Apple, die 1000-Milliarden-Dollar-Company

Apple, die 1000-Milliarden-Dollar-Company

Apple-CEO Tim Cook vergoldet das Erbe von Steve Jobs.

Apple hat nach Vorlage seiner jüngsten Quartalsergebnisse den Börsenturbo gezündet. Als erstes Unternehmen erreichte der US-Konzern einen Börsenwert von über 1000 Milliarden Dollar.

Apple hat einen Lauf. Auch wenn schon vor gut fünf Jahren die Experten einen Abgesang intonierten und monierten, dass die Abhängigkeit vom Vorzeigeprodukt iPhone zu groß und die Börsenstory absehbar ein Ende finden werde, hat das Unternehmen allen Unkenrufen zum Trotz den Weg am Börsenhimmel eingeschlagen: Apple ist das teuerste Unternehmen der Welt und an der Börse mehr als 1000 Milliarden Dollar wert.

Die Apple-Aktie (ISIN US0378331005) notierte am Freitag erstmals über dem notwendigen Börsenkurs von 207,04 Dollar pro Aktie, um den Börsenwert von 1 Billion US-Dollar zu knacken. Damit ist der US-Konzern fast 17 mal so viel wert wie die 20 österreichischen Top-Unternehmen, die im Börsenindex ATX der Wiener Börse zusammengefasst sind, gemeinsam. Die 20 ATX-Unternehmen bringen es aktuell zusammen auf einen Börsenwert von 59,06 Milliarden Dollar (50,9 Milliarden Euro).

Apple-Aktie; 5-Jahres-Entwicklung. Für aktuelle Kursinformationen klcken Sie bitte auf den Chart.

Dass die Börsenstory weiter anhält liegt an den Ergebnissen, aber auch an den Aussichten und Erwartungen, die Apple von den Analysten noch immer zugestanden werden. Die Verkaufsstory des Top-Sellers iPhone geht mit unverminderter Stärke weiter. Doch das Unternehmen steht nicht nur für Hardware - darunter Smartphones, Computer, Tablets, Uhren - , sondern auch für Services, Software, Multimedia-Angebote und neuerdings auch Zahlungsabwickler.

Cashcow iPhone

Das Paradeprodukt bleibt das Smartphone, das rund zwei Drittel des Umsatzes und Ertrags beisteuert. Der iPhone-Umsatz sprang im Jahresvergleich entsprechend um ein Fünftel hoch. Das half auch, die Umsatzerwartungen von rund 52 Milliarden Dollar zu übertreffen und bei 53,3 Milliarden (plus 17 Prozent) zu landen. Der Quartalsgewinn stieg um 32 Prozent auf gut 11,5 Milliarden Dollar.

Auch das iPhone X, das bei einem Neupreis ab 1.149 Euro oft als zu teuer bezeichnet wurde, verkauft sich weiterhin gut. Konzernchef Tim Cook hat es erneut als das "populärste Modell" bezeichnet. Für das laufende Quartal prognostizierte Apple einen Umsatz von 60 bis 62 Milliarden Dollar und lag damit ebenfalls über den Schätzungen.

Und da Börsianer den Blick stets in die Zukunft richten, werden nun die Blumen gestreut. Dass der chinesische Mobiltelefonhersteller Huawei inzwischen Apple vom zweiten Rang der Weltranliste der Smartphonehersteller verdrängt hat, scheint die Analysten nur wenig zu beindrucken. Mit einem Absatzzuwachs von 41 Prozent haben die Chinesen 54,2 Millionen Smartphones verkauft und liegen nun hinter Marktführer Samsung mit (71,5 Millionen verkaufte Smartphones).

Cook, der erfolgreiche Erbe

Zudem genießt Apple CEO Tim Cook mittlerweile fast uneingeschränktes Vertrauen. Selbst die milliardenschwerden Steuernachzahlungen in Irland scheinen niemand mehr zu beeindrucken.

Das war nicht immer so, denn Tim Cook hatte nach dem Tod von Apple-Mitgründer und CEO Steve Jobs im Oktober 2011 die Leitung des Konzerns übernommen. Dem bis dahin wenig bekannten Cook wehte zu Beginn heftiger Gegenwind entgegen. Cook wurde zwar zugetraut, das Unternehmen fortzuführen. Dass er den Höhenflug über Jahre fortsetzen könnte, hatte man ihm aber eher nicht zugetraut.

Dabei kennt der mittlerweile 57jährige Firmenchef Apple auch davor schon seit über 20 Jahren. Er ist seit 1998 bei dem Unternehmen und soll seinerzeit von Steve Jobs persönlich engagiert worden sein. haben. Schon 2004 und später erneut im Jahr 2009 hatte Cook kurzzeitig Steve Jobs vertreten, als der aus gesundheitlichen Gründen Auszeiten nehmen musste.

2005 übernahm er als COO das operative Geschäft von Apple und feilte in der Folge gemeinsam mit Jobs an der Strategie des Unternehmens. Das "Eco-System", neben Computern und Servern auch Musikabspielgeräte, Mobiltelefone, Tablet-Computer und Uhren sowie Software, Musik und Mini-Anwendungen zu verkaufen oder gratis den Geräten mitzugeben, hatte Cook entscheidend mitgeprägt.

Apples Geldquellen

Der daraus entstandene Bereich Services und Dienstleistungen entwickelte sich zur Goldgrube. Die Erlöse mit Apps, Online-Speicher (iCloud) und dem Musik-Angebot Apple Music wuchsen um 31 Prozent auf 9,55 Milliarden Dollar.

Der iPad-Absatz legte um ein Prozent auf 11,55 Millionen Geräte zu. Einzig die Verkäufe der Mac-Computer schwächelten im letzten Quartal mit einem Rückgang um 13 Prozent auf 3,7 Millionen Geräte. Der Umsatz sank aber lediglich um fünf Prozent - was von einem höheren Anteil der teureren Pro-Modelle zeugt.

Ein weiterer Joker für Apple ist der Bezahldienst Apple Pay, der nun auch in Europa verfügbar gemacht wird. Noch in diesem Jahr soll das Zahlungsservice nach auch nach Österreich kommen. Details dazu sind allerdings noch nicht bekannt.

Bei Apple Pay können ein iPhone oder eine Appel Watch die Bank- oder Kreditkarte ersetzen. Zum Bezahlen hält man die Geräte an der Kasse an das Terminal - so wie das heute schon bei vielen Kassen mit einer entsprechenden Bankomat- oder Kreditkarte möglich ist. Mit Apple Pay wird man auch Online-Käufe, etwa in Apples eigenen iTunes Store bezahlen können.

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