Apple gegen Börse: Keine Angaben zu Verkaufszahlen mehr

Apple CEO Tim Cook lässt Analysten in die Röhre schauen: Er wird keine Verkaufszahlen zu Produkten mehr nennen.

Apple CEO Tim Cook lässt Analysten in die Röhre schauen: Er wird keine Verkaufszahlen zu Produkten mehr nennen.

Apple hat mit der Prognose für das Weihnachtsquartal die Börsen enttäuscht, der Aktienkurs ist abgerutscht. Jetzt wird das Unternehmen keine Angaben mehr zu den Verkaufszahlen seiner Produkte machen.

Apple hat die Börse und ihre Analysten mit seiner Umsatzprognose für das wichtige Weihnachtsgeschäft enttäuscht. Nur maximal fünf Prozent soll der Umsatzdemnach in den nächsten drei Monaten steigen. Zu wenig für die Börsianer, die schon davon geträumt hatten, dass Apple im Jahres-Schlussquartal die magische Marke von 100 Milliarden Dollar Umsatz knacken könnte.

Als Folge der kritischen Bemerkungen der Analysten trennten sich Anleger von dem Papier, die Apple-Aktie (ISIN US0378331005) gab um rund vier Prozent nach. Zwischenzeitlich könnte der Börsenwert von Apple mit einem Kursverlust von über sieben Prozent auch unter die im August erreichte Marke von einer Billion Dollar gefallen sein. Angesichts der laufenden Aktienrückkäufe wird der aktuelle Börsenwert aber erst ermittelt werden können, wenn Apple demnächst die neue Zahl ausstehender Anteilsscheine nennt.

Apple-CEO Tim Cook reagierte darauf mit einer überraschenden Maßnahme: Er erklärte, dass das Unternehmen in Zukunft keine Absatzzahlen zu seinen Geräten mehr bekanntgeben werde. An einer Supermarkt-Kasse werde man auch nicht gefragt, wie viele Artikel im Einkaufswagen liegen, meinte Cook und Finanzchef Luca Maestri erklärte, dass die Zahl binnen drei Monaten verkaufter iPhones, iPads und Mac-Computer guter Gradmesser für den Erfolg des Apple-Geschäfts sei.

Mit der bereits ab dem laufenden Weihnachtsquartal geltenden Änderung wird Apples Geschäft ein großes Stück weniger transparent für Beobachter und Konkurrenten. Das Unternehmen ist aber beileibe nicht das einzige, das keine Verkaufszahlen nennt. Viele Mitbewerber, darunter auch Samsung, machen längst keine Angaben zu den verkauften Geräten mehr. Zu diesen gibt es bloß Schätzungen von Analysten.

Erfolgsprodukt iPhone

Vor allem die iPhone-Verkaufszahlen wurden bisher sehr aufmerksam beobachtet. Es ist das mit Abstand wichtigste Produkt von Apple und die Absatzentwicklung galt als Indikator dafür, wie neue Modelle - und deren Preise - bei den Verbrauchern ankamen.

Im vergangenen Quartal waren die iPhone-Verkäufe gegenüber dem Vorjahr kaum gewachsen. Apple setzte rund 46,9 Millionen Geräte ab - das waren nur gut 200.000 mehr als im Vorjahresquartal. Die Kassen klingelten dennoch, denn neue X und Xs Generation ist erheblich teurer als die Vorgängermodelle. Der Durchschnittspreis der verkauften Geräte erhöhte sich von 618 Dollar auf 793 Dollar, was die Erlöse aus dem iPhone-Geschäft um 29 Prozent auf rund 37,2 Milliarden Dollar steigen ließ.

Das iPhone schlug sich damit besser als der Smartphone-Markt insgesamt, der nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC im vergangenen Quartal um sechs Prozent schrumpfte. Apple sehen die Analysten von IDC bei einem Marktanteil von 13,8 Prozent. Für Samsung errechneten sie einen Marktanteil von 20,3 Prozent. Auf dem zweiten Rang behauptete sich vor Apple der chinesische Anbieter Huawei, der seine Verkäufe um fast ein Drittel steigern konnte und auf einen Marktanteil von 14,6 Prozent kam.

Die letzten Detail-Zahlen

Ein letztes Mal ließ sich Apple noch in die Karten schauen. Im vergangenen Vierteljahr bescherte der Start des neuen iPhone XS Apple noch einen kräftigen Sprung bei Umsatz und Gewinn. Der Konzern verdiente 14,1 Milliarden Dollar - rund 32 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz stieg dabei im Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um ein Fünftel auf 62,9 Milliarden Dollar.

Auch das Geschäft mit Mac-Computern machte die teureren Pro-Modelle profitabler. Bei den Stückzahlen gab es im Jahresvergleich zwar einen Rückgang um zwei Prozent auf 5,3 Millionen Geräte - aber der Umsatz legte um drei Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar zu.

Beim iPad gab es den gegenteiligen Effekt: Die Stückzahlen sanken um moderate sechs Prozent - aber der Umsatz sackte nach dem Start eines attraktiveren günstigen Modells noch stärker um 15 Prozent ab.

Das Service-Geschäft, in dem unter anderem Erlöse aus dem Streaming-Dienst Apple Music, dem App-Download oder dem Online-Speicherdienst iCloud verbucht werden, steigerte den Umsatz im vergangenen Quartal um 31 Prozent auf 9,98 Milliarden Dollar.

Die KTM-Fahrrad-Chefinnen: Johanna Urkauf (29) ist seit 2018 Geschäftsführerin beim größten Fahrrad-und E-Bike-Hersteller Österreichs. Carol Urkauf-Chen (62) zieht aber vorerst weiterhin die Fäden im Unternehmen.

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