Apple fährt wieder einen Rekordgewinn ein

Apple fährt wieder einen Rekordgewinn ein

Apple-Chef Tim Cook kann noch einmal mit einem Rekordergebnis den Kritikern einen Spiegel vorhalten.

Ohne iPhone wird es bei Apple eng. Der Markt für Smartphones nähert sich der Sättigung. Und dennoch konnte der US-Konzern Apple wieder einen Rekordgewinn landen - dank 74,8 Millionen verkaufter iPhones. Doch der Wachstumspfad wird steiniger: Apple hat die Prognose für das laufende Quartal bereits korrigiert - aufgrund der eintrübenden Wirtschaft vor allem in den Hoffnungsmärkten. Von der Hochpreisstrategie will Apple nicht abweichen. Der Aktienkurs ist am Mittwoch auf Talfahrt gegangen.

Cupertino (Kalifornien). Es hat also erneut funktioniert: Apple landet wieder einen Rekordgewinn. m Weihnachtgeschäft wurde Apple dank hoher Nachfrage nach dem iPhone wieder das Geld in die Kassen gespült. 18,4 Milliarden Dollar (17 Mrd. Euro) stehen unterm Strich als Profit in den Büchern. Und es wundert kaum: Das Top-Produkt des Konzern gab den Ausschlag: 74,8 Millionen iPhones wurden im letzten Quartal 2015 verkauft.

Vor einem Jahr hatte Apple noch 18,02 Milliarden Dollar verdient. Der Quartalsumsatz legte nur um 2 Prozent auf 75,9 Milliarden Dollar zu. Apple (ISIN US0378331005) konnte aber im abgelaufenen Jahr den Durchschnittspreis für das iPhone hoch halten und sogar um 4 Dollar auf 691 Dollar noch erhöhen.

Auch bei der Ausschüttung konnte der US-Konzern zumindest ein wenig überraschen: Der Gewinn pro Aktie beläuft sich auf 3,28 Dollar, Analysten hatten lediglich mit 3,23 Dollar gerechnet.

Die vergangenen Tage vor Bekanntgabe der Ergebnisse wurde stets darüber spekuliert, ob der US-Konzern die Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr überhaupt nur annähernd wird halten können. Nun wurden die größten Skeptiker offenbar eines besseren belehrt, weil Apple noch immer zulegen kann trotz Sättigung am Markt für Smartphones.

Das Marktforschungsunternehmen IDC hat bereits 2015 nur noch von einem einstelligen Absatzplus für die Smartphone-Branche prognostiziert.

Revidierte Prognose für 2016

Das Schlussquartal ist traditionell das wichtigste Quartal für Apple. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft bringt Apple auch immer wieder ein neues iPhone-Modell auf den Markt. Mit dem Abschluss des Quartals hat Apple außerdem Kunde Nummer 1 Milliarde begrüßen können.

Bei Apple sieht man die ersten Zeichen einer kräftigen Abkühlung. Die eigene Prognose wurde mit Bekanntgabe der Ergebnisse revidiert. Für das Auftaktquartal 2016, es ist das 2. Quartal des Geschäftsjahres 2016, hat das Unternehmen nur noch Erlöse in der Höhe von 50 bis 53 Milliarden Dollar in seiner Rechnung. Im Vergleich dazu: 58 Milliarden Dollar Umsatz wurden Ende März 2015 im Voraus abgerechnet.

Die Strafe der Börsianer

Die Anleger hatten sich vermeintlich darauf eingestellt, wie man noch nach der Bekanntgabe der Ergebnisse geglaubt hatte. Die Apple-Aktie (ISIN US0378331005) Aktie notierte nachbörslich kaum verändert knapp unter 100 Dollar. Am Mittwoch ging es dann aber bergab: Die Aktie verlor teilweise bis zu fünf Prozent.

Offenbar sehen die Börsenexperten für Apple zu wenig Fantasie für die Zukunft. Apple-Anleger wurden ja seit dem Jahr 2007 geradezu mit Rekordergebnisse überschüttet. Die Marktbeobachter glauben offenbar, dass es mit dem rückläufigen iPhone-Geschäft dem Konzern noch nicht gelungen ist, andere lukrative Produkte in den Markt zu bringen, die den Umsatzentgang im ersten Quartal 2016 und wohl in den Folgequartalen mehr als ausgleichen könnten.

Die Abhängigkeit vom iPhone

Angesichts der Krise im schwer gebeutelten Hoffnungsmarkt China, den Sanktionen in Russland sowie einer rückläufigen Konjunktur in Brasilien und Kanada kann die iPhone-Abhängigkeit für Apple zunehmend zum Problem werden. Vor allem auf China hat Apples CEO Tim Cook noch Mitte 2015 gesetzt, als die dortigen Börsen schon kräftig verloren hatten. Der Abwärtstrend der chinesischen Wirtschaft hält an.

In China stehen die Vorzeichen für Apple noch immer auf Wachstum. Der Umsatz (inkl. iPhone) ist im abgelaufenen Quartal sogar noch um 14 Prozent auf 18,4 Milliarden Dollar gestiegen - das sind bereits 24,2 Prozent des Konzernumsatzes, der aus China kommt.

Apple holt sich rund 60 Prozent des Umsatzes über den iPhone-Verkauf. 70 Prozent des Profits erzielt der US-Konzern mit dem Top-Seller, der vor allem im Weihnachtsgeschäft besonders nachgefragt wird. Der starke Dollar macht dem Konzern laut Finanzchef ebenso zu schaffen. "100 Dollar beim Verkauf im 4. Quartal 2014 sind heute nur noch 85 Dollar wert", heißt es in der Aussendung.

Verfehlte Zielgrößen

Wie sehr das Ergebnis vom iPhone-Absatz abhängig ist zeigen auch die Zahlen der anderen Produkte: Die Verkäufe des Tabet-Computer IPad sind weiterhin rückläufig: Mit 16,1 Million Tablets ging der Verkauf um ein Viertel zurück. Das sind über eine Million Stück weniger als erwartet wurde (17,3 Million). Der Verkauf der Mac-Computer ist um vier Prozent auf 5,3 Millionen Stück gefallen. Schätzungen gingen zuvor von 5,8 Millionen verkauften Macs aus. Verkaufszahlen zur im Vorjahr stak beworbenen Apple-Uhr, der sogenannten Apple Watch, wurden nicht bekanntgegeben.

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