Arbeitslosigkeit sinkt im Juni unter 400.000

Arbeitslosigkeit sinkt im Juni unter 400.000

Im Vergleich zum Mai ist die Arbeitslosigkeit wieder leicht rückläufig. Im Vergleich zum Juni des Vorjahre kommt es wieder zu einer Zunahme von 1,3 Prozent auf 386.722 Arbeitslose. Betroffen sind vor allem Ältere, Ausländer und Frauen. Die Jugend-Arbeitslosigkeit ist rückläufig. Es gibt mehr offene Lehrstellen und deutlich mehr gemeldete offene Stellen.

Wien. Ende Juni waren in Österreich 319.969 Menschen auf Jobsuche, das ist ein Rückgang um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig ist aber die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 8,2 Prozent auf 66.803 gestiegen - insgesamt waren also 386.772 Menschen ohne Arbeit, um 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote hat sich nach österreichischer Berechnungsmethode um einen Prozentpunkt auf 8,1 Prozent reduziert, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Nach Eurostat-Berechnungsmethode beträgt die Arbeitslosenquote 6,1 Prozent (+0,2 Prozentpunkte).

Deutlich erhöht hat sich zuletzt die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen, nämlich um 48 Prozent auf 44.209.

Gegenüber dem Vormonat Mai ist die Anzahl der vorgemerkten Personen saisonbedingt um 18.698 zurückgegangen, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Weiter deutlich steigend ist die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten, die um 1,5 Prozent auf 3,618 Millionen zugenommen hat. Mehr als die Hälfte der 54.000 zusätzlichen Jobs sind Vollzeit-Arbeitsplätze.

Auch der Bestand der offenen Stellen steigt - besonders stark in der Informations- und Kommunikationsbranche (+77 Prozent), aber auch im Handel mit (+61 Prozent) und im Bau (+58 Prozent).

Wie in den Vormonaten ist auch zur Jahresmitte 2016 die Arbeitslosigkeit bei Männern (-1,1 Prozent) rückläufig, bei Frauen ist sie hingegen um 1,3 Prozent gestiegen. Insgesamt waren 175.910 Männer arbeitslos und 144.059 Frauen.

Überdurchschnittlich steigt weiterhin die Arbeitslosigkeit von "Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen" (+8,2 Prozent), Ausländern (+3,0 Prozent) und bei den Menschen ab 50 Jahren (+5,1 Prozent). Von den knapp 320.000 vorgemerkten Arbeitslosen waren gut 90.000 Ausländer, fast ebenso viele waren über 50 Jahre alt.

Bei den Jugendlichen entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiterhin besser als der Gesamtdurchschnitt. Für die 15- bis 24-Jährigen beträgt der Rückgang der Arbeitslosigkeit 6,7 Prozent und bei den Arbeitsmarkteinsteigern - den 15 bis 19-Jährigen - ist sie sogar um 9,2 Prozent zurückgegangen.

Leicht rückläufig ist zudem auch die Zahl der Lehrstellensuchenden. Am Ende des Schuljahres 2015/16 sind 4.879 Jugendliche sofort für den Arbeitsmarkt verfügbar (-0,6 Prozent) und weitere 5.415 (-4,3 Prozent) sind bereit in den nächsten Wochen eine Lehrstelle anzutreten. Demgegenüber haben die Betriebe derzeit 3.027 (+12,8 Prozent) sofort verfügbare offene Lehrstellen gemeldet und weitere 10.740 (+1,6 Prozent) sollten in den kommenden Wochen besetzt werden können. Einen Überhang an (sofort verfügbaren) offenen Lehrstellen gibt es vor allem in Oberösterreich, Salzburg und Tirol.

Insgesamt nahmen im ersten Halbjahr 203.000 Männer und 96.000 Frauen nach der Vormerkung beim Arbeitsmarktservice wieder eine Arbeit auf. Davon waren 52.000 Jugendliche im Alter bis 25 Jahren und mehr als 56.000 ältere Arbeitnehmer.


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Nach Bundesländern betrachtet zeigt sich der gleiche Trend wie bisher mit sinkender Arbeitslosigkeit in den westlichen Bundesländern Tirol (-6,7 Prozent), Salzburg (-3,9 Prozent) und Vorarlberg (-0,2 Prozent). Auch in Kärnten liegt die Zahl der Arbeitssuchenden mit -1,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ansteigend bleibt sie hingegen vor allem in Niederösterreich mit +2,5 Prozent und Oberösterreich mit +1,4 Prozent. In Wien macht das AMS deutlich mehr Schulungen, daher hat sich der Anstieg der Arbeitslosenzahl auf +0,3 Prozent verlangsamt.

Sinkende Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone

In den 19 EU-Ländern, die den Euro als Währung haben, ist die Arbeitslosigkeit im Mai 2016 leicht zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote betrug 10,1 Prozent, nach 10,2 Prozent im Vormonat April und 11,0 Prozent im Mai 2015. Nicht so in Österreich: Hierzulande ist die Quote auf 6,1 Prozent gestiegen, womit Österreich nur noch die siebentniedrigste Arbeitslosigkeit in der EU hatte.

Im April belegte Österreich mit einer Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent noch Platz 6. Diese Daten gab die EU-Statistikbehörde Eurostat am Freitag bekannt.

Am wenigsten Arbeitslose haben demnach Tschechien (4,0 Prozent), Malta (4,1 Prozent) und Deutschland (4,2 Prozent). Die höchsten Quoten registrierten Griechenland (24,1 Prozent im März 2016), Spanien (19,8 Prozent), und Kroatien (13,3 Prozent).

Auch in der gesamten EU war die Arbeitslosigkeit im Mai rückläufig. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,6 Prozent, nach 8,7 Prozent im April sowie 9,6 Prozent im Mai 2015.

In der EU waren im Mai 21,1 Millionen Männer und Frauen arbeitslos, davon 16,3 Millionen im Euroraum. Gegenüber Mai 2015 verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen in den 28 EU-Ländern um rund 2,2 Millionen und im Euroraum um 1,4 Millionen.

Das Problem: die Jugendarbeitslosigkeit

Weiterhin ein Problem ist die zum Teil hohe Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen. Im Mai 2016 waren in der EU 4,2 Millionen Personen im Alter unter 25 Jahren arbeitslos, davon 2,9 Millionen im Euroraum. In Griechenland waren im März - neuere Daten liegen noch nicht vor - mehr als die Hälfte der Jugendlichen arbeitslos. In Spanien lag die Jugendarbeitslosenquote bei 43,9 Prozent, in Italien bei 36,9 Prozent und in Kroatien bei 31,4 Prozent (hier allerdings im ersten Quartal 2016).

Österreich reiht sich unter jene Länder, in denen die Jugendarbeitslosigkeit mit einer Quote von 11,3 Prozent vergleichbar niedrig ist, dennoch über der allgemeinen Arbeitslosenquote liegt. Die niedrigsten Quoten im Mai 2016 verzeichneten Malta (6,9 Prozent), Deutschland (7,2 Prozent) und Tschechien (10,1 Prozent).

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