Anklage gegen Samsung-Chef Jay Lee wegen Korruption

Anklage gegen Samsung-Chef Jay Lee wegen Korruption

Die Anklage ist fertig: Samsung-Konzernchef Jay Y. Lee und mehrere Top-Manager der Führungsriege kommen wegen Korruption vor Gericht.

Im Korruptionsskandal um die Staatspräsidentin Südkoreas wird nun Anklage gegen die Führungsmannschaft des Elektronikkonzerns Samsung erhoben. Im Zentrum der Ermittlungen steht Jay Y. Lee, der 48-jährige Enkel des Firmengründers Lee Kun Hee. Der Konzern steht nun vor einem radikalen Umbau.

Fast still und leise und ohne viel Pomp und Protz hat sich Samsung am Mobile World Congress in Barcelona zur Eröffnung der wichtigsten Mobilfunkmesse der Welt präsentiert. 9600 Kilometer weiter östlich herrscht Chaos in der Führungsetage. Gegen den Konzernchef und Enkel des Firmengründers Jay Y. Lee und vier weitere Spitzenmanager wurden nun wegen Korruption Anklage erhoben. Der 48jährige Lee sitzt bereits seit dem 17. Februar in Untersuchungshaft.

Mit auf die Anklagebank marschieren auch Lees engster Führungszirkel. Gegen den Samsung-Vize und Strategiechef Choi Gee Sung sowie Park Sang Jin, der Präsident der Smartphone-Tochter Samsung Electronics wurde ebenso Klage erhoben. Auch sie werden beschuldigt in den Korruptionsskandal verwickelt zu sein.

Als Reaktion kündigte der Konzern einen Umbau an. Das Strategiebüro des Konglomerats wird aufgelöst. Die einzelnen Töchter sollen künftig unabhängig tätig sein sowie von eigenen Vorstandschefs und Führungsgremien geleitet werden.

Für Samsung Electronics ist die Entwicklung ein weiterer Schlag in einer ohnehin schwierigen Zeit. Das Kronjuwel des Konglomerats und Aushängeschild der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens laboriert noch an den Folgen des Milliarden-Debakels um das Vorzeigehandy Galaxy Note 7, das wegen Brandgefahr vom Markt genommen werden musste. Der Apple-Rivale steht deswegen bei seinem neuen Flaggschiff-Modell S8, das Ende März vorgestellt werden soll, unter besonderem Erfolgsdruck.

Schmiergeld und Meineid

Lee befindet sich seit dem 17. Februar in Untersuchungshaft. Ihm werde auch Meineid bei seiner Aussage vor dem Parlament vorgeworfen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Er soll umgerechnet 34 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt haben, um die Zustimmung der Regierung zu einer wichtigen Fusion innerhalb der Gruppe zu bekommen.

Das Geld ging an Organisationen einer Freundin von Präsidentin Park, gegen die das Parlament im Dezember ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet hat.

Parks Freundin Choi Soon Sil steht im Zentrum des Skandals, der das Land seit Monaten in seinen Grundfesten erschüttert. Sie soll sich in Regierungsgeschäfte eingemischt und mehr als 50 Konzerne zu Spenden an Stiftungen genötigt haben. Lee, Park und Choi bestreiten ein Fehlverhalten.

Hintergrund der Verhaftung Lees ist ein Ringen um die Erbfolge in der Samsung-Gruppe. Diese wird von Lee geführt, seit sein Vater Lee Kun Hee 2014 durch einen Herzinfarkt außer Gefecht gesetzt wurde

Um die Macht der Familie in Zukunft zu festigen, hat der 48-jährige Enkel des Firmengründers einen Umbau in die Wege geleitet. Wichtiger Bestandteil der Pläne war die Firmenfusion innerhalb der Gruppe, die nun auf ihn zurückfällt.

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