Arbeitslosigkeit steigt im Mai auf über 400.000

Arbeitslosigkeit steigt im Mai auf über 400.000

405.740 Menschen waren im Mai 2016 in Österreich arbeitslos. Das ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Kein Zuwachs gibt es bei männlichen Arbeitslosen. Erfreulich: Die Zahl der offenen Lehrstellen hat deutlich zugenommen. Erste positive Zeichen für einer Aufhellung der Konjunktur schlagen nun auch am Arbeitsmarkt auf.

Wien. Im Mai waren 405.470 Menschen auf Jobsuche, das ist ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig hat die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 41 Prozent auf 41.591 zugelegt. Einmal mehr waren insbesondere Ältere und Ausländer von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen, während es bei den Jugendlichen einen deutlichen Rückgang gab.

Die Arbeitslosenquote nach Eurostat gab um 0,1 Prozentpunkt auf 5,8 Prozent nach, bei Jugendlichen reduzierte sie sich um 0,5 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent. Die Zahl der Lehrstellensuchenden erhöhte sich um 3,7 Prozent, gleichzeitig stieg die Zahl der offenen Lehrstellen um 9,2 Prozent.

Bei den Männern blieb die Zahl der Arbeitslosen im Jahresvergleich konstant, bei den Frauen gab es einen Zuwachs von 2,8 Prozent. 16 Prozent der Arbeitslosen waren bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche, insgesamt betrug die durchschnittliche Arbeitslosendauer 126 Tage, was einem Zuwachs von 12 Tagen entspricht.

Ein Lichtblick ist der Lehrstellenmarkt, wo die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 9,2 Prozent auf 3.222 Stellen anwuchs. Gleichzeitig waren aber 4.967 Personen auf Lehrstellensuche, ein Zuwachs von 3,7 Prozent.

Einmal mehr waren besonders Ältere und Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei den Personen ab 50 Jahren gab es einen Zuwachs von 6,1 Prozent auf 93.859 Personen, bei Ausländern stieg die Zahl um 4,6 Prozent auf 94.976. Einen Lichtblick gab es hingegen bei den Männern, wo die Arbeitslosenzahl stabil blieb, während sie bei Frauen um 2,8 Prozent nach oben ging.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten erhöhte sich um 1,3 Prozent auf 3,57 Millionen. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen legte um 41 Prozent zu. In absoluten Zahlen ist der Wert allerdings weniger beeindruckend: Vor einem Jahr gab es 12.089 offene Stellen, heuer waren es 41.591.

Nach Branchen betrachtet zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Während am Bau (minus 8,1 Prozent) und bei den Zeitarbeitnehmern (minus 2,8 Prozent) ein Rückgang verzeichnet wurde, gab es im Handel ein Plus von 2,4 Prozent, im Tourismus waren um 0,3 Prozent mehr ohne Job.

Nach Bundesländern betrachtet gab es ebenfalls ein differenziertes Bild: Am stärksten war der Anstieg in Wien und Oberösterreich mit jeweils 2,7 Prozent, während es in Tirol einen Rückgang von 5,1 Prozent gab und in Salzburg das Minus 4,2 Prozent betrug.

Als Grund für den weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen nennt das Sozialministerium die Zunahme der Zahl der Jobsuchenden durch die Erhöhung des Pensionsalters und den Zuzug aus dem Ausland.

Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt auch in der Bundeshauptstadt angespannt: Dort waren im Mai 123.474 Personen als arbeitslos vorgemerkt - ein Anstieg um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Zahl der Schulungsteilnehmer stieg zugleich um 20,8 Prozent und liegt nun bei 29.374. In Summe waren somit 5,7 Prozent mehr Wiener auf Jobsuche, teilte das Wiener AMS am Mittwoch mit.

Die Arbeitslosenquote - hier sind Menschen in Schulungen nicht berücksichtigt - lag im Mai bei 13,2 Prozent, hieß es auf APA-Nachfrage. Das entspricht einem Anstieg von 0,2 Prozentpunkten gegenüber Mai 2015.

Differenziert betrachtet, war die Situation für ältere Personen bzw. in den Bereichen Einzelhandel, Hotellerie und Gastronomie überdurchschnittlich schwierig. Rückgänge gab es indes bei jungen Jobsuchenden bzw. in den Sektoren Warenproduktion und im Baubereich.

Erwartungsgemäß stark zugenommen habe in den vergangenen zwölf Monaten die Zahl der arbeitslosen anerkannten Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigten. Sie stieg um 48,6 Prozent auf 16.243 Menschen. Mit Maßnahmen wie intensiver Unterstützung beim Deutschlernen, der individuellen Erhebung der mitgebrachten Kompetenzen und der eingehenden Begleitung zu einem österreichischen Bildungsabschluss wolle man diese Personen rasch in den Arbeitsmarkt integrieren, sagte AMS-Wien-Chefin Petra Draxl per Aussendung.

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