Arbeitslosigkeit zum Jahresausklang 2017 erneut rückläufig

Arbeitslosigkeit zum Jahresausklang 2017 erneut rückläufig

Auch zum Jahresausklang geht die Arbeitslosigkeit in Österreich zurück: Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 443.481 Personen auf Arbeitssuche. Vor allem die Jugendarbeitslosigkeit ist massiv zurückgegangen. Auch im Jahr 2018 wird ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit erwartet.

Wien. Der Trend am Arbeitsmarkt hat auch im letzten Monat des Jahres 2017 angehalten: Die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 443.481 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 5,9 Prozent. Nach nationaler Definition sank die Arbeitslosenquote um 0,9 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent, gab das Sozialministerium am Dienstag bekannt.

Benachteiligt am Arbeitsmarkt waren einmal mehr ältere Menschen ab 50 Jahren (-2 Prozent), Ausländer (-3,9 Prozent), Langzeitarbeitslose (-4,4 Prozent) sowie behinderte Personen (-0,8 Prozent), wenngleich es leichte Rückgänge gab. Gute Signale gab es hingegen bei der Jugendarbeitslosigkeit, die sich im Dezember 2017 um 17,2 Prozent verringerte.

Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist um 3,7 Prozent zurückgegangen, während der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen um mehr als ein Viertel (26 Prozent) zugenommen hat. Dennoch stehen damit für 6.340 Suchende nur 4.273 betriebliche Lehrstellen, die dem AMS gemeldet wurden, zur Verfügung.

Die Trendwende

Das Jahr 2017 hat dem Arbeitsmarkt somit nach fünf Jahren steigender Arbeitslosigkeit eine Trendwende gebracht. Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat Ende Dezember 2017 ein Beschäftigungswachstum von mehr als 80.000 und fast 28.000 weniger Menschen ohne Job registriert.

"Weiter steigende Stellenmeldungen sowie alle vorliegende Prognosen lassen einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit über das ganze heurige Jahr erwarten", twitterte AMS-Chef Johannes Kopf am Dienstag. In allen Bundesländern, großen Branchen sowie bei jung und alt fänden sich rückläufige Vorgemerktenzahlen, so Kopf.

Die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren offenen Arbeitsplätze lag Ende Dezember mit 54.818 um 31 Prozent über dem Vorjahreswert. 64.740 Personen befanden sich in Schulungen durch das Arbeitsmarktservice, ein Plus von 6,6 Prozent. Einen deutlichen Anstieg gab es bei Ausländern in Schulungen (+20,8 Prozent) sowie Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten (+33,3 Prozent).

Besonders deutlich war der Rückgang bei Jugendlichen zwischen 15 und 24: In dieser Altersgruppe verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 17,2 Prozent.

Zwar hat sich die Zahl der Arbeitslosen auch bei den Älteren reduziert, allerdings nur um 2 Prozent. Schwieriger als für andere Gruppen, sich erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, war es auch für Ausländer (-3,9 Prozent), Langzeitarbeitslose (-4,4 Prozent) sowie behinderte Personen (-0,8 Prozent).

Männer (-8,3 Prozent) profitierten zum Jahresausklang etwas mehr von der Erholung am Arbeitsmarkt als Frauen (-6,8 Prozent), Inländer (-9,4 Prozent) mehr als Ausländer (-3,9 Prozent). Vor allem unter den über 50-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit bei Männern (-3,0 Prozent) stärker zurückgegangen als bei Frauen (-0,1 Prozent).

Am Lehrstellenmarkt gibt es nach wie vor mehr Lehrstellensuchende (6.340) als gemeldete offene Stellen (4.273). Ein Überhang an freien Lehrplätzen besteht lediglich in Tirol, Salzburg und Oberösterreich. Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende Dezember um 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert, während der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen um 26 Prozent zugenommen hat.

Im Dezember 2017 ist die Arbeitslosigkeit in allen Branchen zurückgegangen: In der Bauwirtschaft waren um 8 Prozent weniger Personen vorgemerkt, in der Warenproduktion um 12,9 Prozent und in der Arbeitskräfteüberlassung um 7,8 Prozent. Auch vom Tourismus (-11,7 Prozent) und Handel (-9,7 Prozent) kamen rückläufige Arbeitslosenzahlen.

Vor allem an der Entwicklung der offenen Stellen zeigt sich, dass der starke Aufwärtstrend in der österreichischen Wirtschaft weiter anhält. Die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren offenen Arbeitsplätze liegt Ende Dezember mit 54.818 nunmehr um +31% über dem Vorjahreswert. Ein anderer, noch aussagekräftigerer Indikator für die starke Arbeitskräftenachfrage ist der gesamte Zugang an offenen Stellen beim AMS im Jahr 2017: dieser Wert lag um rund +15% über dem des Jahres 2016.

Der Export boomt

In der ersten Jahreshälfte 2017 ist der Export in allen neun Bundesländern angestiegen, am stärksten in Wien und Oberösterreich. In Wien legten die Ausfuhren um 1,59 Mrd. Euro zu, in Oberösterreich um 1,25 Mrd. Euro, wie vorläufige Daten der Statistik Austria zeigen. Für alle Bundesländer ist Deutschland der wichtigste Handelspartner.

Die Ausfuhr von Waren aus Österreich belief sich im ersten Halbjahr 2017 auf insgesamt 70,97 Mrd. Euro. Mehr als ein Viertel davon entfiel auf Oberösterreich. Niederösterreich war mit 10,94 Mrd. Euro bzw. 15,4 Prozent das Bundesland mit den zweithöchsten Ausfuhrwerten, gefolgt von der Steiermark (10,41 Mrd. Euro bzw. 14,7 Prozent). Gemessen an der Handelsintensität (Summe aus Einfuhren und Ausfuhren) waren Oberösterreich, Wien und Niederösterreich die Bundesländer mit den höchsten Außenhandelswerten.

Die gesamtösterreichischen Einfuhren von Waren lagen in der Berichtsperiode bei 73,19 Mrd. Euro. Mit einem Wert von 18,48 Mrd. Euro hatte Wien den einfuhrseitig höchsten Anteil (25,2 Prozent), gefolgt von Oberösterreich (14,05 Mrd. Euro bzw. 19,2 Prozent) und Niederösterreich (12,40 Mrd. Euro bzw. 16,9 Prozent).

Wie in der Vorjahresperiode wiesen auch im ersten Halbjahr 2017 fünf Bundesländer einen Handelsbilanzüberschuss aus, das heißt, es wurden mehr Waren von diesen Bundesländern aus- als eingeführt. Den höchsten Überschuss verbuchte Oberösterreich mit 4,29 Mrd. Euro, gefolgt von der Steiermark mit 2,40 Mrd. Euro und Vorarlberg mit 1,47 Mrd. Euro. Das deutlichste Defizit verzeichnete mit 8,16 Mrd. Euro hingegen Wien.

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