340.593 ohne Job - Arbeitslosigkeit sinkt weiter

340.593 ohne Job - Arbeitslosigkeit sinkt weiter

Die Hochkonjunktur bringt einen weiteren Rückgang bei der Arbeitslosigkeit und viele neue Stellen. Große Abweichungen gibt es zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften in den unterschiedlichen Regionen. Das AMS forciert die überegionale Vermittung von Arbeitskräften.

Wien. Die gute Wirtschaftsentwicklung lässt die Arbeitslosigkeit in Österreich weiter sinken. Ende Juli waren 282.583 Menschen als arbeitslos registriert, um 8,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Rechnet man Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammen, waren 340.593 Personen (-29.793) ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition sank um 0,7 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent.

Die von Eurostat berechnete Quote beträgt 4,7 Prozent, womit Österreich deutlich besser liegt als der EU-Durchschnitt von 6,9 Prozent. Zum Vergleich: In Tschechien herrscht mit einer Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent praktisch Vollbeschäftigung, in Deutschland beträgt sie 3,4 Prozent.

Die Zahl der Schulungsteilnehmer beim Arbeitsmarktservice (AMS) ging um 8,2 Prozent auf 58.010 Personen zurück.

Das Hauptproblem am Arbeitsmarkt ist noch immer der Fachkräftemangel. In dne Bundeländern Triol, Oberösterreich sowie in der Steiermark ist laut AMS-Chef Kopf die Beschäftigungsittuation "hervorragend". Aber Der Fachkärfte bedarf können och immer nicht gedeckt werden. Eine gute Entwicklung zeigt die Lehre.

Das starke heimische Wirtschaftswachstum lässt auch die Anzahl der offenen Stellen kräftig wachsen: Die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren Stellen erhöhte sich im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21,6 Prozent auf 79.099. Die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten stieg laut einer vorläufigen Schätzung um 85.000 Personen (+2,3 Prozent) auf 3,825 Millionen.

Die Arbeitslosigkeit sinkt in allen Bundesländern, mit Abstand am stärksten aber in Tirol, wo die Anzahl der Menschen ohne Arbeit um 17,5 Prozent auf knapp 13.700 gesunken ist. Überdurchschnittlich stark war der Rückgang auch in der Steiermark (-11,7 Prozent), in Oberösterreich (-10,4 Prozent), Kärnten (-9,6 Prozent), im Burgenland (-9,3 Prozent) und in Niederösterreich (-9,2 Prozent). In Wien (-5,0 Prozent), Salzburg (-4,8 Prozent) und Vorarlberg (-3,2 Prozent) war der Rückgang der Arbeitslosigkeit weniger stark.

Die erhöhte Arbeitslosigkeit in Wien sei laut Kopf auch auf die internationale sowie nationale Migration in die Bundeshauptstadt zurückuführen. Metropolen wie Wien haben daher eine größere Anziehungskraft als die ländlichen Regionen.

"Die unterschiedlichen Arbeitslosenquoten nach Bundesländern zeigen höchst unterschiedliche Chancen für Arbeitssuchende in Österreich", sagte Kopf. "So liegt die noch vorläufige Arbeitslosenquote in Tirol aktuell bei 3,3 Prozent, in Wien hingegen bei 11,8 Prozent, aber auch innerhalb der Bundesländer zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Regionen."

Überregionale Vermittlung

Obwohl es starke regionale Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gibt, nehmen nur vergleichsweise wenige Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus Jobs an, die von ihrem Wohnort weiter entfernt sind. Das zeigt eine Spezialauswertung des AMS für das Jahr 2017.

Demnach wurden im Vorjahr rund 617.000 Beschäftigungsverhältnisse aus der Arbeitslosigkeit heraus aufgenommen, davon rund 215.000 (rund 35 Prozent) außerhalb des eigenen Wohnbezirks - wobei das noch keine Aussage darüber zulässt, wie weit der Arbeitsort vom Wohnort entfernt ist. Auch nahegelegene Arbeitsorte gelten bereits als "überregional", wenn zwischen Wohn- und Arbeitsort eine Bezirksgrenze liegt. Nur bei 16 Prozent der aus der Arbeitslosigkeit heraus aufgenommenen Jobs lag der Arbeitsort auch außerhalb der angrenzenden Nachbarbezirke.

"Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist regional sehr unterschiedlich. Daher ist die überregionale Vermittlung von Jobsuchenden sehr wichtig", sagte AMS-Vorstand Johannes Kopf am Mittwoch laut Aussendung. "Im Jahr 2017 hat das AMS 480.000 Jobsuchenden insgesamt 3,2 Millionen Vermittlungsvorschläge gemacht. Davon war eine Million bzw. knapp ein Drittel der Stellenangebote überregional, das heißt der Arbeitsbezirk lag außerhalb des Wohnbezirks."

Nach Personengruppen betrachtet haben junge, männliche Inländer von der Entspannung am Arbeitsmarkt am meisten profitiert. Bei den Männern ging die Anzahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer um 9,9 Prozent auf 178.244 zurück, bei den Frauen nur um 6,0 Prozent auf 162.349.

Arbeitslosigkeit bei Ausländern wenig rückläufig

Anhaltend hoch ist die Arbeitslosigkeit unter Ausländern - sie machen etwa ein Drittel aller Arbeitslosen aus und ihre Lage am Arbeitsmarkt verbessert sich nur langsam: Während die Arbeitslosigkeit bei Inländern im Jahresabstand um 10,4 Prozent gesunken ist, betrug der Rückgang bei Ausländern nur 2,6 Prozent.

Auch junge Menschen haben es nun leichter, einen neuen Job zu finden: Im Juli waren 56.112 Jugendliche (unter 25 Jahre) ohne Job, ein Rückgang um 8,2 Prozent. Bei den Menschen im Haupterwerbsalter betrug der Rückgang 9,3 Prozent, bei Menschen über 50 nur 5,3 Prozent. Österreich gehört zu den Ländern mit vergleichsweise niedriger Jugendarbeitslosigkeit (10,0 Prozent nach Eurostat-Berechnung). Die Anzahl der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen ist um 13,6 Prozent auf 5.105 gestiegen.

Die Baubranche hat von der guten Wirtschaftsentwicklung besonders profitiert, hier ist die Anzahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer um 14,3 Prozent auf 17.636 zurückgegangen. Bei der Herstellung von Waren betrug der Rückgang 11,8 Prozent, bei der Beherbergung und Gastronomie 10,7 Prozent und im Gesundheits- und Sozialwesen (-10,3 Prozent).

AMS zückt den Rotstift

Die Archäologisch Soziale Initiative NÖ beschäftigte 27 Jahre lang Arbeitslose bei Ausgrabungsprojekten privater und öffentlicher Insitutionen. Si wird nun dem Spardikat der Regierung geopfert.

Die von der Regierung beschlossenen Einsparungen beim AMS haben zur Schließung der gemeinnützigen Organisation ASINOE geführt, die Arbeitslose bei archäologischen Projekten beschäftigte. Das teilte eine Sprecherin der Liste Pilz am Mittwoch mit. Die Archäologisch Soziale Initiative NÖ, kurz ASINOE, führte seit 27 Jahren Ausgrabungen für private und öffentliche Bauherren in Niederösterreich durch.

Die ASINOE bot Arbeitslosen, vor allem aufgrund ihrer körperlichen, psychischen oder sozialen Situation besonders benachteiligten Personengruppen, eine Beschäftigungsmöglichkeit an. Das Projekt habe 2.000 arbeitsuchenden Menschen eine Chance gegeben, so Gründungsmitglied Alois Huber. Ein Drittel davon sei wieder in den regulären Arbeitsmarkt integriert worden.

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