Arbeitslosigkeit steigt weiter: 468.654 ohne Job

Arbeitslosigkeit steigt weiter: 468.654 ohne Job

Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im März auf Rekordniveau erneut gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr waren um 2,4 Prozent mehr Personen ohne Job, Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet also 438.654 Personen (+10.135).

Das milde Wetter hat den Anstieg der Arbeitslosigkeit im März etwas gedämpft. In Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Kärnten gab es weniger Menschen ohne Job. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel bei Ausländern hoch aus, weil immer mehr Flüchtlinge in der Arbeitslosenstatistik ankommen, bei den arbeitslosen Inländern inklusive Schulungen wurde hingegen sogar ein leichter Rückgang verzeichnet.

"Eine Entlastung des Arbeitsmarktes kann nur mit einer deutlichen investitionsfördernden Politik in ganz Europa erreicht werden", kommentierte Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) am Freitag die aktuellen Arbeitsmarktzahlen in einer Aussendung. Es müssten bei steigender Arbeitslosigkeit mehr finanzielle Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik eingesetzt werden. Der Sozialminister fordert die erzielten niedrigeren Ausgaben durch die Pensionsreformen der vergangenen Jahre in die Arbeitsmarktpolitik zu investieren. "Eine Trendwende am Arbeitsmarkt ist weiterhin nicht zu entdecken", so AMS-Vorstand Johannes Kopf am Freitag. Die Schulungen des Arbeitsmarktservice seien unter anderem durch verstärkte Aktivitäten und zusätzliches Förderbudget für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte wieder leicht gestiegen.

Auswirkungen der Zielpunkt-Pleite

Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer erhöhte sich bei Männern per Ende März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,4 Prozent auf 252.041, bei Frauen gab es ein Plus von 3,7 Prozent auf 186.613. Bei den Inländern waren mit 310.363 Personen um 0,5 Prozent weniger ohne Job, während die Zahl der joblosen Ausländer - aufgrund steigender anerkannter Flüchtlinge am Arbeitsmarkt - um 9,9 Prozent auf 128.291 zulegte.

Das Plus von Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern im Handel - unter anderem wegen der Zielpunkt-Pleite - um 2,8 Prozent auf 63.010 wirkte sich vor allem für Frauen negativ aus. Die hohe Fluktuation im Gesundheits- und Sozialwesen bescherte der Branche einen Arbeitslosenanstieg von 4,2 Prozent auf 11.251. Im Tourismus gab es einen leichten Zuwachs um 1,8 Prozent, während am Bau (-6,9 Prozent), bei Leiharbeit (-2,4 Prozent) und in der Warenerzeugung (-1,4 Prozent) rückläufige Zahlen verzeichnet wurden.

Nach Bundesländern war die Entwicklung am Arbeitsmarktmarkt in Westösterreich und Kärnten deutlich besser als in Ostösterreich: Die Arbeitslosenzahlen stiegen in Wien um 4,6 Prozent, im Burgenland um 3,8 Prozent und in Niederösterreich um 2,9 Prozent, sanken hingen in Tirol (-7,8 Prozent ), Salzburg (-6,7 Prozent) und Vorarlberg (-1,1 Prozent). Die Zahl der Schulungsteilnehmer erhöhte sich nur in Wien (+18,5 Prozent) und verringerte sich am stärksten in Kärnten (-14,4 Prozent), der Steiermark (-6,3 Prozent) und im Burgenland (-6,8 Prozent).

Flüchtlinge kommen in Statistik an

Seit einiger Zeit kommen die Flüchtlinge immer stärker in der Arbeitslosenstatistik an. Rund drei Viertel des Anstiegs der Personen ohne Job entfiel im März in Österreich auf anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte. Zwei Drittel der joblosen Flüchtlinge sind in Wien auf Arbeitssuche.

Die Zahl der arbeitslosen Personen und Schulungsteilnehmer ist im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent oder 10.135 auf 438.654 Betroffene gestiegen. Von den mehr als 10.000 zusätzlichen Menschen ohne Arbeit waren 7.580 Personen als anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte beim Arbeitsmarktservice (AMS) registriert.

Insgesamt waren im März 18.498 Asylberechtige und 4.176 subsidiär Schutzberechtige beim AMS arbeitslos gemeldet oder in Schulungen, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Von den 22.674 Personen waren 7.946 aus Syrien, 4.860 aus Afghanistan, 3.520 aus Russland, 1.126 aus dem Iran, 1.233 aus dem Irak und 845 aus Somalia, wie das AMS auf APA-Anfrage mitteilte. Bei 1.358 Personen ist die Nationalität ungeklärt (staatenlos).

Zwei Drittel der arbeitslosen anerkannten Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigten waren im März in Wien beim AMS gemeldet. 15.065 Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtige befanden sich in der Bundeshauptstadt; in Oberösterreich waren es 2.098, in Niederösterreich 1.887, in der Steiermark 1.357, in Tirol 656, in Salzburg 612, in Kärnten 474, in Vorarlberg 387 und im Burgenland 138.

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