Arbeiterkammer-Chef Rudolf Kaske tritt ab

AK-Präsident Rudolf Kaske

AK-Präsident Rudolf Kaske

Rudolf Kaske, Präsident der Arbeiterkammer (AK) tritt ab. Potenzielle Nachfolger finden sich in Gewerkschaftskreisen. Die Amtsübergabe soll Ende April 2018 erfolgen.

An der Spitze der Arbeiterkammer Wien und der Bundesarbeitskammer wird es 2018 zu einem Wechsel kommen. „Es ist mein persönlicher Entschluss, mich nach 48 Berufsjahren ins Privatleben zurückzuziehen“, erklärte AK Präsident Rudi Kaske am Dienstag. Sein Rückzug habe ausschließlich private Gründe. Mit Ende April 2018 wird Rudi Kaske sein Amt übergeben. Bis dahin werde er mit voller Kraft und intensiv dafür kämpfen, dass die Rechte und Anliegen der Arbeitnehmer auch von der neuen Regierung berücksichtigt werden. „Ich werde die Auseinandersetzung um die gesetzliche Mitgliedschaft selbst anführen und alle Angriffe auf die AK abwehren. Daher müssen Sie auch in den nächsten Monaten noch stark mit mir rechnen“, so Kaske.

Kaske sagte, er habe in seinem erfüllten Berufsleben versucht, immer nahe bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu sein, um ihnen bei ihren Ängsten, Nöten und Sorgen beizustehen. „Ich sah und sehe mich als Präsident aller ArbeitnehmerInnen über alle Fraktionsgrenzen hinweg. Es ist meine Mission, unser Land sozialer und gerechter zu machen“, so Kaske. Die AK werde für einen Sozialstaat, in dem keiner zurückgelassen wird und für ein Arbeitsrecht, das ArbeiternehmerInnen einen fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg sichert, kämpfen. Dass die Sozialpartnerschaft systematisch in Misskredit gebracht wird, sei der Versuch, in Österreich eine Kultur des Neides und des Streites zu etablieren.

Potenzielle Nachfolger

Einen Wunschnachfolger nannte Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske bei der Ankündigung seines Rückzugs nicht. Allerdings hatte er ein Anforderungsprofil parat. Es brauche eine Person, die mit ruhiger Hand Interessenspolitik für die Arbeitnehmer mache. Drei Gewerkschafter scheinen dafür in der engeren Wahl zu sein: Bernhard Achitz, leitender Sekretär des ÖGB, dessen Vizepräsidentin Renate Anderl und Christian Meidlinger von der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten.

Kaske betonte, es sei sein Credo gewesen, das Land sozialer und gerechter zu machen. Seine Politik sei getragen gewesen von Respekt gegenüber Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Er sein nie einer gewesen, der nur einen Bürojob gemacht habe sondern einer, der versucht habe, direkt bei den Arbeitnehmern zu sein. Zu seinen beruflichen Erfolgen rechnet Kaske unter anderem die Einführung der Fünf-Tage-Woche in der Gastronomie, die große Steuerreform 2016 sowie das Verhindern der seinerzeit von Finanzminister Karl-Heinz Grasser geplanten Besteuerung des Trinkgeldes.

Als die Regierung Schüssel 2000 ihre ersten Sozialeinschnitte plante, drohte die Gewerkschaft mit Generalstreik und Kaske unterstützte dies mit markigen Worten: "Wenn einmal dieses Arbeitslosenheer marschiert, dann brennt die Republik." Massive Kritik von ÖVP und Freiheitlichen war die Folge, richtig zurückgerudert ist Kaske nie. Dass eine Neuauflage von Schwarz-Blau die Zeiten für die Arbeiterkammer härter machen könnte, ist Kaske klar - und er stellte gleich fest, dass man sich gewappnet habe: "Wer an den Grundpfeilern der Zweiten Republik rüttelt, wird unseren Gegenwind auch in Zukunft spüren." Der AK drohen schwere Zeiten unter Schwarz-Blau, der Bogen spannt sich von Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft bis zur Senkung der Kammerlage.

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