Andreas Matthä zum ÖBB-CEO ernannt

Andreas Matthä zum ÖBB-CEO ernannt

Zug fährt ab: Andreas Matthä ist nun der oberste ÖBB-Chef.

Nach dem Abgang von Christian Kern bei der ÖBB in die Politik hat Andreas Matthä bereits interimistisch die Geschäfte der Österreichischen Bundesbahnen geleitet. Der Aufsichtsrat hat ihn nun zum obersten Bahn-Chef bestellt.

Wien. Interims-Chef Andreas Matthä wird auch in Zukunft die Geschäfte der ÖBB führen. Der Aufsichtsrat hat den 53-Jährigen zum neuen ÖBB-Vorstandschef bestellt.

Gemeinsam mit Finanzvorstand Josef Halbmayr werde Matthä die Geschäfte der ÖBB-Holding AG ab sofort leiten, teilte die ÖBB am Montag mit. Er hat einen Fünfjahresvertrag.

Matthä hatte zuletzt als Bahn-Infrastruktur-Vorstand die Großprojekte der Bahn und somit Milliardenprojekte verantwortet.

Nicht nur ÖBB-Aufsichtsratschefin Brigitte Ederer, sondern auch Konzernbetriebsratschef Roman Hebenstreit für Matthä und somit für eine hausinterne Lösung für die Nachfolge von Christian Kern stark gemacht. "Andreas Matthä verfügt über langjährige Erfahrung im Unternehmen und ausgezeichnete fachliche Kompetenz", so Ederer am Montag in einer Aussendung. Unter seiner Leitung habe die ÖBB große Modernisierungsprojekte im vorgegeben Zeit- und Budgetrahmen erfolgreich umsetzen können.

Laut Informationen des trend hatte sich der Aufsichtsrat schon im Mai auf eine interne Nachbesetzung verständigt. Nachdem Andreas Kern im Mai in die Politik gewechselt ist und Bundeskanzler wurde galt Matthä für die Nachfolge als Kandidat Nummer 1. Aufgrund seines Eisenbahner-Gens war er der ideale Kandidat, da er mit Strategie, Kurs und Strukturen der Bahn seit Jahren vertraut ist. Offiziell wurde beim heutigen Aufsichtsrat der die Kern-Nachfolge entschieden.

Der 53-jährige Matthä ist ein „Bahn-Urgestein“ und hat im Unternehmen Karriere gemacht. Als Vorstand in der ÖBB Infrastruktur AG hatte er zuletzt auch an der Schnittstelle zur Politik agiert und war schon bisher in die Verhandlungen der Rahmenpläne (unter anderem welche Strecken wann ausgebaut werden) involviert.

Matthä kam gleich nach der HTL-Matura in Wien 1982 zur Bahn-Bauleitung und arbeitete sich sukzessive nach oben. Berufsbegleitend absolvierte er ein Wirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Unternehmensführung und schloss dieses nach vier Jahren mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Er wird als ruhig und als geschickter Verhandler beschrieben. Matthä gilt als SPÖ-nah, pflegt aber Kontakte zu allen politischen Parteien. Ebenso werden ihm gute Kontakte zur Eisenbahnergewerkschaft bescheinigt. Im Vergleich zu Kern ist er aber mehr ein kluger Verwalter als ein politischer Visionär.

Der bisherige Vorstandsposten von Matthä in der ÖBB-Infrastruktur AG wird laut Mitteilung des ÖBB-Aufsichtsrats in Kürze gemäß dem Stellenbesetzungsgesetz ausgeschrieben.

Nach dem Abgang von Kern im Mai erfolgte die Suche nach einem Nachfolger ebenso offiziell per Ausschreibung nach dem Stellenbesetzungsgesetz. Bis 21. Juni 2016 konnten Bewerber ihre Kandidatur einreichen.


Lesen Sie in der trend-Ausgabe Nr. 19/2016 vom 13.5.2015:
Weichen für neuen Bahnchef gestellt

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