag stößt auch bei anderen europäischen Ländern auf Interesse. Derzeit gibt es entsprechende Überlegungen in Deutschland und in der Schweiz, in Norwegen befasst sich damit bereits das Parlament.

Positives gibt es von der Rettungsgasse zu berichten, diese funktioniere immer besser. Bei einer Kundenbefragung sei dieses Thema zuletzt kein Aufreger mehr gewesen.

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