Arbeiterkammer fordert 200 Millionen Euro mehr für Bahnausbau

Mit zusätzlichen Mitteln von 200 Millionen Euro könnten laut Arbeiterkammer in Österreich 3000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Arbeiterkammer fordert 200 Millionen Euro mehr für Bahnausbau

Zusätzliche Mittel für den Ausbau der Bahn könnte vor allem den Regionen einen Schub geben.

Wien. Um schneller aus der Corona-Krise herauszukommen und auch als wichtigen Beitrag im Zuge der Klimakrise zu leisten, fordert die Arbeiterkammer (AK) zusätzliche Investitionen in den Ausbau der Bahninfrastruktur. "Um die Anforderungen der Klima- und Arbeitsmarktkrise bewältigen zu können, sind mehr Mittel für den Bahnausbau notwendig“, fordert Heinz Högelsberger von der Abteilung Umwelt und Verkehr der AK Wien. Daher sollten 200 Millionen Euro zusätzlich in den Bahnausbau investiert werden.

Das zusätzliche Investment würde auch einen wesentlichen Beitrag für den angespannten Arbeitsmarkt leisten. Die AK schätzt, dass mit den Zusatzinvestitionen 3000 Arbeitsplätze geschaffen werden können. Arbeitsplätze die angesichts der hohen Corona-Arbeitslosigkeit dringend gebraucht werden, betont die AK.

„Diese Investitionen hätten großen Nutzen für die Bahn-KundInnen und für die Umwelt“, sagt Högelsberger.

Mit den zusätzlichen Mitteln für den Schieneninfrastrukturausbau könnten zentrale, bereits zum Teil geplante Projekte vorgezogen werden, trotz der Corona-bedingten Umsatzeinbrüche der Bahn.

Damit könnten etwa Umbauten an Bahnhöfen vorgezogen werden. Dies würde zu mehr Barrierefreiheit, besserer Fahrgastinformation (Monitore, akustische Informationen) und mehr Sicherheit und Fahrgastkomfort (Beleuchtung, Einsehbarkeit, Sitzgelegenheiten, Wetterschutz, WC-Anlagen), so die Arbeiterkammer. Zusätzlich brauche es Sonderprogramme, um die Elektrifizierung weiterer Regionalbahnstrecken voranzutreiben und in den Lärmschutz zu investieren.

Stärkung von Öffi und Rad

Öffentlicher Verkehr (und natürlich Radfahren) haben gegenüber dem Autoverkehr zwei wesentliche Vorteile: „Der sogenannte Umweltverbund ist viel ökologischer und gesünder – geringere Treibhausgas-Emissionen, weniger Luftverschmutzung, weniger Platzbedarf, weniger Lärm, weniger Verkehrstote usw. – und auch kostengünstiger“, sagt AK-Wien-Umwelt- und Verkehrsexperte Högelsberger.

Die AK unterstützt daher auch das für Sommer 2021 geplante Klimaticket. Durch Einführung der österreichweiten Netzkarte (3 Euro am Tag/ 1.095 € pro Jahr) werde sich dieser Kostenvorteil noch mehr zugunsten der Öffis verschieben. „Damit möglichst viele Menschen davon profitieren können, muss man einerseits die Kapazitäten vieler Schienenstrecken erweitern, in ländlichen Regionen aber auch das Angebot an Öffentlichen Verkehr erweitern oder erst schaffen", betont Högelsberger. Und freilich würden zukunftsträchtige Arbeitsplätze zudem entstehen.

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