Amazon: Der Paketbote bist du

Amazon: Der Paketbote bist du

Amazon will sich in den USA Lieferkosten sparen, indem das Unternehmen Privatleute Pakete ausliefern lässt.

Der Nachbar bringt das Paket - das könnte bald Realität sein, wenn es nach den Plänen von Amazon geht. Der Online-Versandhändler will Privatpersonen als Paketboten anheuern, um Lieferkosten zu sparen. Erster Testmarkt ist die USA.

Amazon will einem Zeitungsbericht zufolge Privatpersonen als Boten einsetzen, um die steigenden Lieferkosten einzudämmen. Der Online-Händler arbeite an einer App, die solche Dienstleistungen koordinieren soll, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

So könnten Gelegenheitsboten etwa auf ihrem Arbeitsweg Pakete an Amazon-Kunden ausliefern, heißt es. Ziel sei es, bei einem Teil der Zusendungen auf gewerbliche Paketdienste wie etwa United Parcel Service (UPS) zu verzichten. Amazon würde demnach Einzelhändler in Ballungsgebieten ansprechen, um die Pakete dort zu lagern.

Dem Blatt zufolge blieb zunächst unklar, wann das intern unter dem Namen "On my way" ("Auf meinem Weg") eingeführte Angebot an den Start gehen soll. Voriges Jahr waren die Lieferkosten von Amazon um fast ein Drittel in die Höhe geschnellt und damit stärker als der Umsatz gestiegen. Im ersten Quartal 2015 fuhr Amazon einen Verlust von 57 Millionen Dollar ein, der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 22,7 Milliarden Dollar. Zu den privaten Paketboten-Plänen wollte sich Amazon bisher noch nicht äußern.

In Österreich generiert Amazon laut dem deutschen EHI Retail Institute im Jahr 2013 einen Umsatz von 343 Millionen Euro und liegt damit an der Spitze.

Amazon goes Uber

So neu und ausgefallen ist die Idee von Amazon gar nicht. In Österreich startete Hannes Jagerhofer bereits 2013 seinen Dienst "checkrobin": Autofahrer können Gegenstände aller Art auf ihrer Route für andere entgeltlich transportieren. Der Fahrer bringt die Fracht sogar an die gewünschte Zieladresse. Alut checkrobin wurden bisher rund 105.000 Fahrten durchgeführt.

Der US-amerikanische Fahrdienstvermittler Uber setzt schon lange auf das Potential von Privatpersonen. Bei seinem Service UberPop bieten Privatleute mit ihrem Auto über eine Smartphone-App ihre Fahrdienste an. Die Fahrten sind in der Regel günstiger als Taxifahrten. In vielen Ländern ist Uber aber inzwischen in rechtsstreitigkeiten verwickelt. So ist etwa in Deutschland der Dienst UberPop seit Mitte März verboten. Begründung: Den Privatpersonen fehle die notwendige Lizenz.

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