Andreas Matthä ist neuer ÖBB-Boss

Andreas Matthä ist neuer ÖBB-Boss

Der Nachfolger: Wenn Christian Kern Bundeskanzler wird, soll Andreas Matthä ÖBB Vorstandschef werden.

Die Nachfolgeregelung für Christian Kern bei der ÖBB liegt schon seit gut zwei Wochen in der Schublade. Wie der trend bereits Anfang Mai exklusiv berichtet hat, wird Andreas Matthä die Nachfolge von Christian Kern an der Spitze der ÖBB antreten. Heute Abend wurde die Entscheidung gefällt.

Christian Kerns Nachfolge bei der ÖBB ist fixiert: Bahn-Infrastruktur-Vorstand Andreas Matthä wird als CEO in die Holding aufsteigen. Allerdings wird er als interimistischer Nachfolger bestellt. Er folgt per sofort Christian Kern, der Bundeskanzler und SPÖ-Chef geworden ist.

Der Aufsichtsrat hat sich laut Informationen des trend schon vor gut drei Wochen auf eine interne Nachbesetzung verständigt, weil rasch eine Nachfolge für den neuen Kanzler Christian Kern gefunden werden musste. Der neue ÖBB-General sollte daher mit Strategie, Kurs und Strukturen der Bahn vertraut sein. Offiziell wurde beim heutigen Aufsichtsrat der ÖBB-Holding die Kern-Nachfolge entschieden.

Der 53-jährige Matthä ist ein „Bahn-Urgestein“. Als Vorstand in der ÖBB Infrastruktur AG sitzt er an der Schnittstelle zur Politik und hat auch schon bisher die Rahmenpläne (welche Strecken wann ausgebaut werden) mitverhandelt.

Matthä werde als Vorstandsvorsitzender gemeinsam mit Finanzchef (CFO) Josef Halbmayr die ÖBB-Holding AG leiten, bis über die endgültige Nachbesetzung des Vorstandsvorsitzes in der kommenden Aufsichtsratssitzung am 4. Juli 2016 entschieden wird. Laut Mitteilung der ÖBB wird die Ausschreibung nach dem Stellenbesetzungsgesetz bis 21. Juni 2016.

Während Matthä das Unternehmen führt, werde sein Ressort in der ÖBB-Infrastruktur AG - Finanzen, Markt und Service - von den Vorständen Franz Bauer und Franz Seiser übernommen.

Matthä kam gleich nach der HTL-Matura in Wien 1982 zur Bahn-Bauleitung und arbeitete sich sukzessive nach oben. Berufsbegleitend absolvierte er ein Wirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Unternehmensführung und schloss dieses nach vier Jahren mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Er wird als ruhig und als geschickter Verhandler beschrieben. Matthä gilt als SPÖ-nah, ist im Vergleich zu Kern aber mehr ein kluger Verwalter als ein politischer Visionär.

Freundliche Abschiedsworte fand ÖBB-Aufsichtsratsvorsitzende Brigitte Ederer vor zwei Wochen. Sie dankte Kern für "seinen herausragenden Einsatz in den letzten sechs Jahren" und bekräftigte, man wolle "den eingeschlagenen Erfolgskurs in den ÖBB auch in Zukunft konsequent fortführen."


Lesen Sie den ganzen Artikel in der trend-Ausgabe Nr. 19/2016. Ab Freitag, 13. Mai am Kiosk und als E-Paper

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