Arbeitslosigkeit im August gesunken - Rekordwert bei Beschäftigung

Arbeitslosigkeit im August gesunken - Rekordwert bei Beschäftigung

Lichtblick am Jobmarkt: Die Bauwirtschaft ist eine der Branchen, die den Arbeitsmarkt belebt.

Auch im Augst ist die Arbeitslosigkeit gesunken: Die Arbeitslosenrate 7,7 Prozent - um 0,6 Prozent weniger als im Juni. Die Baubranche, die Warenproduktion und der Tourismus schieben an. Der positive Trend, soll auch langzeitarbeitslose Ältere mit Aktion 20.000 wieder in die Beschäftigung bringen. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie zuletzt vor etwa drei Jahren.

Wien. Die gute Konjunkturlage schiebt den Arbeitsmarkt weiter an. Und führt zu einer kräftigen Verringerung der Arbeitslosenzahl. Die Zahl der beim AMS gemeldeten Arbeitslosen sank im August um 5,6 Prozent auf 311.492 Personen, die Zahl der Schulungsteilnehmer stieg um 7,7 Prozent auf 63.300.

Schwächere Zunahme bei älteren Arbeitslosen

Im August stieg die Arbeitslosigkeit bei Älteren (ab 50 Jahren) um 1,2 Prozent bzw. 1.126 Personen auf 92.075 Personen. Der Anstieg ist aber gegenüber dem Juni geringer ausgefallen.

Erfreulich sind die Zahlen bei Jugendlichen. Die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahren) ging um 14,6 Prozent bzw. 6.154 Personen auf 36.013 Personen deutlich zurück.

Auch am Lehrstellenmarkt zeigt sich die gute Wirtschaftslage: Es gab um 28 Prozent mehr offene Lehrstellen, österreichweit wurden 5.691 Lehrlinge gesucht. Diesen gemeldeten offenen Lehrstellen standen 8.377 Personen gegenüber, die eine Lehrstelle suchten, etwas weniger (-1,1 Prozent) als im Vorjahr. Die Lehrstellenlücke sank daher um 1.341 auf 2.686.

Für den Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt "höchst erfreulich". Trotz eines immer noch zu hohen Bestands an Arbeitslosen nach vielen Jahren Wachstumsschwäche gebe es schon Klagen über Besetzungsschwierigkeiten und Fachkräftemangel in Teilbereichen. Daher müsse man verstärkt in die Qualifizierung von Arbeitssuchenden investieren.

Dadurch werde nicht nur der Aufschwung gestützt, sondern man könne auch weitere Rückgänge bei der Arbeitslosigkeit melden, erläutert Kopf am Freitag in einer Aussendung.

Die August-Zahlen vom Arbeitsmarkt lassen erkennen, wo die Wirtschaft wirklich "boomt", sagt Kopf. Die stärksten Rückgänge bei der Arbeitslosigkeit weisen der Bau und die Warenproduktion auf. Aber auch der Tourismus greife im "Rekordsommer" offenbar verstärkt auf vom AMS vermittelte Arbeitskräfte zurück.

Die gute Konjunktur

Die gute Konjunkturlage zeigt sich am Arbeitsmarkt durch einen neuen Rekordwert der Beschäftigung. Mit Ende August 2017 sind in Österreich 3,734.000 Personen unselbstständig beschäftigt, um 77.000 Personen mehr als im Vorjahr. "Der positive Trend ist weiter spürbar", erklärt Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) am Freitag. Dazu habe auch der seit Juli geltende Beschäftigungsbonus beigetragen.

Bei älteren Arbeitnehmern sei die Trendumkehr aber noch nicht geschafft, sagt Stöger in einer Aussendung. Daher sei die Aktion 20.000 wichtig, mit der ältere Langzeitarbeitslose Jobs bei Gemeinden oder gemeinnützigen Stellen bekommen sollen. In den Modellregionen in allen Bundesländern sei die Aktion bereits sehr erfolgreich angelaufen. Ziel sei die Halbierung der Langzeitarbeitslosigkeit in der Generation 50 plus, ab 1. Jänner 2018 werde die Aktion 20.000 flächendeckend in ganz Österreich umgesetzt.

Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei behinderten Personen, und zwar um 3,1 Prozent auf 12.577. Ein Anstieg ist auch bei den Langzeitarbeitslosen zu verzeichnen, und zwar um 4,5 Prozent auf 58.429 Personen. Diese sind mehr als 12 Monate arbeitslos.

Nach Branchen betrachtet hat vor allem der Bau stark angezogen: Die Arbeitslosigkeit am Bau ist um 10,1 Prozent bzw. 2.066 Personen gesunken, in der Herstellung von Waren sank sie um 8,6 Prozent bzw. 2.516 Personen. Im Tourismus ist die Arbeitslosigkeit um 8,5 Prozent bzw. 3.101 Personen rückläufig und auch im Handel ist die Arbeitslosigkeit um 7 Prozent bzw. 3.671 Personen ebenso wie in der Arbeitskräfteüberlassung mit 4,8 Prozent bzw. 1.603 Personen gefallen. Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen der Vormonate hat sich gänzlich eingebremst (+0,0 Prozent).

In allen Bundesländern ging im August die Arbeitslosigkeit zurück. Prozentuell war der Rückgang in Tirol mit minus 12,9 Prozent am größten, in absoluten Zahlen gemessen fiel der Rückgang in Wien mit 5.213 weniger Arbeitslosen am stärksten aus. Die meisten offenen Stellen gab es in Oberösterreich mit 17.167 freien Arbeitsplätzen. Der stärkste Rückgang bei Schulungsteilnehmern war in Salzburg mit minus 11,6 Prozent zu verzeichnen.

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