Arbeitslosigkeit im April um 1,1 Prozent gestiegen

Arbeitslosigkeit im April um 1,1 Prozent gestiegen

Neben der Arbeitslosenquote ist auch die Zahl der Schulungsteilnehmer angestiegen, die nicht in die Arbeitslosenquoten eingerechnet werden. Die Zahl der offenen Stellen ist kräftig gestiegen. Zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit kam es bei den Jungen. Ein Anstieg gab es bei den Älteren.

Wien. Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich im April erneut angestiegen: Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren um 1,1 Prozent mehr Menschen ohne Job. Während die Zahl der beim AMS vorgemerkten Arbeitslosen um 0,5 Prozent auf 353.874 stieg, kletterte die Zahl der Schulungsteilnehmer um 4,3 Prozent auf 70.823 Personen. Die Arbeitslosenquote lag nach nationaler Definition bei 9,1 Prozent und damit nominell genauso hoch wie im Vorjahresmonat.

Das Sozialministerium sieht jedoch einen Rückgang um 0,1 Prozentpunkte: Bei Betrachtung der hinteren Kommastellen lag die Quote im April 2015 bei 9,147 Prozent und nun im April 2016 bei 9,067 Prozent - die Differenz betrage 0,08 und damit - gerundet - 0,1 Prozentpunkte. Grund für den Rückgang der Quote trotz steigender Arbeitslosigkeit sei der noch stärkere Anstieg der Beschäftigten, so das Ministerium zur APA.

Per Ende April gab es auch positive Zeichen am heimischen Arbeitsmarkt: Beim AMS waren mit plus 42,1 Prozent deutlich mehr offene Stellen (insgesamt 39.359) gemeldet, und es gab um 1,5 Prozent bzw. 52.000 mehr unselbstständig Beschäftigte, teilte das Sozialministerium am Montag mit.

Der Arbeitsmarkt - ohne Schulungsteilnehmer - bot Ende April ein gemischtes Bild: Der stärkste Anstieg an Arbeitslosigkeit wurde vom AMS bei den Älteren (ab 50 Jahren) gemeldet, hier stieg die Arbeitslosigkeit um 4,6 Prozent auf 97.759 Personen. Rückgängig war die Arbeitslosigkeit hingegen bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahren), bei ihnen sank sie um 3,8 Prozent auf 44.547 arbeitslose Personen.

Bei Männern ging die Arbeitslosigkeit um 0,7 Prozent zurück, während sie bei Frauen um 2,1 Prozent anstieg. Auch bei Inländern war ein Rückgang um 0,7 Prozent auf 252.239 zu verzeichnen, während die Zahl der arbeitslosen Ausländer um 3,8 Prozent auf 101.635 Personen zulegte.

Bei Männern ging die Arbeitslosigkeit um 0,7 Prozent zurück, während sie bei Frauen um 2,1 Prozent anstieg. Auch bei Inländern war ein Rückgang um 0,7 Prozent auf 252.239 zu verzeichnen, während die Zahl der arbeitslosen Ausländer um 3,8 Prozent auf 101.635 Personen zulegte.

Nach Branchen betrachtet gab es um 8,8 Prozent weniger Arbeitslose am Bau und um 2,9 Prozent weniger Arbeitslose in der Warenproduktion. Auch im Tourismus ging die Zahl der Arbeitslosen um 0,8 Prozent zurück, während im Handel ein Plus von 2,4 Prozent zu verzeichnen war. Im Gesundheits- und Sozialwesen gab es per Ende April um 4,6 Prozent mehr Arbeitslose.

Das Ost-West-Gefälle

Die Entwicklung am österreichischen Arbeitsmarkt zeigte im April eine leichte Erholung im Westen, während im Osten des Bundesgebiets weiterhin die Arbeitslosenzahlen stiegen. Positiv stellten sich Vorarlberg (-0,8 Prozent), Tirol (-6,9 Prozent), Kärnten (-1,1 Prozent) und Salzburg (-2,5 Prozent) dar, wo überall weniger Arbeitslose als im Vorjahr gemeldet wurden.

Mehr Arbeitslose wurden hingegen im Burgenland (+1,6 Prozent), in Nieder- und Oberösterreich (je plus 1,9 Prozent), in der Steiermark (+1,1 Prozent) und vor allem in Wien verzeichnet. Mit 2 Prozent mehr Arbeitslosen und 16,6 Prozent mehr Schulungsteilnehmern war die Bundeshauptstadt Schlusslicht der Bundesländerstatistik. Von den österreichweit 353.874 gemeldeten Arbeitslosen waren 124.802 in Wien (ein Anteil von 35 Prozent), von den insgesamt 70.823 Schulungsteilnehmern waren 29.063 in Wien (ein Anteil von 41 Prozent).

Das AMS erklärt die traditionell höhere Arbeitslosigkeit in Wien mit dem innerösterreichischen Zuzug von Arbeitskräften aus den Bundesländern sowie mit dem Zuzug von Arbeitskräften aus den "neuen" EU-Mitgliedsstaaten. Dieser wirke sich am stärksten auf Wien und das Burgenland aus.

Bei den gemeldeten offenen Stellen gab es in allen neun Bundesländern Zuwächse, die bis auf Vorarlberg überall im zweistelligen Prozentbereich ausfielen. Besonders stark stach Oberösterreich hervor, wo 11.671 offene Stellen verzeichnet wurden, ein Plus zum Vorjahresmonat von 72 Prozent. Auch der steirische Arbeitsmarkt zeigte sich dynamisch, hier waren um 60 Prozent mehr offene Stellen gemeldet.

Vorboten einer Erholung des Arbeitsmarktes

Das Sozialministerium sieht in den Daten "Zeichen für eine allmähliche Erholung der österreichischen Wirtschaft. Die Entwicklung scheint damit besser zu laufen, als dies die Forschungsinstitute im Zuge ihrer Frühjahrsprognosen noch eingeschätzt haben", heißt es in einer Aussendung des Ministeriums. Der Anstieg bei der Ausländerarbeitslosigkeit sei im Wesentlichen auf die steigende Zahl von schutzberechtigten Personen zurückzuführen. Aktuell sind 23.482 arbeitslos oder in Schulungen des Arbeitsmarktservice.

AMS-Vorstand Johannes Kopf sieht trotz der weiter steigenden Arbeitslosigkeit eine Konjunkturverbesserung: Insbesondere die Baubranche zeige eine höchst erfreuliche Entwicklung. Auch der Rückgang im vielfach exportorientierten Warenproduktionsbereich bestätige die international verbesserte Wirtschaftsentwicklung.

Neben dem schon in den Vormonaten gemeldeten Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit sei nun auch ein leichter Rückgang der Inländerarbeitslosigkeit auffällig. Angesichts der vorliegenden negativen Prognosen und aktuell rund 425.000 arbeitslosen bzw. in Schulung befindlichen Personen "ist aber trotzdem weiter jede Besorgnis durchaus angebracht", erklärt Kopf auf Twitter.

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