Arbeitslosigkeit im August gesunken - 344.651 Menschen ohne Job

Arbeitslosigkeit im August gesunken - 344.651 Menschen ohne Job

Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr weiterhin gesunken. Gegenüber dem Vormonat etwas höher, was saisonal bedingt ist. Die Zahl der offenen Stellen steigt weiterhin. Im August waren es um ein Viertel mehr als im Juli. Offene Stellen bleiben länger unbesetzt. Beim Bestreben Jugendliche aus dem Ausland mit der Rot-Weiß-Rot-Karte anzuwerben, ist AMS-Chef Kopf skeptisch.

Wien. Die Arbeitslosigkeit ist auch im August deutlich niedriger gewesen als im Vorjahresmonat. Ende August waren 344.651 Menschen ohne Job, um 8,0 Prozent oder rund 30.000 Menschen weniger als vor einem Jahr. Davon waren 288.186 arbeitslos gemeldet (minus 7,5 Prozent) und 56.465 Personen in Schulung (minus 10,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition betrug damit im August 7,0 Prozent.

Der Rückgang betrug bei den Männern 9,1 Prozent, bei den Frauen 5,7 Prozent, teilte das Arbeitsmarktservice am Montag mit. Die Arbeitslosenquote betrug 7,0 Prozent.

"Alle Altersgruppen, alle Bundesländer, alle beschäftigungsstarken Branchen, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, sogar langzeitarbeitslose Menschen können erfreulicherweise von der guten Arbeitsmarktentwicklung profitieren", schreibt das AMS. Auch bei Menschen über 50 Jahren gab es einen Rückgang, ebenso in allen Ausbildungskategorien vom Pflichtschulabschluss bis zu den Akademikern.

Die Arbeitslosenquote lag damit um 0,7 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr, aber saisonal bedingt etwas höher als im Juli (6,9 Prozent), teilte das Arbeitsmarktservice am Montag mit.

Parallel zur geringeren Arbeitslosenrate gab es auch mehr offene Stellen. 79.354 Jobs waren im August sofort verfügbar, das waren um fast 17.500 oder 28,3 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Zahl der offenen Lehrstellen ist um 962 auf 6.653 offene Lehrstellen gestiegen, bei 8.390 aktuell Lehrstellensuchenden.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ist laut AMS auf 3,811.000. Das entspricht einem Anstieg um 2,3 Prozent oder 86.000 Jobs.

Zweistellige Rückgänge bei Menschen ohne Job (Arbeitslose und Schulungen zusammen) verzeichneten Tirol (15,7 Prozent), die Steiermark (11,6 Prozent) und Oberösterreich (10,7 Prozent). Den geringsten Rückgang gab es in Vorarlberg (2,3 Prozent). In Wien machte der Rückgang 5,7 Prozent aus.

Langsam stellt sich das Thema, wie schnell Unternehmen ihre offenen Stellen besetzen können: "Damit verbunden zeigt sich, dass es Unternehmen nunmehr schwerer fällt, Stellen rasch zu besetzen, so ist die durchschnittliche Laufzeit einer offenen Stelle mit 49 Tagen um 9 Tage gegenüber dem Vorjahr gestiegen", so das AMS.

Die Betriebe haben zuletzt 41 Prozent der offenen Stellen dem Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet, das sei der höchste jemals erreichte Wert, sagte AMS-Chef Johannes Kopf im "Mittagsjournal". Das AMS fördere im Kampf gegen Fachkräftemangel 35.000 Menschen auf ihrem Weg zum Lehrabschluss. Weitere 35.000 Menschen, vor allem Ältere und Frauen, erhalten AMS-Förderung für die betriebliche Qualifikation.

Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit dürfte auch 2019 noch sinken, 2020 könne man noch nicht genau vorhersagen. Beim Bestreben, Jugendliche aus dem Ausland für die Lehre anzuwerben, ist Kopf skeptisch. Die Rot-Weiß-Rot-Karte ziele auf hoch qualifizierte Menschen ab, das sei bei einem 15-Jährigen schwer nachzuweisen. Auch habe Deutschland mit dem Versuch im EU-Ausland Jugendliche für die Lehre anzuwerben wenig Erfolg gehabt, obwohl dafür 800 Mio. Euro aufgewendet wurden. Interessant sei das deutsche Modell, dass Großbetriebe im Ausland Lehrlinge ausbilden und diese Qualifikation dann in Deutschland anerkannt wird.

Kopf ist nicht überrascht, dass es eine Diskussion über die Lehre für Asylwerber gibt. Diese Option habe Österreich nur eröffnet, weil die Asylverfahren nach dem großen Flüchtlingszustrom 2015/16 so lange dauerten und alles besser sei, als Jugendliche unbeschäftigt zu lassen. Er befürworte aber, wenn diesen Jugendlichen nun ermöglicht werde, die Lehre abzuschließen. Wie es danach weitergehe, werde noch zu diskutieren sein.

Das AMS-Budget für 2019 wird "schwieriger als in den Vorjahren", räumte Kopf ein. Noch diese Woche sei ein Gespräch mit Sozialministerin Beate Hartinger-Klein vorgesehen, nächste Woche Donnerstag folge der AMS-Verwaltungsrat. "Ich gehe davon aus, dass bis dahin Klarheit herrscht." Angesichts der Unsicherheit, wie viel Rücklage das AMS auflösen darf, sei man bei der Vergabe von Kursen für 2019 noch "zurückhaltend". Jedenfalls aber seien Veränderungen geplant, weil das AMS noch stärker Fachkräfte ausbilden wolle. Mindestens wird das Budget 1,05 Mrd. Euro betragen, Kopf erwartet maximal 1,25 Mrd. Euro.

Italien: Was die Wirtschaft zum Kollabieren bringen könnte

Geld

Italien: Was die Wirtschaft zum Kollabieren bringen könnte

Reinhold Gütebier, CEO Kika/Leiner

Wirtschaft

Neuer Kika/Leiner-Chef Gütebier will mehr Glanz im Möbelreich

Kaiser Franz Joseph, Ölgemälde, 1910

Wirtschaft

Thema: 100 Jahre Republik - Die neuen Habsburger