Apple, Google, BMW und Uber: Das Rennen um das Auto der Zukunft

Apple, Google, BMW und Uber: Das Rennen um das Auto der Zukunft

Wenige Tage nachdem Daimler die Vision eines elektrisch betriebenen Vans präsentiert hatte wird gemutmaßt, dass auch BMW künftig stärker auf E-Autos setzt. Indes heißt es, dass Apple an einem selbstfahrenden Auto arbeite - ein Konzept, das beim Konkurrenten Google bereits intensiv getestet wird.

Wenn die Medienberichte des vergangenen Wochenendes stimmen, dann ist das Wettrennen um das Auto der Zukunft nun um zwi Aspekte reicher: BMW soll einem Artikel des "Handelsblatt" zufolge an einer neuer Elektroauto-Strategie feilen, Apple testet laut einem Bericht der "New York Times" selbstfahrende Autos - deratige Gerüchte sind freilich nicht neu, über die mögliche Einführung eines "Apple Car" wird bereits seit etlichen Jahren spekuliert. Erst vergangene Woche hatte Daimler mit dem "Vision Van" seine Vision vom Klein-LKW dser Zukunft präsentiert: Dieser soll nicht nur elektrisch betrieben sein, sondern außerdem Drohnen für die "letzte Meile" der Paketzustellung nutzen.

Vision Van: Klicken Sie auf das Bild, um mehr über Daimlers Vision von der Zukunft der Logistik zu erfahren.

BMW-Konzernchef Harald Krüger wolle künftig eine ganze Reihe von Modellen bereits bestehender Baureihen mit Elektroantrieb anbieten, berichtete das "Handelsblatt" (Montag) unter Berufung auf Konzernkreise. Das Unternehmen wollte den Bericht allerdings nicht kommentieren.

Bisher setzt BMW vor allem auf Elektroautos seiner "i"-Reihe mit Kohlefaser-Karosserie. Die neue Strategie solle dem Aufsichtsrat Ende September präsentiert werden, schreibt das "Handelsblatt". BMW reagiere damit auf den US-amerikanischen Elektroauto-Pionier Tesla und die Pläne der deutschen Konkurrenz.

Die Wettbewerber der Münchner haben unlängst ihre Elektroauto-Pläne konkretisiert: So kündigte VW-Konzernchef Matthias Müller erst am Sonntag gegenüber der "Bild am Sonntag" an, dass Volkswagen im Jahr 2020 30 elektrisch betriebene Modelle anbieten werde. Mitte Juni hatte Müller bereits prognostiziert, dass im Jahr 2025 rund 20 bis 25 Prozent des Gesamtabsatzes mit elektrischen Autos erzielt werden sollen. Und BMWs direkter Konkurrent Daimler will ab 2020 jährlich eine sechsstellige Zahl an Elektroautos verkaufen.

Apple setzt auf selbstfahrende Autos

Als weiterer Konkurrent könnte Apple auf den Markt drägen: Der Konzern aus Cupertino hat laut einem Bericht der "New York Times" angefangen, selbstfahrende Autos zu testen. Die Roboterwagen seien auf eingeschränkten Strecken in abgeschirmter Umgebung unterwegs, schreibt die Zeitung. Apple selbst hatte die Existenz eines Autoprojektes nie bestätigt, im Gegensatz zu anderen Unternehmen aus der Tech-Branche wie Google und Uber, die in das Geschäft streben.

Der Finanzdienst Bloomberg hatte bereits Ende Juli berichtet, Apple fokussiere die Anstrengungen stärker auf die Entwicklung von Software für Roboterwagen statt den Bau eines eigenen Autos - während trotzdem auch noch an einem Elektrofahrzeug gearbeitet werde. Das gebe Apple aber mehr Flexibilität, wenn der Konzern sich doch dafür entscheide, sich mit einem etablierten Autobauer zusammenzutun oder einen zu kaufen. Apple sitzt auf Geldreserven von 230 Milliarden Dollar.

Jetzt schrieben die "New York Times" und das "Wall Street Journal", in Zusammenhang mit diesem Strategiewechsel hätten Dutzende Mitarbeiter das Projekt verlassen. Nach bisherigen Informationen soll das Team bereits auf mehr als 1000 Mitglieder angeschwollen sein.

Das Projekt wird jetzt den Berichten zufolge von Bob Mansfield geführt. Der Hardware-Spezialist und Weggefährte von Apple-Mitgründer Steve Jobs war eigentlich schon im Ruhestand, sei aber für die Auto-Initiative zurückgekehrt. Den Informationen zufolge wurde die Entwicklung durch technische Schwierigkeiten und Unklarheit über die Strategie gebremst. So sei schwer zu erklären gewesen, wie sich Apple von anderen Entwicklern selbstfahrender Autos abheben könne, schrieb die "New York Times".

Über die Auto-Entwicklung bei Apple wird bereits seit Anfang 2015 spekuliert. Als Codename sickerte "Project Titan" durch. Es gehe auch darum, neue Erlösquellen zu erschließen, während das iPhone auf einen immer mehr gesättigten Smartphone-Markt stoße.

Google und Uber auf der Überholspur

Google entwickelt bereits seit 2009 Roboterwagen-Software und schickte inzwischen auch elektrische Zweisitzer aus eigener Entwicklung. Der Internet-Konzern bietet die Technologie der Autobranche an - bisher gibt es aber erst ein Pilotprojekt mit Fiat Chrysler, bei dem 100 Minivans umgebaut werden. Unterdessen beginnt der Fahrdienst-Vermittler Uber mit Tests seiner Software für autonomes Fahren in Volvo-Fahrzeugen mit Fahrgästen in Pittsburgh.

Zuletzt beschleunigte sich der Wettlauf noch einmal: Während die großen Autokonzerne an eigenen Systemen arbeiten, formierten sich zuletzt zwei Allianzen, die Roboterwagen-Software für die Branche entwickeln wollen. Erst diese Woche tat sich Volvo mit dem Autozulieferer Autoliv zusammen. Und vor rund zwei Wochen gaben die Zulieferer MobilEye und Delphi eine Zusammenarbeit bekannt, bei der Systeme für "wenige tausend Dollar" herauskommen sollen. Sie könnten vor allem kleinere Hersteller interessieren, die kein Geld für eigene Forschung haben. MobilEye ist mit dem Chipriesen Intel auch Entwicklungspartner von BMW. Die verschiedenen Systeme sollen zwischen 2019 und 2021 fertig sein. Das Jahr 2020 wurde bisher auch als Zielmarke für Apples Autoprojekt genannt.

VW verhandelte mit Apple und Google

A propos Google: Volkswagen hat VW-Konzernchef Matthias Müller zufolge mit Apple und Google über eine Zusammenarbeit bei selbstfahrenden Autos verhandelt. Das Rollenverständnis sei dann aber doch zu unterschiedlich gewesen, deshalb seien die Gespräche abgebrochen worden, sagte Müller der "Bild am Sonntag". "Was wir verhindern werden, ist, das wir als Hersteller zum reinen Zulieferer von Hardware werden", umschrieb Müller die Gründe. "Die neuen Wettbewerber interessieren sich ja vor allem für die Zeit, die Menschen im Auto verbringen, und für die Daten, die dabei entstehen. Wer die Kundenschnittstelle bedient, hat das Sagen. Das müssen wir sein, als klare Nummer eins."

Umbau des BMW-Vorstands

Bei seinem Strategieschwenk setzt BMW-Chef-Krüger nach Informationen der Zeitung auch auf einen Umbau des Vorstands. So sollen die Vertriebsressorts von BMW und Mini zusammengeführt werden. Außerdem soll der bisher für den Europavertrieb zuständige Manager Nicolas Peter als neuer Finanzchef und Nachfolger des aus Altersgründen ausscheidenden Friedrich Eichiner in den Vorstand einziehen. Darüber hatte im Mai bereits das "Manager Magazin" berichtet.

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