Arbeitslosigkeit sinkt weiter - Zunahme bei Akademikern und 50plus

Arbeitslosigkeit sinkt weiter - Zunahme bei Akademikern und 50plus

Gute Botschaft für Jugendliche: Die Zahl der Lehrstellen ist massiv angestiegen. Die Arbeitslosen der Gruppe der "50plus" haben es hingegen schwer, einen neuen Job zu finden.

Jugendliche können sich freuen: Die Zahl der offenen Lehrstellen ist kräftig gestiegen. Große Probleme gibt es trotz guter Konjunktur am Arbeitsmarkt bei ältere Beschäftigten bei den sogenannten "50 plus". Die Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich. AMS-Chef Johannes Kopf ist dennoch optimistisch.

Wien. Die Erholung am Arbeitsmarkt geht weiter, insbesondere für Junge schaut es besser aus. Gleichzeitig verfestigt sich die Langzeitarbeitslosigkeit und auch für Akademiker wird es schwieriger. Im Juni waren 347.973 Menschen ohne Job (minus 3,1 Prozent), ihnen standen 61.048 offene Stellen gegenüber (plus 38,1 Prozent). Jobmotor waren Bau und Industrie, im Gesundheitssektor stieg die Arbeitslosigkeit.

Am stärksten sank die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen (minus 15,7 Prozent) und bei Männern (minus 6,5 Prozent). Bei Frauen gab es einen Rückgang von 3,2 Prozent, bei Ausländern von 3,7 Prozent (inklusive Schulungen gab es bei ausländischen Mitbürgern jedoch mehr Arbeitssuchende). Zum zweiten Mal in Folge ging auch die Arbeitslosigkeit in Wien zurück, womit alle Bundesländer einen Rückgang der Stellensuchenden verzeichneten.

Schlechte Zahlen kamen von den Älteren (50+) - allerdings nur auf den ersten Blick. Denn der steigenden Arbeitslosigkeit (99.349 Personen oder plus 4 Prozent gegenüber Juni 2016) stand auch eine erhöhte Zahl von Beschäftigten gegenüber (plus 5,3 Prozent auf 982.000).

AMS-Chef Johannes Kopf verweist in diesem Zusammenhang auf die Überalterung der Bevölkerung. Sorgen bereiten ihm jene Älteren, die vor zwei, drei Jahren im Zuge der Wirtschaftskrise ihren Job verloren haben und inzwischen nur sehr schwer vermittelbar seien. "Wir arbeiten an dem Problem der Vergangenheit", so Kopf im Gespräch mit der APA. Er hofft hier auf die heute gestartete Aktion 20.000 der Bundesregierung, bei der ältere Langzeitarbeitslose gemeinnützige, staatlich geförderte Tätigkeiten erledigen.

Während die Zahl der arbeitslosen Ausländer rückläufig ist, ist im Zuge der Flüchtlingswelle der vergangenen drei Jahre die Zahl der Schulungen (insbesondere Deutschkurse) deutlich gestiegen: Während diese bei Inländern um 3 Prozent zurückgingen legten sie bei Ausländern um 22,6 Prozent zu.

Mehr Akademiker auf Schulung

Deutlich zugenommen haben im Jahresvergleich auch die Schulungen bei Akademikern. Insgesamt waren im Vormonat 23.315 Akademiker arbeitslos gemeldet, dazu kamen 5.151 in Schulung (plus 26,7 Prozent). Zum Vergleich: Bei Facharbeitern sank die Zahl der Schulungen um 1,3 Prozent. Dafür dürfen sich die Jugendlichen freuen: Die Zahl der offenen Lehrstellen erhöhte sich um 35,5 Prozent.

Im EU-Vergleich befindet sich Österreich mit einer saisonbereinigten Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent im besseren Drittel, der EU-Schnitt liegt bei 7,8 Prozent, die besten Werte weisen Tschechien mit 3,2 Prozent und Deutschland mit 3,9 Prozent auf. Am anderen Ende stehen die Griechen mit einer Quote von 22,5 Prozent.

Der Optimismus

Unterm Strich blickt Kopf sehr optimistisch in die nahe Zukunft - nicht zuletzt wegen des Anziehens des Arbeitsmarktes in den konjunktursensiblen Bereichen Bau und Industrie. Womit sich auch die Prognosen des AMS bestätigt hätten.

Und auch Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) blickt optimistisch in die Zukunft. "Wir schaffen mit der 'Aktion 20.000' zusätzliche Arbeitsplätze für die ältere Generation und geben tausenden Betroffenen eine neue Perspektive in ihrem Leben", so der Minister in Linz vor Journalisten angesichts des heutigen Starts der Aktion.

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