Arbeitsmarkt: Weniger Arbeitslose, weiterhin akuter Abeitskräftemangel

Arbeitsmarkt: Weniger Arbeitslose, weiterhin akuter Abeitskräftemangel

Trotz der rückläufigen Arbeitslosigkeit im Land - im Oktober ging sie um 4,6 Prozent zurück - ist die Lage weiter verzwickt. 393.000 Arbeitslose können den akuten Fachkräfte-Mangel nicht stillen. Im Westen ist die Zahl der freien Stellen am höchsten.

Langsam aber doch macht sich der wirtschaftliche Aufschwung auch in der Arbeitslosenstatistik bemerkbar. Mit Ende Oktober gab es den neuesten Zahlen des Sozialministeriums zufolge in Österreich 315.722 vorgemerkte Arbeitslose und weitere 77.307 Teilnehmer von Schulungen des Arbeitsmarktservice (AMS) - also in Summe 393.029 Personen ohne Beschäftigung.

Im Vergleich zum Vorjahr um sind das um 18.922 oder 4,6 Prozent weniger, was aber dennoch kein Grund zum Jubeln ist. Im EU-Vergleich liegt Österreich den neuesten Eurostat-Zahlen zufolge nämlich nur noch auf den zehnten Platz, hinter Tschechien, Deutschland, Malta, Ungarn, Großbritannien, Polen, die Niederlande, Rumänien und Estland.

Mehr Mobilität

Trotz der großen Zahl Arbeitsloser fällt es aber vielen Unternehmen schwer, geeignete Mitarbeiter zu finden. Besonders virulent ist der Mangel an Fachkräften, aber auch im geringqualifizierten Bereich können Betriebe ihre offenen Stellen oft nicht besetzen. Martin Gleitsmann, Leiter der WKÖ-Abteilung für Sozialpolitik ruft daher nach betrieblichen Weiterbildungen, Lohnkostenzuschüssen und einer forcierten überregionalen Vermittlung. Vor allem im Westen ist der Bedarf der Wirtschaft besonders hoch. Gleitsmann wünscht sich vom AMS, eine Verstärkung der überregionalen Initiativen wie Jobmessen und das AMS-WKÖ-Projekt „b.mobile“ zur überregionalen Lehrstellenvermittlung. „Neben Ausbildungsaktivitäten vor Ort braucht es Förderungen, die gezielt jene unterstützen, die bereit sind, auch weiter entfernte Jobs und Lehrstellen anzunehmen. Der bereits beschlossene Ausbau des Kombilohns und der Entfernungsbeihilfe setzt genau dort an,“ befindet Gleitsmann.

Klassische AMS-Kurse würden den Anforderungen des Arbeitsmarktes weniger gerecht als betriebsnahe Ausbildungen. Eine erweiterte finanzielle Unterstützung derjenigen Betriebe, die Arbeitslose schulen, könne den Hebel verstärken. Der WKÖ-Mann wünscht sich auch eine gesetzliche Klarstellung, dass es sich bei im Auftrag des AMS geleisteten praktischen Ausbildungen um keine Dienstverhältnisse handelt.

"In der Wirtschaft geschaffene Jobs sind eindeutig nachhaltiger und können den betroffenen Menschen längerfristige Perspektiven eröffnen", hält Gleitsmann fest. Sollte die „Aktion 20.000“, in deren Rahmen Lohnkostenzuschüsse für Langzeitarbeitslose über 50 Jahren geleistet werden, weiter verfolgt werden, sei es unerlässlich, Betriebe miteinzubeziehen.

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