Andritz übernimmt US-Unternehmen Xerium Technologies

Der Anlagenbau-Konzern Andritz übernimmt das US-Unternehmen Xerium Technologies mit Sitz in Youngsville, North Carolina. Andritz legt dafür 13,50 Dollar pro Xerium-Aktie. Inklusive aller Verbindlichkeiten beläuft sich das Transaktionsvolumen auf 833 Millionen Dollar.

Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner

Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner

Der heimische Technologiekonzern Andritz mit Hauptsitz in Graz hat die Übernahme US-Unternehmens Xerium Technologies, einem Hersteller und Lieferanten von Maschinengeweben (Formiersiebe, Pressfilze, Trockensiebe) und Walzenbezügen für Papier-, Tissuepapier- und Kartonmaschinen, eingeleitet.

Xerium beschäftigt rund 2.850 Mitarbeiter und verfügt über 28 Produktionsstätten weltweit, darunter auch 500 bei der zu dem Unternehmen gehörenden Huyck.Wangner Austria GmbH in Gloggnitz, Niederösterreich. Xerium Technologies erzielte 2017 einen Jahresumsatz von 481 Millionen US-Dollar und ein EBITDA von 85 Millionen US-Dollar bzw. ein um Sondereffekte bereinigtes EBITDA von 100 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen bietet mit Smart®-Technology auch ein ausgeklügeltes digitales Software-Tool zur Optimierung der Pressleistung mittels in Walzenbezügen integrierter Sensoren.

„Mit Xerium erwerben wir einen weltweit tätigen Hightech-Lieferanten, der wesentliche Services und Verschleißteile für die Papierindustrie anbietet. Die Akquisition entspricht genau unserer langfristigen Strategie, ergänzende Akquisitionen durchzuführen und unser – in Bezug auf Umsatz und Ergebnis – stabiles Servicegeschäft weiter auszubauen“, begründet Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner die Übernahme, bei der J.P. Morgan Securities plc als exklusiver Finanzberater sowie Kilpatrick Townsend & Stockton LLP als Rechtsberater fungierten.

In Zusammenhang mit dem beabsichtigten Erwerb werden relevante Informationen, inklusive der Stimmrechtsvollmacht von Xerium, zur beabsichtigten Transaktion (das „Proxy Statement), bei der Wertpapierbehörde in den Vereinigten Staaten (U.S. Securities & Exchange Commission – SEC) eingereicht.

"Attraktiv für die Aktionäre

Bei einem gebotenem Preis von 13,50 Dollar je Xerium-Aktie (ISIN US98416J1189) zahlt Andritz einen Aufschlag von rund 100 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag, 22. Juni (6,61 US-Dollar). Laut Andritz-Sprecher ist das für die Aktionäre "attraktiv", aber nicht teuer. Das trifft auch zu, wenn man den Kursverlauf der Xerium-Aktie betrachtet. Das Papier wohl im laufenden Jahr bereits um über 50 Prozent an Wert zugelegt, vor drei Jahren wurde die Aktie allerdings noch um knapp 19 Dollar gehandelt (siehe Chart).

Xerrium Technologies; ISIN US98416J1189; 5-Jahres-Kursverlauf; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Xerrium Technologies; ISIN US98416J1189; 5-Jahres-Kursverlauf; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Das EV/EBITDA-Multiple (Unternehmenswert im Verhältnis zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) dieser Übernahme bewege sich um 7,5 bis 8, was laut Buchbauer für derartige Transaktionen durchaus sehr attraktiv ist, zudem sei Xerium zu 100 Prozent im Pulp and Paper Service tätig, mit sehr hohen Margen.

Auch die Andritz-Aktie (ISIN AT0000730007) zählte zuletzt nicht zu den Highflyern. Binnen Jahresfrist hat das Papier rund 18 Prozent an Wert eingebüßt, auf drei Jahre gerechnet etwas über fünf Prozent per anno (siehe Chart).

Andritz-Aktie; ISIN AT0000730007; 5-Jahres-Entwicklung. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Andritz-Aktie; ISIN AT0000730007; 5-Jahres-Entwicklung. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

In seiner Ad-hoc-Meldung weist Andritz auch darauf hin, dass die Mitteilung weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf von Wertpapieren oder eine Einladung zur Abstimmung oder Zustimmung darstellt. Den Aktionären wird dringend empfohlen, vor einem etwaigen Verkauf von Aktien das Proxy Statement der US-Behörde SEC abzuwarten.

Christian Winkelhofer, Managing Director Neue Technologien Accenture Österreich

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Zur Person. Martin Butollo ist seit 2013 Country CEO der Commerzbank in Österreich. Davor war Butollo für die Commerzbank und die Dresdner Bank in Frankfurt/Main in Managementfunktionen tätig. Seine berufliche Laufbahn begann bei PriceWaterhouseCoopers.

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